Rauchende Colts und Lagerfeuerromantik
- Wie romantisch war der Wilde Westen wirklich?
Während Gestaltwandler, Dämonen, Vampire, Ritter und Romanfiguren aus der Regencyepoche zur Zeit Hochkonjunktur haben, möchte ich mich diesen Monat wieder einmal einem zur Zeit eher vergessenem Liebesromangenre widmen, das jedoch immer noch seine Fans hat- der Wild West Romance.
Ein Romangenre, in dem Männer noch echte Männer sind und schneller mit dem Colt ziehen, als ihr Schatten; siehe Lucky Luke. ;-) und in dem Frauen schon allein durch das harte Leben in dem damaligen rauen Kontinent mehr Überlebenswillen, Zähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Tatkräftigkeit an den Tag legen müssen, als in manch anderen Romanepochen. So romantisch und immer mit Happy-End wie in mancher TV- Serie dargestellt; war das Leben in dieser Zeit leider nicht.
Mag das Leben auch entbehrungsreich und karg zu dieser Zeit gewesen sein, die Kolonien übten als neue Heimat nicht nur für verarmte Europäer eine große Anziehungskraft aus.
Aus allen möglichen Ländern strömten die Menschen herbei und suchten oftmals als letzte Hoffnung ihr Glück in der Ferne- ahnten jedoch nicht, wie schwer auch hier ein Neuanfang werden würde.
Viele Trecks kamen nie an ihrem Ziel an- sie wurden entweder von Indianern überfallen oder aber die Menschen starben an den Folgen von Krankheiten, die sie sich schon bei der wochenlangen, entbehrungsreichen Schiffsüberfahrt auf eng gedrängtem Raum geholt hatten.
Nicht nur die "Guten" kamen zahlreich um Land günstig zu erwerben und beispielsweise Farmer oder Rancher zu werden. Der spätere Goldrausch (ab 1848) lockte auch jede Menge Glücksritter und Ganoven an. Eine Zeit wie gemacht für Revolverhelden!

Jesse James
Jesse Woodson James (* 5. September 1847 in Centerville, (später in Kearney umbenannt) im Clay County, Missouri; † 3. April 1882 in Saint Joseph, Missouri) war ein US-amerikanischer Bandit und das bekannteste Mitglied der James-Younger-Bande. Nach seinem Tod wurde Jesse James eine legendäre Figur des Wilden Westens.
Jesse James wurde in Centerville, Missouri geboren. Seine Eltern waren Zerelda Elisabeth Cole und der Farmer und Baptistenvorsteher Robert James. Jesse hatte vier Geschwister: die Brüder Robert jun., Alexander Franklin (Frank) und John Thomas, sowie die Schwester Susan Lavenia. Die Mutter heiratete nach dem Tod ihres ersten Mannes noch mehrere Male, u. a. den Arzt Reuben Samuel, und hatte weitere Kinder.

Billy the Kid
Henry McCarty, auch William H. Bonney, Henry Antrim oder auch Kid Antrim (* vermutlich 23. November 1859 in New York oder Indiana; † 14. Juli 1881 in Fort Sumner, New Mexico), besser bekannt als Billy the Kid, war ein Kämpfer im Rinderkrieg und wurde von seinen Feinden als Gesetzloser und Mörder bezeichnet. Er ist heute wohl einer der bekanntesten US-amerikanischen Westernhelden.
Billy the Kid wurden bis zu 21 Morde angelastet – die wirkliche Anzahl ist möglicherweise jedoch kleiner als neun, sicher überliefert sind vier Morde. Aus kriminologischer Sicht ist er somit jedenfalls als Serienmörder einzuordnen. Er war eine der legendären Figuren in der Westerngeschichte und wurde von Sheriff Pat Garrett aus dem Hinterhalt getötet.
Die sichersten Quellen zu Billys Leben stammen aus seinem Bekanntenkreis. Die bekannteste Biografie verfasste sein Mörder und ehemals bester Freund, Pat Garrett. Im Laufe der Jahre wurden jedoch immer mehr Legenden um den Revolverhelden gesponnen und nur Weniges ist belegbar. Grundsätzlich teilen sich die Biografen in zwei Lager: Entweder wird er als skrupelloser Mörder und unberechenbarer Revolverheld oder als Opfer der äußeren Umstände dargestellt. Tatsächlich ist er in einer Zeit aufgewachsen, in der der Zugang zu kriminellen Gangs, Auftragskillern und anderen Gesetzlosen sehr leicht war (siehe auch Wilder Westen). Schließlich gelangte er in den Mittelpunkt einer blutigen politisch-wirtschaftlichen Auseinandersetzung, deren Ausmaßen und Auswirkungen er vermutlich nicht gewachsen war.
Aber auch ein neuer Berufsstand entwickelte sich zunächst im "Wilden Westen". Durch die große Weite des Landes, waren lange Viehtriebe an der Tagesordnung und so entwickelte sich langsam die Rolle des Cowboys. Ab 1870 verlor dieser Beruf leider immer mehr an Bedeutung, denn die Eisenbahnlinien und die Verbreitung des Stacheldrahtes machten den Einsatz des Cowboys langsam überflüssig.
Die Eroberung des Westens durch die Bevölkerung hatte zur Folge, dass die Ureinwohner des Landes, die Indianer immer weiter vertrieben, viele Stämme sogar ausgerottet oder in sogenannte Reservate untergebracht wurden. Ein sehr schwarzes Kapitel der amerikanischen Geschichte.
Nicht nur die spätere Arbeitslosigkeit der Cowboys führte zu steigender Gesetzlosigkeit und förderte die "Bandenbildung". Auch andere Ganoven sahen ihre Chance gekommen sich durch Gesetzesbruch Land oder Besitz zu sichern. Jede noch so kleine Stadt hatte daher nun einen US- Marshall oder Sheriff, der Gesetzeshüter, der für Recht und Ordnung in seinem Areal zu sorgen hatte.

Wyatt Earp
Wyatt Berry Stapp Earp (* 19. März 1848 in Monmouth, Illinois; † 13. Januar 1929, Los Angeles, Kalifornien) war ein amerikanischer Revolverheld, der in seinem Leben auch als Farmer, Transporteur, Büffeljäger, Gesetzeshüter in verschiedenen Städten des amerikanischen Westens, Glücksspieler, Saloonbesitzer und Bergmann tätig war. Bekannt wurde er durch seine Beteiligung an der Schießerei am O. K. Corral zusammen mit Doc Holliday und seinen zwei Brüdern Virgil und Morgan Earp. Wyatt Earp ist mittlerweile eine amerikanische Legende, nicht zuletzt durch eine Vielzahl von Filmen, Biografien und Romanen.
Doch was bedeutet überhaupt die Bezeichnung "Wilder Westen" und wo genau war die genaue geografische Lage?
Ich möchte dazu an dieser Stelle einmal gerne wikipedia zitieren:
Wilder Westen ist eine – geographisch und historisch grob eingegrenzte – umgangssprachliche Bezeichnung für die ungefähr westlich des Mississippi gelegenen Gebiete der heutigen USA, die in der Pionierzeit des 19. Jahrhunderts (im engeren Sinn dessen zweiter Hälfte) noch nicht als Bundesstaaten in der Union der Vereinigten Staaten aufgenommen waren.
Im Verlauf der voranschreitenden Landnahme und Urbanisierung nahm die Besiedlung dieser Regionen vor allem durch Angloamerikaner - bzw. aus Europa stammende Immigranten - kontinuierlich zu, bis die Gebiete um 1890 vollkommen in den organisierten Territorien der USA aufgingen. Symbolisch stehen die Öffnung der letzten Indianerterritorien im späteren US-Bundesstaat Oklahoma für die Besiedlung durch Kolonisten im Jahr 1889 beim „Oklahoma Land Run“ und das Massaker der US-Armee an etwa 200 bis 300 Lakota-Indianern am Wounded Knee Creek/South Dakota im Dezember 1890 für das Ende der Zeit des Wilden Westens. Mit diesen Ereignissen galten die Indianerkriege ebenso als abgeschlossen wie die Kolonisation der bis dahin von den USA beanspruchten Hoheitsgebiete (engl. territories) durch nicht eingeborene Siedler.
Die Verklärung der eigentlich harten Pionierzeit kam erst später, ca. ab dem späten 19.Jahrhundert, als sogenannte "Groschenhefte" über Revolverhelden auf den Markt kamen und die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit immer mehr darin verschwammen.
Diesen Hype machte sich besonders ein Mann zu nutze; William Frederick Cody, ein ehemaliger Bisonjäger, bekannt unter dem Namen Buffalo Bill.
Mit seiner selbstentworfenen Wild-West-Show ging er auf Welttournee und wurde damit später ein reicher Mann.

Buffalo Bill aka William Frederick Cody
William Frederick Cody (* 26. Februar 1846 in Scott County, Iowa; † 10. Januar 1917 in Denver, Colorado) bekannt als Buffalo Bill, war ein berühmter Bisonjäger.
William Frederick Cody wuchs in der Nähe von Fort Leavenworth in Kansas auf. Seine Eltern hatten 1840 geheiratet und sich in Le Claire niedergelassen. Nach Martha, Julia und Samuel folgte der Sohn William, auf ihn noch Eliza, Helen, May und Charlie. Nach dem Tod des ältesten Sohnes, der im Alter von zwölf Jahren nach einem Sturz starb, verließ die Familie Le Claire und zog nach Salt Creek Valley. Da Cody sen. gegen die Sklaverei eintrat, wurde er zweimal angegriffen und musste sich verstecken. Er zog nach Lawrence und konnte nur sporadisch Kontakt zu seiner Familie halten. 1857 starb er. Der nunmehr älteste Sohn, William, sorgte für Mutter und Geschwister.
Bereits als Kind arbeitete er für das Unternehmen Russel & Majors (später Russel, Majors & Waddell) als Zugführer, Wagon Master, Pony-Express-Reiter und Kutscher. Als junger Mann nahm er am Goldrausch in Colorado teil. Später arbeitete er beim Pony-Express und anschließend als Scout für die Union sowohl im Amerikanischen Bürgerkrieg als auch in Kriegen gegen die Indianerstämme der Kiowa und Comanche in Kansas. Zwischen 1867 und 1868 versorgte er die Arbeiter der Kansas Pacific Railway mit Fleisch. Hierbei tat er sich als sehr erfolgreicher Bisonjäger hervor und erhielt seinen Übernamen Buffalo Bill. Von 1868 bis 1872 beschäftigte ihn die US-Armee als Kundschafter (Scout).
Zurück zur Literatur:
Zu den Vorreitern und Klassikern des Wild-Westromans zählen unter anderem James Fenimore Coopers Lederstrumpfromane.
In deutschen Landen sorgte jedoch ebenfalls ein Schriftsteller mit seinen Romanen für Furore, obwohl er den Wilden Westen persönlich bis dato nie selbst bereist hatte- Karl May. Einige seiner Romane wurden in den 60er/70er Jahren verfilmt und waren in Europa, besonders aber in Deutschland sehr erfolgreich, auch wenn sie nicht besonders authentisch waren. ;-)
Ich denke eher gutaussehende Schauspieler wie allen voran Lex Barker als Old Shatterhand oder Stewart Granger als Old Surehand, sorgten dafür, das die Karl May Wild-West Verfilmungen auch bei den Frauen ankamen und sie rege ins Kino strömten. ;-)
Als in Winnetou III der Häuptling der Apachen starb und sozusagen in die ewigen Jagdgründe geschickt wurde, gab es einen empörten Aufschrei des deutschen Kinopublikums. Die "Macher" der Filme wurden sogar von Fans bedroht und alle wollten Winnetou zurück! ;-) So kam es also, dass auf Druck der Fans noch weitere Filme mit Pierre Brice als Winnetou entstanden.
Als Ende der 70er Jahre, Anfang der 80er Jahre auch in Deutschland der Boom an historischen Liebesromanen einsetzte, wurde auch das Genre des Wild-West Romans wieder aufgegriffen und war bis vor einigen Jahren überaus beliebt. Die Welt der Genre ist jedoch auch eine Welt des Geschmacks und der Vielfalt- lasst Euch in diesem Sinne vielleicht einmal zu einer Wild-West Romance entführen. ;-)
- Lesetipps Wilder Westen
Quellennachweis
(Dieser Text wurde von NG zusammengestellt)
Information Quellen:
Wikipedia.de
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