Die Mosel
(Text: NG)
Die Moselregion liegt mir besonders am Herzen und vielleicht im Blut, da meine Urgroßeltern mütterlicherseits aus Traben- Trarbach stammten. Selbst meinen Großvater zog es in seiner Jugend immer wieder an diesen Ort, an dem er viele schöne Wochen verbrachte.
Daher lag es auch für mich nahe, mir diesen Ort auch mal persönlich anzuschauen, zudem ich nebenbei großes Interesse an der Ahnenforschung entwickelt habe. Eigentlich hatte ich nicht damit gerechnet, dort noch auf Verwandte zu stoßen, doch um so größer war meine Freude, als ich sie tatsächlich fand und sie mir und meinem Mann zudem sehr freundlich und herzlich begegneten. Ihnen gelten an dieser Stelle, schon mal herzliche Grüße, falls sie meinen Bericht zufällig lesen sollten.
Doch zurück zum eigentlichen Thema:
Zunächst etwas Grundsätzliches über die Mosel:
Die Mosel ist der längste Nebenfluss des Rheins und fließt auf ca. 544 km, durch Deutschland, Luxemburg und Frankreich. Zudem gehört die Mosel zu den meist befahrenen Wasserstraßen in Europa. Sie entspringt am Col de Bussang in den Vogesen und mündet in Koblenz, am "Deutschen Eck" in den Rhein.
"Mosea" kommt aus dem Keltischen das dann über das lateinische "Mosella" abgeleitet wurde. Erwähnt wurde der Fluss das erste Mal in schriftlicher Form von keinem geringeren als dem römischen Historiker und Senator Tacitus (* um 58; † nach 116), denn auch die Römer wussten das fruchtbare Land zu schätzen, das schon damals als wichtiges Weinanbaugebiet galt. So wie damals, ist auch heute die Moselregion eine der wichtigsten Weinanbaugebiete für edle Weinsorten geblieben. Das Moselgebiet gilt vor allem als Anbaugebiet für den Riesling, aber auch andere Sorten werden dort angebaut.
Die hohen, steilen Weinberge, teilweise in Schieferhängen angelegt, begegnen dem Moselbesucher fast überall entlang des Flusses. Viele Winzerbetriebe bieten auch Führungen oder Weinverkostungen an, daher sollte man sich vor einer Reise ein wenig informieren und sich eventuell vorher anmelden; da die Nachfrage immer sehr groß ist.
Eure Nicole
Burg Eltz
Beginnen möchte ich mit einer der schönsten und größten Burgen Deutschlands- der Burg Eltz. Zwar liegt sie nicht genau an der Mosel, ist jedoch nicht allzu weit entfernt, so dass ein Besuch auch jeden Fall lohnend ist. Die Burg liegt bei Münstermailfeld/Mayen im Eltzer Wald.
Erwähnt wurde Burg Eltz ab dem 11. Jahrhundert, allerdings war sie damals zunächst noch recht klein und bescheiden. Einer der ersten Bewohner der Burg war Rudolf von Eltz ab dem Jahr 1157. Ab dem Jahr 1268 wurde die Burg unter drei Brüdern aufgeteilt, die allesamt in verschiedenen Flügeln mit ihren Familien die Burg bewohnten. Die Burg wurde niemals zerstört, was unter anderem den geschickten politischen Strategen der Familie und deren Nachfahren zu verdanken ist. Seit nunmehr über 800 Jahren ist die Burg immer noch im Besitz eines Familienmitglieds der Familie Eltz. Ein Besuch der Burg ist sehr lohnend, denn neben den zu besichtigenden Räumen, die originales Inventar beinhalten, kann man auch die Schatzkammer besichtigen, in der viele kostbare Stücke, sei es aus Silber oder Gold oder auch aus Porzellan ausgestellt sind. Daneben finden sich auch Waffen wie Armbrüste oder Streitäxte.
Cochem
Eindrucksvollstes Bauwerk der Stadt ist sicherlich die Reichsburg Cochem, die hoch oben auf einem Berg, ca. 100 Meter über der Stadt thront und die man Dank des liebevollen Wiederaufbaus heute wieder besichtigen kann. Gebaut wurde sie ca. um das Jahr 1000.
Während des pfälzischen Erbfolgekrieges besetzten Truppen des französischen Königs Ludwig XIV. (der Sonnenkönig) die Burg. Ein Jahr später, nachdem mittlerweile die komplette Stadt von Franzosen besetzt war, wurde die Burg von ihnen zerstört und auch die Stadt fiel der Verwüstung und Zerstörung anheim. Bis ins Jahr 1868 war die Burg nur noch eine Ruine, bis sich der Berliner Kaufmann und spätere Geheime Komerzienrat Louis Ravené ein Herz fasste, die Burgruine aufkaufte und wieder aufbauen ließ.75 Jahre war die Burg im Privatbesitz, bis sie dann im Jahre 1942 verkauft wurde und von nun an Besitz des Deutschen Reiches war. Seit 1978 gehört sie der Stadt Cochem. Führungen sind besonders lohnenswert, da die Burg kostbares Inventar enthält und aufwendig restauriert wurde.
Homepage Burg Cochem http://www.burg-cochem.de/
Sehr interessant und abwechslungsreich ist auch ein Bummel durch den Ortskern, denn es befinden sich in Cochem einige, malerische Fachwerkbauten. Hier sollte auch noch unbedingt die " historische Nachtwanderung" erwähnt werden, die ganzjährig jeden Samstag ab 20.30 Uhr (Treffpunkt : am Verkehrsamt/ Tourist-Information an der Moselbrückes) stattfindet. Man sollte sich jedoch lieber vorher anmelden.
Bernkastel-Kues
Die Stadt liegt etwa 50 km von Trier entfernt und das Beeindruckendste was dem Touristen bei einer Wanderung durch den Ortskern ins Auge sticht, dürfte zunächst einmal der Marktplatz sein, denn die Giebelhäuser die ihn umgeben, stammen, bis auf das "Spitzenhäuschen" aus dem Jahre 1416, aus dem 17. Jahrhundert und verleihen diesem Ort ein besonderes, mittelalterliches Flair.
|
|
Auf dem Berg, oberhalb der Stadt stehen nur noch die Reste der ehemaligen Burg Landshut, doch von dort hat man einen herrlichen Blick ins Tal. Allerdings ist der Ort auch sehr beliebt bei den Touristen aus aller Welt- wer es ein wenig ruhiger angehen möchte, sollte sich zur Übernachtung vielleicht lieber einen anderen Ort zum Übernachten auswählen.
Traben-Trarbach
Traben- Trarbach liegt ganz in der Nähe von Bernkastel- Kues (ca. 10 km). Die Stadt mag vielleicht nicht über so viele malerische Fachwerkhäuser verfügen, wie Bernkastel-Kues, doch dafür versprüht der Ort einen ganz eigenen Charme und liegt direkt an der Moselschleife.
Ursprünglich waren es in der Vergangenheit zwei Orte, die durch die Mosel getrennt wurden, doch im Jahre 1904 wurden Traben (keltischer Name "Traven") und Trarbach dann vereinigt. Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehört zunächst einmal "Mont Royal", eine Festungsruine der Franzosen, in Auftrag gegeben von Ludwig XIV., erbaut zwischen 1687 bis 1698 die allerdings, da sie keinen besonderen Nutzen mehr versprach im
Jahr ihrer Fertigstellung wieder geschleift wurde. Sehr malerisch gelegen ist eine weitere Ruine- die der Grevenburg, die hoch oben auf einem Berg liegt (Erbaut um 1350 um 1734 von den Franzosen gesprengt). Von dort hat man einen atemberaubenden Blick auf Traben-Trabach und die Mosel und zudem kann man dort auch gut eine kleine Rast machen, denn neben den Resten der Grevenburg befindet sich ein kleines Restaurant.
Ein tolles Motiv für ein Photo bietet auch das Brückentor von Traben-Trarbach, das zugleich auch das Wahrzeichen der Stadt ist und in dem man vorzüglich essen kann. Und wer sich ein wenig für die Geschichte der Stadt interessiert, sollte unbedingt einen Besuch im Mittelmoselmuseum einplanen, indem man unter anderem etwas über die Wohnkultur des 19.Jahrhunderts erfährt oder aber über die Geschichte der naheliegenden Burgruinen. Archäologische Funde aus der Kelten, Römer und Frankenzeit runden diese Ausstellung ab.
Trier
Eine der ältesten Städte Deutschlands ist die Römerstadt Trier. Sie wurde vor ca. 2000 Jahren unter dem Namen Augusta Treverorum gegründet. Später wurde der Namen in Treveris geändert.
|
|
|
Noch heute begegnet man bei einem Rundgang durch die Stadt zahlreichen römischen Bauten, die die Zeit überdauert haben, wie etwa der "Porta Nigra", dem Amphitheater, den Kaiserthermen, der Römerbrücke und der "Igler Säule" und nicht zu vergessen der Konstantinbasilika und der Liebfrauenkirche, die zum UNESCO Weltkulturerbe zählen. Diese Bauwerke sollten sich Besucher der Stadt auch auf keinen Fall entgehen lassen!
Wer Interesse an Geschichte und Archäologie hat, wird in Trier ganz sicher auf seine Kosten kommen, denn neben den antiken Bauten gibt es dort auch ein beeindruckendes Museum- das rheinische Landesmuseum, indem unter anderem römische Fußboden- und Wandmosaiken und andere archäologische Kostbarkeiten ausgestellt sind.
|
|
|
Alle Sehenswürdigkeiten der Stadt aufzuzählen, würde hier jedoch den Rahmen sprengen und so empfehle ich Euch, vor einem Besuch der Stadt zunächst Informationen auf der Webseite der Stadt einzuholen, damit Ihr nichts verpasst.
Wer in der Stadt übernachten möchte, und etwas Besonderes sucht, dem empfehle ich das Hotel Villa Hügel. Wir waren zeitlich ziemlich spät dran, als wir beschlossen in Trier zu übernachten und haben uns kurzentschlossen für dieses 4 Sterne Hotel entschieden, es aber auch nicht bereut. Die Angestellten dort waren sehr nett und morgens gab es ein reichhaltiges Frühstücksbüffet bei dem keine Wünsche offen blieben und das wie Sauna und Schwimmbadbenutzung im Preis mit inbegriffen war.
Abschließend noch ein wichtiger Tipp! Trier liegt nur noch ca. 15 km von der luxemburgischen Grenze entfernt, daher sollte man unbedingt einen Abstecher in die Grenzstadt Wasserbillig machen, denn man bekommt dort nicht nur leckere, belgische Pralinen oder holländisches Gebäck und Kaffe zu günstigen Preisen, sondern kann dort auch sehr billig tanken!
Quellennachweis
Photos: © by Frank Gauert