Gentleman Jack und Jerry Abershawe
Mal ganz ehrlich, wer kann sich der Faszination eines verwegenen Diebes, der dazu noch intelligent, amüsant und gutaussehend ist, entziehen? Ich jedenfalls nicht, so lange es ein fiktionaler Roman/Filmheld ist. ;-)
Und was ist romantischer, als ein verwegener Straßenräuber, der den Reichen nimmt und den Armen gibt, dazu auch noch eine Auge für Liebesromanheldinnen in Not hat?
Doch ganz so unterhaltsam und amüsant darf man sich in der Realität das Leben eines historischen Räubers nicht vorstellen. Die hier weiter unten aufgeführten Personen und ihre Vita, bekunden zwar von einem abenteuerlichen Leben in Gefahr, doch das dicke Ende kam fast immer und so endeten die Räuber früher oder später am Galgen, oder verrotteten im Gefängnis.
Auf die erste Person, die ich hier erwähnen möchte, wurde ich durch Marlene Susons grandiose „Mitternachts-Reihe“ aufmerksam. Immer wieder treibt darin der Straßenräuber Gentleman-Jack hier sein Unwesen. Was ich bis vor kurzem nicht ahnte, war, dass es diesen Räuber tatsächlich gab, allerdings endete seine (wahre) Geschichte eher tragisch.
Gentleman Jack

Hinter „Gentleman Jack“ oder auch „Jack the Lad“ (dt. „Bursche Jack“) verbarg sich in der Realität Jack Sheppard, eigentlich John Shepherd (* 4. März 1702 in London; † 16. November 1724 )
Er war nicht nur ein berühmt berüchtigter Räuber, sondern auch ein Einbrecherkönig , der größtenteils in London sein Unwesen trieb.
Gentleman Jack war nicht nur für seine gewagten, kriminellen Diebestouren bekannt, sondern auch weil es ihm immer wieder gelang, dem Auge des Gesetzes zu entfliehen.
Sehr zum Verdruss des damaligen „Generaldiebesfängers von
Großbritannien und Irland“, Jonathan Wild, ebenfalls ein Schwerverbrecher mit bürgerlichem Doppelleben, der nach seinem Versagen durch „Jacks“ Flucht, schließlich gestürzt wurde.
John Shepherd war der Sohn eines Londoner Schreiners und arbeitete nach dem Tod seines Vaters in einem Arbeitshaus. Er erlernte ebenfalls das Schreinerhandwerk. Doch sein Umgang war sehr schlecht und so wurde auch er langsam ins kriminelle Milieu gezogen. Er begann damit zu stehlen und wurde des öfteren verhaftet und inhaftiert. Doch „Gentleman- Jack“ war überaus gewitzt- ihm gelang nicht nur die Flucht aus dem St. Giles Gefängnis, indem er sich durch eine Holzdecke sägte, sondern entkam im Jahre 1724 drei Mal aus dem berüchtigten und als sehr sicher geltenden Newgate-Gefängnis.
Während er beim ersten Mal seine Ketten durchfeilen konnte, ein Loch durch die Wand bohrte um anschließend an der Bettwäsche in die Freiheit hinabzugleiten, war er bei der zweiten Flucht am 30.August 1724, nachdem er zum Tode verurteilt worden war, noch erfinderischer- er schnitt einfach einen Dorn aus einem Besucherfenster. ;-)
Nach seiner dritten Gefangennahme dachten die Ordnungshüter vorsorglich daran, „Jack“ gleich in einer Sicherheitszelle unterzubringen, die eine Flucht von vornherein vereiteln sollte. Trotzdem gelang es ihm mithilfe eines Nagels am 14. Oktober
1724, seine Ketten zu öffnen, und mit einer Eisenstange, die sonst zum Schließen
eines Kamins diente, durch Türen und Mauern zu brechen und abermals zu fliehen.
Zwei Wochen später wurde er jedoch durch seine unvorsichtige und abenteuerliche Ader in alkoholisiertem Zustand wieder gefasst. Obwohl ein Wärter ein Messer bei ihm fand, gelang es „Jack“ diesmal nicht seinem Schicksal bzw. seinem Henker zu entkommen.
Seine Hinrichtung gestaltete sich zu einer Massenveranstaltung und Gentleman- Jack wusste, was er seinem Publikum schuldig war. Am 16.November 1724 wurde er, ziemlich angeheitert durch diverse alkoholische Getränke zum Galgen von Tyburn gebracht, wo er eine amüsante, letzte Rede für sein Publikum hielt
Er wurde auf dem Kirchhof von St. Martin-in-the-Fields begraben.
Jerry Abershawe
Jerry Abershawe (eigentlich Louis Jeremiah Abershawe, * 1773 in Kingston upon Thames; † 3. August 1795 in Kennington) war ein englischer Straßenräuber, der bevorzugt Reisende zwischen London und Portsmouth übefiel.
Geboren wurde Abershawe Kingston-Upon-Thames und wuchs in Surrey auf. Schon im Alter von siebzehn Jahren begann er mit seiner kriminellen Laufbahn und wurde Anführer einer Räuberbande, die Reisende mit vorgehaltener Waffe überfiel und Börsen und andere Wertgegenstände erbeutete. Es heißt; er wäre schließlich in einem berüchtigten Londoner Freudenhaus, dem „The Three Brewers“ im Stadtteil Southwark festgenommen worden. Nachdem ihm im Juli 1795 der Prozess gemacht und für schuldig erklärt wurde, folgte seine anschließende Hinrichtung am 3. August 1795- er wurde gehängt und sein Leichnam wurde zur Abschreckung in Wimbledon zur Schau gestellt.
Obwohl Abershawe ein gefürchteter Straßenräuber war, ist jedoch bekannt, dass er durchaus viel Sinn für Humor besessen haben soll, der auch während seiner Diebeszüge immer wieder hervorblitzte. Daher ist er auch als der lachende Straßenräuber ('The Laughing Highwayman') in die Geschichte eingegangen.
Quellennachweis
(Dieser Text wurde von NG zusammengestellt)
Information Quellen:
Wikipedia.de / Jack Sheppard / Jerry Abershawe
Bilder Quellen:
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