Robin Hood
Fiktive Figur oder wahre historisch belegte Person?
Wer war Robin Hood?

Wer kennt sie nicht, die Legende um Robin Hood, dem mutigen Geächteten, der sich mit seinen Mannen im Sherwood Forrest verbarg, nachdem er für vogelfrei erklärt worden war und der die Reichen überfiel und seine Beute unter den Armen aufteilte? So lebhaft und detailgetreu scheinen die Erzählungen zu sein, dass man fast sicher ist, dass Robin Hood wirklich gelebt hat.
Doch das Einzige was ganz sicher ist, ist zunächst einmal die Legende, die sich um diese interessante Person gebildet hat.
Wann sie jedoch entstanden ist und ob diese Legende einen wahren Kern enthält, mag dahingestellt sein.
Wann hat er gelebt?
Viele Historiker haben sich schon ihre Köpfe zerbrochen; unermüdlich Fakten und Informationen gesammelt und sind sich immer noch nicht einig, ob Robin Hood jemals gelebt hat. Aber wenn, ja wenn, vermuten sie, hat er definitiv im Mittelalter gelebt.
Die Ballade von Robin Hood wurde zunächst mündlich überliefert. Mitte des 13. Jahrhunderts, also um die Jahre 1261/1262 war diese Ballade schon in ganz England bekannt.
Um 1377 findet die Figur des Robin Hood erstmals in William Langlands "Piers Plowman" nebenbei Erwähnung.
Zitat aus Langlands „Piers Plowman“
"Ich kann mein Vaterunser nicht so vollkommen wie der Priester
Aber ich kenne Verse über Robin Hood und Randolph, Graf von Chester"
Im späten 16. Jahrhundert hieß es plötzlich, Robin Hood hätte zur Zeit Richard Löwenherz gelebt. Dagegen bezieht sich eine der originalen Robin-Hood-Balladen auf die Könige Eduard I., Eduard II. und Eduard III., die England von 1272 bis 1377 regierten.
Ein selbstloser Wohltäter der Armen?

In den ersten Balladen war Robin Hood (gelegentlich auch Robyne Hode) keineswegs ein Wohltäter. Zunächst galt er lediglich als Räuber, der besonders von habgierigen Kirchenmännern gefürchtet war und sich mit ihnen Scharmützel geliefert hatte. Auch war er keineswegs ein Edelmann. Er gilt darin als ein Freisasse; also so etwas wie ein unabhängiger Grundbesitzer oder ein Großbauer.
Am Ende des 16. Jahrhunderts wurde er schließlich „nachgeadelt“ und beispielsweise zum Earl of Huntington, Robert von Locksley oder, nochmals später, Robert Fitz Ooth oder auch Robert Fitzood erklärt.
Die ersten niedergeschriebenen Balladen über Robin Hood waren "Robin Hood and the Monk" (um 1450) und "Robin Hood and the Potter" (um 1500). In der Universitätsbibliothek Cambridge befindet sich die wichtigste Dichtung "Gest of Robyn Hood", die aus über 450 Versen besteht, (in drei Fassungen ca. 1512-15, 1515 und 1560).
Gab es Lady Marian?

Auch Lady Marian, seine angebliche große Liebe findet in den ersten Balladen leider keine Erwähnung. Genauso wenig wie sein ärgster Feind, der Sheriff von Nottingham oder Bruder Tuck, der schlagkräftige Geistliche. Bekannt waren jedoch zum Beispiel von Anfang an die Figuren Little-John, Will Scarlett oder Much Millerson.
Robin Hood - historisch belegt?
Welche Personen könnten wirklich Robin Hood gewesen sein? Es gibt einige historische Personen, die in dem Verdacht stehen, der wahre Robin Hood gewesen zu sein.
Zunächst einmal Sir Robert Foliot (1110 – 1165). Ein englischer Wissenschaftler hegt die Theorie, dass der Name Robin Hood nicht nur auf einen Mann, sondern gleich eine ganze Familie hindeutet, die sich so nannte. Die Grafen von Wellow, die den 'offiziellen' Familiennamen Foliot trugen, lebten im 14. Jahrhundert und sollen sich bei Reisen durch den Sherwood Forrest aus Tarnungsgründen diesen praktischen Namen zugelegt haben, damit sie selbst keine Belästigung durch Diebe zu befürchten hatten. ;-) Außerdem soll die Familie einen ausgeprägten Sinn für Gerechtigkeit gehabt haben...
Als zweiter Kandidat wäre da Robert Fitzooth, der Earl of Huntingdon (1160 –1247) zu erwähnen. Im 12. Jahrhundert wurde Robert Fitzooth geächtet; seine Ländereien gingen an den Earl of Chester, dessen Name auch in einer Robin Hood Legende erwähnt wird. Dieser Fitzooth wurde in Loxley geboren; die offizielle Heimat Robin Hoods. Allerdings wurde diese These auch schon wieder von vielen anderen Wissenschaftlern angezweifelt...
Dann wäre da noch Robert de Kyme (ca.1210 – ca. 1285). Ein Mann mit sächsischem Blut, der 1226 wegen Diebstahls und Störung des Königlichen Friedens geächtet wurde. Ein Jahr darauf wurde er allerdings wieder begnadigt. Ein englischer Autor ist der Meinung, Parallelen zwischen Kymes Flucht in den Sherwood Forrest und anderen Dingen in seinem Leben entdecken zu können. Interessant dürfte jedoch sein, dass auch Robert de Kyme Anspruch auf die Grafschaft Huntington hatte...
Ziemlich spät, erst im Jahr 1936 kam ein weiterer Anwärter hinzu. Robert Hod - "Hobbehod", (Geburts- sowie Sterbedatum unbekannt) den L.V.D. Owen, ein Mann der sich ebenfalls mit dem Robin Hood Mythos beschäftigte, als potentiellen Robin erwähnte.
In der Grafschaft York fand Owen alte Kaufdokumente. 1226 war darauf der Verkauf von Hods Besitz für 32 Schilling und 6 Pence zu finden. In einem weiteren Eintrag für das Jahr 1227 entdeckte er zusätzlich, dass Hod auch "Hobbehod" genannt wurde und ein Pächter des Erzbistums dort war.
Der letzte vielversprechende Kandidat dürfte Robert Hood (1290 – 1347) sein. Sein Name findet in alten Dokumenten, genannt „Wakefield Rolls“ in den Jahren 1315 und 1316 Erwähnung. Dieser Robert soll sich einer Rebellion von Thomas, Earl of Lancaster gegen König Edward II. angeschlossen haben und an der Schlacht von Boroughbridge (1322) beteiligt gewesen sein. Aus Strafe wurde er anschließend geächtet. Schon vorher tauchte sein Name immer wieder wegen kleinerer Vergehen in den Gesetzesbüchern auf. Da er scheinbar keinen großartigen Besitz hatte und seine Rolle auch nicht so tragend während der Rebellion war, wurde er nicht hingerichtet, sondern nur geächtet. Er soll sich mit mehreren Männern in den Barnsdale Forest geflüchtet haben.
Außerdem gibt es noch weitere, sehr alte Dokumente aus dem Mittelalter, genannt die „Pipe –Rolls“. Dort existiert eine Eintragung über einen "Rob. Hod Fug," (Robert Hod, flüchtig), dem man 32 Shilling berechnet hatte. In den nächsten sieben Jahren tauchte sein Name immer wieder auf. Danach nicht mehr. Viele Historiker denken, dass diese Eintragung am ehesten über den wahren Robin Hood gemacht sein könnte. Doch dagegen spricht, eine vielleichte "Überinterpretation" des Begriffs "fugitive", da man zu jener Zeit schon ein flüchtiger Gesetzloser war, wenn man nicht zu einem Gerichtstermin erschien. Was in dieser Zeit mehr als häufig vorkam. Allerdings erklärt das nicht, dass der Eintrag über mehrere Jahre in den Pipe Rolls gemacht wurde. Daher ist selbst diese Theorie mehr als umstritten...
Fakt ist jedoch, dass es tatsächlich einen Grabstein gibt, auf dem Robin Hoods Name steht. Doch leider steht als Sterbedatum der 24. Dezember angegeben. Diese genaue Kalenderbezeichnung existiert jedoch erst seit dem 16. Jahrhundert. Also kann dieser Grabstein ebenfalls kein Beweis für die Existenz von Robin Hood sein.
Wo lebte Robin Hood?

Statt wie in den späteren Balladen und Erzählungen angegeben, soll er, wenn er jemals existiert hat, in Barnsdale gelebt haben. Dieser Ort liegt ca. fünfzig Meilen von Sherwood entfernt.
War Robin Hood ein Sachse
der die Normannen bekämpfte?
Diese Theorie wurde erst viel später entwickelt (Anfang des 19.Jahrhunderts). Erwähnung findet sie unter anderem auch in dem berühmten Roman von Sir Walter Scott, „Ivanhoe“.
Bücher
Bücher in denen Robin Hood eine Rolle spielt:
Marsha Canham - Die Braut des Drachen
Marsha Canham - Der Sohn des Wolfes
Marsha Canham - Der Pfeil des Prinzen
Gayle Feyrer - Räuber des Herzens
Jennifer Roberson - Herrin der Wälder
Jennifer Roberson - Die Herrin von Sherwood
Kathryn Kramer - Herrin der Geächteten
Heather Graham - Kreuzzug des Herzens
Tilman Röhrig - Robin Hood - Solang es Unrecht gibt
Paul Harding - Der Mörder von Greenwood
Rosemary Sutcliff - Robin Hood
Wolfgang Hohlbein - Kevin von Locksley
Sir Walter Scott - Ivanhoe
Quellen- und Bildernachweis
(Dieser Text wurde von NG zusammengestellt)
Information Quellen:
Wikipedia.de / Robin Hood
Bilder Quellen:
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