Vita Isabel Abedi

(Text: JK)

Es war einmal ein kleines Mädchen...

...das träumte tags mit offenen Augen und konnte abends nicht einschlafen. Und weil es zu spät zum Lesen war, dachte sich das Mädchen selbst Geschichten aus, bis es endlich müde wurde. Dieses kleine Mädchen war ich.“

So beginnt Frau Isabel Nasrin Abedis Biografie auf ihrer Homepage und besser bzw. treffender könnte ich es auch nicht mit Worten beschreiben, ab wann sie sich mit Geschichten beschäftigt hat. Isabel Abedi wurde 1967 im München geboren und wuchs dann in Düsseldorf auf.

Ihre Schulzeit beendete sie mit dem Abitur und ging dann als Aupair nach Los Angeles/USA, diese Zeit verband sie mit einem Praktikum in einer Filmproduktion. Wieder zurück in Deutschland absolvierte Frau Nasrin eine Ausbildung zur Werbetexterin in Hamburg.

Dort lernte sie auch ihren Mann Eduardo kennen, einen Musiker aus Brasilien. Seine Tochter Inaie und die gemeinsame Tochter Sofia bereicherten die Familie.

Und wenn ihre Tochter Sofia nachts nicht schlafen konnte, erzählte ihre Mutter ihr die Geschichten von früher und aus einer dieser entstand das erste Buch und dann noch eins, und dann noch eins...

13 Jahre war Isabel Abedi als Werbetexterin tätig und schrieb Texte für Shampoo, Schokolade, Putzmittel und teure Füllfederhalter. Nebenbei aber verfasste sie Kinder- und Jugendbücher, bis sie sich gänzlich dem Schreiben widmete und heute als freie Autorin für verschiedene Verlage tätig ist.

Ihre Bücher erscheinen in mehreren Sprachen und sind mehrfach mit Preisen ausgezeichnet worden. Gerade erhielt sie für ihren Jugendroman "Whisper" den „Internationalen Preis der jungen Leser".

Einer Ihrer großen Erfolge ist die Kinderbuchreiche „Lola“. Aber auch ihren Kinderromane „Unter der Geisterbahn“ und „Verbotene Welt“ bestätigten ihre Erfolge.

Und wenn Isabel Abedi heute nachts nicht schlafen kann, denkt sie sich neue Geschichten aus…

Eure Jana

Frage und Antwort

Warum schreiben Sie Geschichten für Kinder und Jugendliche ?

Ich schreibe Geschichten der Geschichten selbst wegen, also nicht für, sondern von.
Die Geschichte will aus mir heraus, das ist der Motor fürs Schreiben.
Und wenn mein Buch erscheint, freue ich mich über alle Leser: Kinder, Jugendliche und Erwachsene.


Ist das Herangehen an eine Geschichte eine andere, als wenn man für Erwachsene schreiben würde? Recherche usw.

Das Herangehen an eine Geschichte hängt nicht vom Alter der Leser aber, sondern von der Natur der Geschichte; dem Genre, den Schauplätzen, den Figuren …

Wenn ein Roman vor meiner eigenen Haustür spielt, muss ich weniger recherchieren, als wenn ein Roman in einem fremden Land spielt; ein kriminalistischer Plot verlangt ein anderes Herangehen als ein fantastischer und wenn ich aus der Perspektive einer Zehnjährigen schreibe, brauche ich eine andere Sprache, Sichtweise und Gedankenwelt, als wenn ich aus der Perspektive einer Sechzehnjährigen erzähle.

Im Grunde gehe ich an jede einzelne Geschichte anders heran, das ist immer wieder neu ein Kennenlernen, Fragenstellen, Antworten finden, Zuhören und Hineinfühlen.


Haben Sie die komplette Handlung eines Buches schon von Anfang an im Kopf oder arbeiten Sie im Laufe der Geschichte daran?

Es ist eher ein gefühlsmäßiges Denken. Während ich den Anfang meiner Romane meist sehr klar und detailliert im Kopf habe, ist das Ende auch innerlich ein Punkt am Horizont. Ich fühle, dass er da ist, ich sehe ihn auch, aber wie er dann genau wird, das merke ich erst, wenn ich dort ankomme.


Sie schreiben auf Ihrer Homepage, dass ihre Töchter für Sie stets eine Inspiration waren. Ist das heute auch noch so?

Sie sind Begleitung. Wenn ich schreibe, lebe ich sehr intensiv mit meinen Figuren, so dass mich meine Töchter oft teilen müssen, aber zum Glück haben sie mir noch nicht den Kopf dafür abgerissen.


Würden Sie auch gerne einmal einen Roman für Erwachsene schreiben?

Ganz offensichtlich habe ich das bereits mehrfach getan, denn zu den Lesern meiner Bücher zählen viele Erwachsene.


Wann schreiben Sie am liebsten?

Immer dann, wenn mich keine Zweifelmonster plagen und ich richtig abtauchen kann. Manchmal ist das früh morgens, manchmal tief in der Nacht, leider habe ich darauf keinen Einfluss.


Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?

Indigosommer von Antje Babendererde


Sie wohnen in Hamburg, was gefällt Ihnen an der Stadt?

Das liest man am besten in Lucian nach, meinem neuen Jugendroman, dessen erster Teil in Hamburg spielt oder auch in den Lola-Büchern.

Es ist wunderbar, meine Wahlheimat durch die Augen meiner Protagonistinnen zu sehen: das Falkensteiner Ufer, den kleinen Leuchtturm am Wittenberger Strand, den Hafen, die Fischauktionshalle, die Schanze oder Eimsbüttel, das Viertel, in dem ich lebe.

Momentan gefällt mir grad am besten, dass Lola in Hamburg gedreht wird.


Was sind Ihre Lieblings - farbe, -essen, -film und Urlaubsland ?

Gelb
Spiegelei sunny side up
Matchpoint
Italien


Was wünschen Sie sich für Ihre Zukunft?

Dass ich weiter so leben und schreiben kann wie jetzt.


Ich möchte mich ganz herzlich bei Isabel Narsin Abedi für das geführte Interview bedanken.

Quellennachweis

Quellen: Homepage der Autorin
Photo : © Boris Rostami-Rabet

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