
Wildfees Bewertung

Annwyl, die Blutige ist die Anführerin der Rebellion gegen ihren tyrannischen Halbbruder. Als sie während eines Kampfes schwer verwundet wird, rettet sie ein Drache, der eigenbrötlerische Fearghus. Wie alle Drachen kann er sich in einen Menschen verwandeln und es dauert nicht lange, bis er Annwyl in seinen beiden Gestaltformen zu schätzen weiß. Er willigt ein, ihr bei ihrem Kampf gegen den Bruder zu helfen. Er verheimlicht ihr jedoch seine Doppelnatur, auch als sie eine Liebschaft mit dem namenlosen Krieger beginnt, der sie im Schwertkampf unterrichtet, nicht ahnend, dass es sich bei ihm um Fearghus in seiner Menschenform handelt.
Wer bei diesem Roman ein klassisches "Beauty and the beast" -Motiv erwartet, wird entweder angenehm überrascht sein oder das Buch eher mit gemischten Gefühlen beiseitelegen.
Die Charaktere machen es einem wirklich nicht leicht, sie ins Herz zu schließen, weil sie gewalttätig, blutrünstig, mörderisch und brutal sind. Bei den Drachen sind das durchaus Eigenschaften, die man akzeptiert, aber nicht bei einer Frau. Annwyl hat all diese Eigenschaften, ist sie doch eine erprobte und geübte Schwertkämpferin, übersät mit Narben, die sie mit Stolz trägt. Sie ist aber auch voller Loyalität, Überzeugung, Starrsinn, Wut, tiefer Liebe und geballter Erotik.
Grade diese Mischung und ihre Furchtlosigkeit machen sie zu der idealen Partnerin von Fearghus und letztendlich ist die prickelnde Chemie zwischen den beiden auch der Hauptfaktor, der das Buch prägt.
Die Story um die Rebellion gerät dabei ein wenig ins Hintertreffen, wenn sie jedoch Raum einnimmt, ist dieser blutig und mit abgeschlagenen Köpfen und Eingeweiden übersät.
Der Roman ist nicht für pure Romantiker, man muss schon eine gute Portion an Intensität zu schätzen wissen, sei dies nun auf die Blutmenge bezogen oder auf die Dauer und Art und Weise der erotischen Szenen.
Im Buch mit enthalten ist die Story um die Eltern von Fearghus.
Kurz gefasst: Wer deftigere Fantasy mag und vor heftigen Schlachtszenen nicht zurückzuckt, wird die Reihe mögen.
Dines Bewertung

Bevor es mit der Geschichte losging, erklärte die Autorin dem Leser in einem Vorwort, wie sie dazu kam, dieses Buch zu schreiben. Das fand ich äußerst interessant.
Gerade bei paranormalen Romanen um Gestaltwandler und dergleichen, frage ich mich immer wieder, was sich der Autor dabei eigentlich dachte und durch welchen Grund er zum Schreiben gekommen ist.
Annwyl die Blutrünstige ist eine starke Kriegerin. Dass sie einen eigenen Kopf hat und sich nichts sagen lässt, wurde mir gleich am Anfang bewusst. Sie hat vor nichts und niemandem Angst, vor dem Tod schon gar nicht. Mit Ausnahme ihres gefürchteten Bruders, dem König von der Insel Garbhân, Lorcan von den dunklen Ebenen. Er ist ein machtgieriger Tyrann und unterjocht sein Volk. Gegen ihn kämpfte Annwyl mit einer großen Streitmacht aus Verbündeten an, die sie als Königin der dunklen Ebenen sehen wollen. Bei einem Kampf wurde sie tödlich verletzt und sie sah sich schon bei ihren Ahnen, als ein Drache ihre Gegenspieler zu Asche verwandelte und sie bei sich aufnahm und pflegte.
Die Autorin beschrieb den Aufenthalt von Annwyl bei dem Drachen namens Fearghus sehr gefühlvoll. Dazu gehörten auch humorvolle Dialoge zwischen den beiden. Aber allein schon die Gedanken des Drachen brachten mich ein ums andere Mal zum Schmunzeln. Die Zeit bei "ihrem" Drachen, bei dem die Kriegerin wieder zu Kräften kam, wurde in einem recht realen Zeitrahmen dargestellt. Und so kam es, dass sich Annwyl und Fearghus immer mehr ineinander verliebten, ohne dass der andere davon wusste. Diese Entwicklung ihrer Liebe zueinander wurde sehr schön beschrieben. Doch gab es für Fearghus einen menschlichen Nebenbuhler, der Annwyl das geben konnte, was dem Drachen verwehrt blieb ...
Je tiefer ich anfangs in die Handlung eintauchte, desto klarer wurde mir, dass es nicht nur ein Krieg zwischen Bruder und Schwester war. Mit der Zeit stellte sich heraus, das auch die Drachen eine sehr wichtige Bedeutung in dieser Geschichte hatten.
Neben Fearghus gab es nämlich noch mehr seiner Art, von denen einzelne in der Handlung eine kleine Rolle bekamen.
Auch Lorcan hatte einen mächtigen Verbündeten, bei dem sich erst im Laufe des Romans herauskristallisierte, was er wirklich ist. Ich hatte fast von Anfang an eine Vermutung, die sich dann als wahr herausstellte.
Das "Ende" brachte eine interessante Wendung mit sich. Nachdem Annwyl ihren Bruder besiegen konnte, hatte ich erst etwas über die Hälfte des Buches gelesen. Was nun, gab es noch eine Steigerung nach der Einnahme des Thrones?
Mit positivem Erstaunen durfte ich feststellen, dass es eine weitere Geschichte gab, in der es sich um die Aufklärung einer berüchtigten Kette handelte, die wenige Male erwähnt und deren Sinn und Zweck nirgends erklärt wurde.
Beide Handlungen wurden in einem flüssigen Schreibstil geschrieben, der mich in seinen Bann zog. Häppchenweise bekam ich immer mehr über die Protagonisten heraus. Einzelne Szenen wurden sehr gefühlvoll beschrieben. Die Kapitel sind in mehrere Abschnitte unterteilt, in denen Annwyl und Fearghus mir abwechselnd ihre Handlungen schilderten. Neben den beiden Hauptcharakteren, durfte ich ab und an auch die Vorgehensweise von Annwyls verhasstem Bruder Lorcan und seinem Verbündeten erhaschen, sowie kurze Augenblicke aus Sichten von Annwyls Freunden lesen. Durch den stetigen Wechsel der Sichtweisen kam auch ein wenig Spannung auf und machte beide Handlungsstränge zu tollen Erlebnissen.
Wo die Geschichte von Annwyl und Fearghus blutig und ernst war, da sie von Annwyls Wut beherrscht wurde, war die zweite Geschichte durchdrungen von Witz, Humor und vielen Lachern. Auch wenn die zweite Handlung ebenfalls einen ernsten Kern hatte, um den es ging.
Der gesamte Roman beinhaltete zwar nicht viele fantastische Elemente, aber diese hatte ich bei so schönen Liebesgeschichten auch nicht vermisst. Was mir allerdings anfangs etwas zu schaffen machte, und weswegen es einen Stern Abzug gibt, ist die enorme Präsenz der Erotik. Sie hatte fast immer die Oberhand und die Handlungen waren dadurch öfters nur Nebenschauplätze.
Diese erotischen Szenen wurden auch sehr sinnlich beschrieben, aber manchmal wäre etwas weniger doch mehr gewesen.
Kurz gefasst: Ein schöner Liebesroman mit einer Prise Paranormalem und einer guten Portion Erotik! Ich vergebe vier von fünf Sternen.
Ankes Bewertung
Zum Buch:

"Dragon Kiss" ist frech, flott und höchst amüsant zu lesen und hebt das Genre der Gestaltwandler-Romane auf eine ganz neue Ebene, die viel Lesespaß verspricht.
Doch "Dragon Kiss" ist keine Lektüre für zarte Gemüter, den wo Annwyl wütet "wächst kein Gras" mehr. Da bleibt kein Kopf an seinem Platz und Körper werden mühelos und locker nebenbei gespalten. Aber auch die anderen Charaktere sind nicht zimperlich, was man ihnen im Grunde jedoch nicht verübeln kann - Drachen fressen nun man Soldaten! Auch wenn sie von derartiger Völlerei unter Umständen Magenverstimmung bekommen. ;-)
Da ich ebenfalls zu den "Zimperliesen" unter den Leser gehöre, habe ich die ein oder andere Schlachtenbeschreibung einfach überflogen, mich aber ansonsten so gut beim Lesen amüsiert, dass ich das Buch jedem Liebesoman-Fantasy-Liebhaber nur empfehlen kann.
G.A. Aiken widmet sich mit ganzem Herzen ihren Drachen. Sie vermenschlicht sie zu keinem Moment, sondern lässt sie ihre wilde und fantastische Seite zu jeder Zeit voll ausleben. Ruppige Behandlung, grobe Worte und Kämpfe, sowie reichliche damit einher gehende Verletzungen, insbesondere unter den Mitgliedern der Drachenfamilie, sind an der Tagesordnung.
Und keine Frage um einem solch starken Drachen-Gestaltwandler, der mehr Drache als Mensch ist, eine Partnerin an die Seite zu stellen, muss diese höchst außergewöhnlich sein. Mit der Figur der Annwyl hat die Autorin eine solche starke, mutige und jähzornige Heldin geschaffen.
Es mag sein, dass die Charaktere, Aufgrund ihrer Eigenheiten, vielleicht nicht bei allen Lesern sympathisch rüber kommen, doch sind sie, so heftig und vielleicht auch übertrieben sie auch agieren mögen, einfach stimmig und passen sowohl perfekt zueinander als auch in die Geschichte.
Zum Hörbuch:

Auch nach dem wiederholten Genuss der Geschichte kann ich meine Fazit immer noch zustimmen: "Ein ganz besonderer Lesegenuss für Liebhaber romantisch-heißer Fantasy. Empfehlenswert!"
Für das Hörbuch gilt das in besonderem Maße, denn die Sprecherin Svantje Wascher ist mit ihrer entspannten und rauchig-erotischen Vortragsweise eine perfekte Wahl. Svantje Wascher verfügt über eine ruhige Sprechweise und hebt und senkt ihre Stimme mit der, für meinen Geschmack, richtigen Zurückhaltung, wenn sie Dialoge der männlichen und weiblichen Charaktere vorträgt. Trotz der dezenten Interpretation, liest die Sprecherin mit so viel Nachdruck, dass ich keinerlei Probleme damit hatte, Figuren auseinander zu halten.
Kurz gefasst: Als Buch absolut empfehlenswert - als Hörbuch ein höchst vergnüglicher Leckerbissen. So oder so - Aikens Drachen sind ein Muss für alle Romantic Fantasy-Fans!
Dragon Kiss
G.A. Aiken
Originaltitel: Dragon Actually
Verlag: Piper
ISBN: 978-3492267632
Erscheinungsdatum: November 2010
Genre: Paranormal
Teil einer Serie: Dragon Kin
Klappentext
Die Schöne und das Biest als Drachenepos und sexy Lovestory: Du wirst einen großen, dunkelhaarigen Fremden treffen – so hätte ihr Horoskop des Tages lauten können. Eigentlich ist die Kriegerin Annwyl zäh und widerspenstig. Bis sie dem Drachen Fearghus über den Weg läuft und zu Wachs in seinen Klauen wird. Denn er ist groß, gut aussehend – und absolut tödlich. Und er hat bisher noch nie Widerworte bekommen … Die Drachen erobern die Herzen der Romance-Fans – der Auftakt zum neuen sexy Fantasy-Hit aus den USA!
Quelle: Piper
