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Nicoles Bewertung

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Janes Eltern sind Schauspieler, wobei ihr Hang zur Exzentrik so dermaßen ausgeprägt ist, dass sie ihre Tochter zeit ihres Lebens vernachlässigen. So nimmt sich die junge Jane vor, niemals zu heiraten bzw. sich nie mit Haut und Haaren zu verlieben.

In der Schule lernt Jane Ava und Poppy kennen und die Mädchen freunden sich an. Durch einen Zufall machen die drei etwas später die Bekanntschaft der sehr reichen, älteren Miss Wolcott, die Gefallen an ihnen findet und sie daraufhin immer wieder zu sich in ihr Haus einlädt.

Mit den Jahren wird Miss Wolcott für Jane, Poppy und Ava eine echte Bezugsperson, die ihnen einen ruhigen Zufluchtsort bietet. Als aus den Mädchen mittlerweile Frauen geworden sind, verstirbt Miss Wolcott und hinterlässt ihren Besitz und ihr Haus den drei Freundinnen. Da Jane mittlerweile eine gefragte Junior- Kuratorin in einem Museum ist, plant sie eine Ausstellung in Miss Wolcotts Haus.

Doch der Zahn der Zeit hat auch an dem geerbten Haus kein Halt gemacht und es muss zunächst einiges darin renoviert werden. So werden Devlin Kavanagh und seine tatkräftigen Brüder engagiert, wobei besonders der rothaarige Devlin Jane nicht mehr aus dem Kopf geht. Eine Liebesbeziehung will Jane auf keinen Fall eingehen, doch gegen eine heiße Liebesnacht ist doch nichts einzuwenden, oder? ;-)

Der erste Teil der neuen Reihe von Susan Andersen erzählt die Liebesgeschichte zwischen Jane und Devlin, wobei die Gegensätze zwischen beiden nicht größer sein könnten. Während Jane als Einzelkind aufwuchs, mit egoistischen Eltern klar kommen musste, die sich dem Alkohol hingaben und ihre einzigste Tochter vernachlässigten, wuchs Devlin behütet in einer echten Großfamilie auf, wünschte sich jedoch stets mehr Freiraum.

Diese unterschiedlichen Ausgangssituationen sind es unter anderem auch, die beide zunächst aufeinander neugierig machen. Zudem spüren sowohl Jane als auch Devlin von Anfang an eine große sexuelle Anziehungskraft zueinander. Jane Angst vor zu viel Nähe und Liebe ist es jedoch, die eine ernste Beziehung zu Devlin beinahe unmöglich macht. Gottlob gibt es aber auch noch ihre besten Freundinnen Poppy und Ava die ihr stets mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Susan Andersen wählte für ihren aktuellen Roman gleich zwei Protagonisten, die Probleme damit haben, eine feste Beziehung einzugehen. Während Janes Hintergrund recht ausführlich dargelegt wurde, bleiben Devlins Beweggründe für sein Verhalten eigentlich eher im Dunkeln. Die Autorin geht im Laufe des Romans fast gar nicht mehr darauf ein, wenn man einmal von einer Schlüsselszene am Ende des Buches absieht.

Obwohl Susan Andersen ein "Problempärchen" für ihre Story wählte, ist ihr neuester Roman eigentlich eher der leichteren, moderneren Liebesromanlektüre zuzuordnen. Wer nichts wirklich "Tiefschürfendes" erwartet, wird mit dem Buch bestimmt ein paar nette Lesestunden verbringen, denn auch die Nebenakteure setzten einige interessante Akzente, wobei ich besonders die Familie Kavanagh hervorheben möchte. Devlins Brüder sind allesamt interessante und humorvolle Charaktere.Poppy und Ava werden zwar schon in diesem Teil eingeführt, bleiben jedoch am Rande des Geschehens und wirken noch ein wenig blass.

Die Liebeszenen sind recht sexy, wobei ich mich ein wenig an der etwas derben Ausdrucksweise gestoßen habe, die jedoch absolute Geschmackssache ist. Ansonsten sorgt Andersens eingängiger, flüssiger Schreibstil wie immer für gute Unterhaltung und Janes und Devlins Dialoge sprühen vor Ironie. Lediglich die Kriminalhandlung war mir ein wenig zu dürftig und belanglos „gestrickt“ und hätte im Grunde ganz wegfallen können.


Ankes Bewertung

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"Mr. Perfect gibt es nicht" ist Liebesroman-Unterhaltung im besten Sinne, mit den üblichen, aber so gar nicht langweiligen Zutaten.

Als da wären: Ein Pärchen nach dem Motto "was sich liebt das neckt sich", einige heiße Liebesszenen; hier ganz besonders die Kuss-Szene im Wintergarten, die so heiß war, dass fast Flammen aus dem Buch geschlagen sind; und Protagonisten, die sich am Ende bewusst geworden sind, dass sich etwas an ihrem Leben ändern muss. Sowie eine kleine Abrundung der Geschichte mit einer kleinen Krimieinlage.

Die Figur der Jane ging mir so richtig zu Herzen, da ich Janes große und äußerst voreilige Klappe, mit der sie permanent in Fettnäpfen tritt nur zu gut nachvollziehen kann. Wie oft ist es mir auch schon so gegangen, dass ich mich auf diese vorlaute Art und Weise in die sprichwörtlichen Nesseln gesetzt habe!
Klar, dass sie mir vor allem deswegen so äußerst sympathisch war.

Und hach - die Kavanaghs! Was für eine tolle Familie. Ganz besonders die Szenen mit den Brüdern sind hier einfach klasse und höchst amüsant. In diesem männlichen Figuren zeigt sich zudem auch was für tolles "Heldenmaterial" die Autorin Susan Andersen zu kreieren weiß!

Aber es gibt auch ein paar Eindrücke, die ich als negativ empfand.
Die Wiederholungen nerven ein wenig: Immer wieder wird betont, wie sehr Jane mit ihrer Archivierungsarbeit hinten dran hängt. Diese Tatsache stimmt zwar so, aber nach der dritten Erwähnung hatte selbst ich das kapiert und hätte es nicht noch 50 weitere Male lesen müssen.

Auch mich das Sexuelle schon ein wenig überrumpelt. Zwar ist der Atmosphäre des Buches einem elektrischen Prickeln gleich, sobald Jane und Devlin auftauchen und doch fehlten mir gefühlsmäßig intensiver beschriebene Übergänge zwischen Janes angeblicher Ablehnung von Devlin, zu "ich will mit dir schlafen", sowie dem "ich liebe dich", die mich doch stets ein wenig überrumpelt haben.

Die kleinen Mäkeleien haben aber mein Lesevergnügen am Buch praktisch nicht geschmälert und es war einfach höchst kurzweilig und sehr unterhaltsam zu lesen.

Ich freue mich schon auf weitere Teile der Serie, "Rosarot in Seattle" (Jason de Sanges und Poppy Calloway) kommt in Januar 2011, und wäre auch Geschichten über die noch ledigen Familienmitglieder der Kavanaghs nicht abgeneigt. ;-)

Kurz gefasst: Susan Andersen‘s "Mr. Perfect gibt es nicht" ist genau das was mein Leserherz begehrt.


Kathis Bewertung

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Um Leidenschaft und unkontrollierte Gefühle macht die 30-jährige Jane einen großen Bogen. Dabei ist sie keinesfalls verklemmt - nur vorsichtig. Außerdem ist sie durchaus imstande, sich darauf einzulassen, wie sie mit Schrecken feststellt, als sie dem irischen Handwerker Devlin Kavanagh begegnet. Zwischen den Beiden funkt es gewaltig. Doch was die besten Freundinnen und die aufmerksamen Geschwister sofort realisieren, wird von den Betreffenden zuerst vehement abgestritten. Schuld an Janes emotionalem Dilemma sind überhaupt nur ihre dramatisch veranlagten Schauspielereltern. Diese spielten ihr von Kindheit an fast ununterbrochen eine private Seifenoper mit viel exzentrischem Geschrei, überbrodelndem Trennungsschmerz inklusive zu Leibe kriechenden Reuebekundungen sowie haltlosen Schuldzuweisungen und letztendlich überschwänglichem Versöhnungstrara vor. Klar, dass Jane nicht eines Tages auch so enden will. Da ist es doch einfacher, allen tiefgehenden Gefühlen schon im Ansatz einen "Riegel vorzuschieben" und nie die Kontrolle über ihre Empfindungen zu verlieren. Nun ja, zumindest bis Devlin "auf der Bildfläche erscheint". Der wiederum verdrängt seine Gefühle, weil Jane "so gar nicht sein Typ ist" - arrogant und humorlos wie sie sich gibt. Sein Pech, dass sich diese Einschätzung schon bald als Irrtum herausstellt …

Charmant, charmant! Das muss man der New York Times Bestseller Autorin Susan Andersen lassen: Sie weiß, wie sympathische Charaktere auszusehen haben. Fast augenblicklich nehmen diese vor dem geistigen Auge Gestalt an und erobern sich dann ebenso schnell einen Platz im Leserherzen. Sei es die auf den ersten Blick eher unscheinbare Jane, die sich bald als toughe Heldin mit Herz und Verstand entpuppt oder der gut aussehende Möchtegernmacho auf Tauchfühlung mit der Liebe - Dev - oder aber die kessen Freundinnen Ava und Poppy, und die schlagkräftige Kavanagh-Sippe: Alle sind auf ihre Art einfach goldig! Auch die emotionalen Verwirrungen und Probleme wirken echt. Es fällt leicht, daran zu glauben, dass sich alles tatsächlich so zugetragen haben könnte. Vom Schreibstil abgesehen machen besonders diese so unterschiedlichen, aber - zum Großteil - liebenswerten und charakterstarken Figuren den Reiz dieses Romans aus.

Sprühend vor Ironie zieht ein amüsanter Dialog den nächsten nach sich. Wer beim Lesen nicht mindestens einmal lacht, ist selber schuld - Susan Andersen bietet mit ihrem locker leichten schwungvollen Stil auf jeden Fall viele Gelegenheiten dazu. Natürlich steuert sie auch einen Konflikt bei, der Jane und Dev nach ihrer ganz persönlichen Katastrophe dann endgültig zusammen schweißt. Außerdem noch ein Löffel voll Dramatik - sowohl familiär als auch beruflich - und schon ist er fertig: Ein packender, geistreicher und recht kurzweiliger Roman mit einem Happy End in Form einer Liebesheirat. Der Bösewicht kommt hinter Gitter, die Karriere ist gerettet, eine Familie wieder zusammen gefügt und die Welt um ein Traumpaar reicher. THE END

Kurz gefasst: Ein Roman für alle Romantikerherzen, die obendrein einen feinen Sinn für Ironie und ein wenig Dramatik haben. Eine Prise Klischee ist dabei auch erlaubt. ;-)

Veröffentlichung mit freundlicher Genehmigung von www.cultural-noise.de.


Mr. Perfect gibt es nicht

Susan Andersen

Amazon.de

Originaltitel: Cutting loose
Verlag: Mira
ISBN: 978-3899416770
Erscheinungsdatum: Dezmeber 2009
Genre: Contemporary

Teil einer Serie: The Sisterhood Diaries Trilogie

Klappentext

Mr. Perfect? Gibt es nicht! Die wahre Liebe? Ein Märchen! Drama, Streit, Versöhnung? Bloß nicht! Das hat Jane viel zu oft bei ihren Schauspieler-Eltern erlebt. Warum also bekommt sie bei Devlin Kavanaghs theaterreifem Auftritt in einer Bar spontan Gänsehaut?
Und als ob ihr eigenes Verhalten nicht schon Rätsel genug aufgibt, wird auch noch in ihr Haus eingebrochen und ein wertvolles Sammlerstück gestohlen. Jetzt ist Jane auch noch als Detektivin gefragt und Mr. Fast Perfect darf beweisen, dass er wirklich der Mann für alle Fälle ist...

Quelle: Mira