Vita Allison Brennan

(Text: SK)

Allison Brennan schreibt Thriller, wie die Leserinnen sie lieben. Spannend und mit einer Prise Romantik. Ihre Predator-Trilogie, die aus den Büchern "Leichte Beute", "Lauf oder stirb" und "Sieh dich vor" besteht, ist bei den deutschen Lesern sehr gut angekommen. Nun startet mit "Speak no Evil - Hass soll dich zerstören" eine neue Trilogie, die sich mit den Gefahren beschäftigt, die das Internet bereit hält.

Da die Autorin selbst 13 Jahre lang als Beraterin der kalifornischen Justiz gearbeitet hat, bis sie sich entschieden hat, sich voll auf das Schreiben ihrer Thriller zu konzentrieren, sind ihre Themen für sie nicht gänzlich neu, sondern sie kann teilweise aus Erfahrung schöpfen. Daneben schafft sie es auch noch, das Erziehen von fünf Kindern und einen entsprechend großen Haushalt unter einen Hut zu bringen. Sie lebt mit ihrer Familie im sonnigen Kalifornien.

Für www.happy-end-buecher.de hat sie sich bereit erklärt, einige interessante Fragen zu ihrem Schreiben, ihrer Familie und der neuen Trilogie zu beantworten, dafür möchten wir uns herzlich bei der sympathischen Autorin bedanken.

Eure Sabrina

Frage und Antwort

In Deutschland erschien bisher nur Ihre „Predator-Trilogie“, welche den Fans sehr gut gefallen hat. Welche Gemeinsamkeiten mit der neu erscheinenden „No Evil-Trilogie“ lassen sich finden, und wo unterscheiden sie sich?

In „Speak no evil – Hass soll dich zerstören“, welches der erste Band der „No Evil-Trilogie“ ist, hat Sheriff Nick Thomas, den man bereits aus „Lauf oder stirb!“ kennt, die Hauptrolle. Als sein Bruder des brutalen Mordes verdächtigt wird, reist er nach San Diego, Kalifornien, um dessen Unschuld zu beweisen.
Ich mag es, Charaktere aus einer Trilogie in eine andere einzubringen, denn das gibt meinen Büchern Kontinuität, auch wenn jede Geschichte trotzdem für sich alleine stehen kann.
Wie schon in meiner ersten Trilogie, geht es auch im Ladythriller „Speak no evil – Hass soll dich zerstören“ um die Grausamkeiten, die Menschen anderen Menschen antun können.
Im Unterschied zur „Predator-Trilogie“ fokussiere ich nun eine Familie (die Kincaids). Jeweils ein Mitglied spielt in jedem Buch eine Hauptrolle, und die Gegend, in der die Geschichten spielen, bleibt die Gleiche, anders als in der „Preadator-Trilogie“, wo die Schauplätze mit jedem Buch wechselten.
Darüber hinaus denke ich, dass die Themen jeder Story zeitgemäßer sind, sie zeigen, was die Menschen heute beschäftigt.

In der „No Evil-Trilogie“ geht es um die Mitglieder der Familie Kincaid. Wie werden die Bücher in Verbindung zueinander stehen?

Jedes Buch hat einen Online-Bösewicht als Hauptthema. In „Speak no Evil“ wird eine junge College-Studentin brutal ermordet, und die Polizei entdeckt, dass sie eine sexuell sehr freizügige Website unterhalten hat. In „See no Evil“ trifft sich eine Gruppe jugendlicher Killer durch eine Online-Therapie-Gruppe. Und in „Fear no Evil“ wird das jüngste Mitglied der Familie Kincaid, die achtzehnjährige Lucy, von einem Mann gekidnappt, den sie Online kennen gelernt hat. Als Mutter und jemand, der selbst Online sehr aktiv ist, hat es mich sehr interessiert, die Gefahren des Internets auszukundschaften. Ich habe erfahren, dass einige Highschool-Lehrer nach dem Erscheinen von „Speak no Evil“ das Buch älteren Schülern empfohlen haben, weil es Gefahren anspricht, denen sie tatsächlich begegnen können.

Wie organisieren Sie das Schreiben mit dem Haushalt und dem Großziehen von fünf Kindern? Ist das schwierig?

Ich unterscheide mich in keiner Weise von jeder anderen arbeitenden Mutter! Wir alle müssen Familie und Karriere irgendwie unter einen Hut bringen. Ich schreibe, wenn die Kinder in der Schule sind und schätze mich sehr glücklich, dass ich sie nach der Schule zum Sport fahren und zu ihren Spielen gehen kann. In meinem früheren Job arbeitete ich neun Stunden an fünf Tagen in der Woche und konnte mir keine Zeit nehmen, um am Spielfeldrand dabei zu sein oder sie beim Sport oder anderen Dingen zu unterstützen. Aber da ich drei Bücher im Jahr schreibe, ziehe ich mich nach dem Abendessen in mein Arbeitszimmer zurück und schreibe weiter. Ich mache mich auch nicht wegen Kleinkram verrückt. Das heißt, wenn das Haus mal unordentlich ist, gerate ich nicht gleich in Panik.

Hilft Ihnen Ihre Erfahrung aus Ihrer früheren Arbeit als Beraterin der Justiz von Kalifornien beim Schreiben Ihrer Thriller?

Ich habe bei der Justiz nichts über das Schreiben an sich gelernt, aber die Arbeit mit den Problemen der öffentlichen Sicherheit lehrte mich einiges über Kriminalität im Allgemeinen. Darüber hinaus lernte ich durch meine Arbeit mit vielen verschiedenen Personen einiges über die menschliche Natur und warum Menschen tun, was sie tun. In einem Umfeld wie der Justiz zu arbeiten war großartig, um Menschen zu beobachten und ihre Eigenheiten und Einstellungen wahrzunehmen, die Art wie sie reden und handeln. Daher hoffe ich, dass meine Charaktere real auf meine Leser wirken. Das hilft mir besonders bei den Nebenfiguren, wenn ich grundsätzliche Informationen in einem Satz oder einem kurzen Absatz vermitteln will.

Außerdem habe ich in meinem früheren Job gelernt, zu recherchieren. Und diese Fähigkeit zu besitzen hat mir sehr beim finden der Informationen geholfen, die ich brauche, um Thriller zu schreiben.

Sie neigen grundsätzlich nicht dazu, Ihren Lesern eine heile Welt vorzuspielen. Ihre Charaktere haben Fehler und sind alles andere als perfekt. Warum ist Ihnen das wichtig?

Unsere Welt ist nicht perfekt, und ich möchte diese Welt widerspiegeln. Ich mag keine zu perfekten Charaktere und keine zu fiesen Bösewichte. Ich möchte menschliche Stärken und Schwächen darstellen, und ich denke, dass Helden wesentlich heldenhafter sind, wenn sie ihre ganz eigenen Ängste oder Sorgen haben. Mut konfrontiert dich mit deinen Ängsten und trotzdem tust du das Richtige. Wir machen Fehler, meine Charaktere machen Fehler. Der entscheidende Unterschied ist am Ende der, dass meine Protagonisten die Helden sind, von denen wir hoffen, dass wir sie unter denselben Umständen gewesen wären. Meine Bösewichte sind wirklich böse, aber ich hoffe, den Lesern zeigen zu können, wie sie so geworden sind. Welchen Weg sie gegangen sind, welche Wahl sie hatten, und warum sie die falsche getroffen haben.

Was fasziniert Sie daran, Thriller und Liebesgeschichte zu verbinden?

Ich liebe Spannung. Ich liebe das Tempo, die den Herzschlag beschleunigende Aufregung, wenn man sich erschreckt und die Angst um Charaktere, die ich mag. Ich mag aber auch Happy Ends. Meine Helden und Heldinnen müssen einige schlimme Dinge durchleben; sie verdienen es, ein Happy End zu bekommen. Nichts interessiert so sehr, als wenn eine Person die du liebst in Gefahr ist. Je höher der Einsatz ist, umso süßer ist das Happy End.

Wenn Sie beginnen, einen Ihrer Thriller zu schreiben, haben Sie die gesamte Handlung dann bereits im Kopf oder entwickelt sie sich erst während des Schreibprozesses?

Ich weiß nie, was in meinen Büchern passieren wird! Ich weiß gewöhnlich noch nicht einmal, wie es enden wird, außer dass der Bösewicht bekommt, was er (oder sie!) verdient. Die Story kommt, während ich schreibe. Ich schreibe zuerst einen schnellen Entwurf, gehe dann zurück und überarbeite die Story stark, so dass sich alles zusammen fügt.

Woher beziehen Sie die Ideen für Ihre Bücher?

Meine Ideen kommen von überall her, auch aus meiner Fantasie. Ich lese eine Story in der Zeitung und überlege, was wäre, wenn das wirklich passieren würde. Was, wenn das Opfer diese Person wäre? Was wenn…? Bei „Speak no Evil“ habe ich eine reale Tragödie über ein 17-jähriges Mädchen gelesen, das einen sexuell sehr offenen Blog hatte. Sie wurde von ihrem Freund getötet, den sie durch den Blog kennen gelernt hat. Ich begann zu recherchieren, warum Teenager das Bedürfnis haben, offenherzige Fotos von sich online zu präsentieren – zum Beispiel auch weil diese Fotos dann dort für immer sind. Sie verschwinden nicht mehr, wenn sie einmal im Internet sind. Es ist wirklich eine Tragödie, nicht nur, dass einige körperlich verletzt oder getötet werden, sondern auch, dass die emotionalen und psychologischen Entscheidungen, die junge Leute heute treffen noch lange Auswirkungen nach sich ziehen.

Ich recherchiere außerdem sehr aktiv alles, was mir Einsicht in den Strafvollzug und die Kriminalität gibt. Zum Beispiel habe ich kürzlich an einer FBI SWAT-Übung teilgenommen, wo ich das Opfer während einer Schießübung gespielt habe. Im Mittelpunkt des Geschehens zu sein und die bösen Jungs in Aktion zu beobachten mit den Möglichkeiten, die sie haben – welche Situationen aus dem wirklichen Leben nachempfunden sind – und ebenso die Entscheidungen der guten Jungs, hilft ungeheuer, wenn ich in die Köpfe meiner Charaktere schaue. Ende September werde ich eine Woche in Quantico, der FBI Akademie und im FBI Hauptquartier in Washington CD verbringen, was mir sehr bei der Serie helfen wird, die ich im Moment schreibe.

Können Sie uns schon mal einen Vorgeschmack auf den nächsten Band der Trilogie, „See no evil – Rache wird dich treffen“, geben? Was erwartet uns?

Die Hauptfigur in „See no Evil“ ist Connor Kincaid, ein Privatermittler und der Bruder der Heldin aus “Speak no Evil”. Er wird engagiert um zu beweisen, dass die junge Nichte der Staatsanwältin Julia Chandler unschuldig ist und ihren Stiefvater nicht ermordet hat. Julia und Connor entdecken eine Gruppe von gewalttätigen Jugendlichen, die sich durch eine Aggressionsbewältigungsgruppe online kennen gelernt haben, welche von einem skrupellosen Psychiater geleitet wird.
Der Funke zu dieser Idee kam mir, als ich eine Dokumentation über vier männliche Jugendliche gesehen habe, die einen Lehrer „zum Spaß“ getötet haben. Die Gruppendynamik – wie anders Menschen in Gruppen reagieren, als wenn sie allein oder zu zweit wären – hat mich fasziniert.

Vielen Dank an Allison Brennan.

Question and Answer

Till now in Germany is just your “Predator-Trilogy” published, which the readers really liked. What common ground do these books have to the upcoming “No Evil-Trilogy”, and what differences can we expect?

Speak No Evil, which launches the “No-Evil Trilogy,” stars Sheriff Nick Thomas from The Hunt. When Nick’s brother is suspected of a brutal murder, he travels to San Diego, California to prove his innocence. I like to bring characters from one trilogy to another, it gives continuity to all my books even though the stories can stand alone. Like my first trilogy, Speak No Evil is a romantic thriller about the evils that man can do to man. The differences are that I focus on one family (the Kincaid’s) who have starring roles in each book, and they all take place in the same area (as opposed to moving locations in the Predator Trilogy.) I also think that the topics of each story are more timely to what people face today.

The “No Evil-Trilogy” is about the members of the Kincaid-Family. How will the books be connected?

Each book has on-line predators as the theme. In Speak No Evil, a young college student is brutally murdered and the police discover she had an anonymous sexually explicit website. In See No Evil, a group of teen-age thrill killers meet through an on-line therapy group. And in Fear No Evil, the youngest Kincaid—eighteen year old Lucy—is kidnapped by a man she met on-line. As a mother and someone active on-line, I was very interested in exploring the dangers of the Internet. I’ve learned that since Speak No Evil came out, several high school teachers have assigned it to older teens because it addresses dangers they face in a practical way.

How do you organize your writing with a household and raising five children? Isn’t that difficult?

I’m no different than any other working mother! We all have to juggle family and career. I write when the kids are in school and consider myself very lucky that after school I can take the kids to sports practice or go to games. In my previous job, I worked a regular “nine-to-five” job and couldn’t take time to go on field trips or participate in sports and other events. However, because I write three books a year I find that after our evening meal, I’m back working in my office. I also don’t “sweat the small stuff” meaning that if the house is messy, I don’t panic.

Does the experience from your former job in the California State Legislature help you with writing your books?

I didn’t learn anything specific in the Legislature related to writing, but working on public safety issues taught me a lot about crime in general. Also, because I worked with a wide variety of people I learned a lot about human nature and why people do things. Working in an environment like the Legislature was great for “people watching” so I absorbed mannerisms, attitudes, different ways people talk and act so that I hope my characters seem real to my readers. This particularly helps with secondary characters when I want to convey basic information in a sentence or short paragraph.

I also learned how to research in my previous job, and having that skill has immensely helped in finding the information I need to write crime fiction.

In all your books you don’t tend to show your readers an ideal world. Your characters have faults and are far from being perfect. Why is this so important for you?

Our world is not perfect, and I want to mirror our world. I don’t like too-perfect characters or too-evil villains. I want to show human strengths and weaknesses, and I think heroes are more heroic if they have their own personal fears or concerns. Bravery is confronting your fear and still doing the right thing. We make mistakes, my characters make mistakes. The key difference is that ultimately, my protagonists will be the heroes we all hope we would be in the same circumstances. My villains are bad, but I hope to show readers how they turned out bad. What path they went down, the choices they had, and why they made the wrong choice.

What is the fascination in combining Suspense and Romance for you?

I love suspense. I love the pace, the heart-pounding thrill of being scared and fearful for characters I care about. I also love happy endings. My heroes and heroines go through a lot of bad stuff; they deserve to have a happy ending. Nothing matters as much as when someone you love is in danger. When the stakes are higher, the happily-ever-after is all that much sweeter.

When you start writing one of your books, do you know the whole action already, or does it develop at the writing process?

I never know what’s going to happen in my books! I usually don’t even know how it’s going to end, other than the bad guy gets what’s coming to him (or her!) The story comes out as I write, and I believe in writing a fast first draft, then going back and heavily revising the story so it all comes together.

Where do you take the ideas for your books from?

My ideas come from everywhere, as well as in my imagination. I’ll read a news story, and my mind will go off and start extrapolating what if this happened? What if the victim was this person? What if . . . ? In Speak No Evil I’d read a real-life tragedy about a seventeen-year-old who had a sexually explicit blog. She was killed by her one-time boyfriend who she met through her blog. I began to research why teenagers feel the need to post explicit photos of themselves online—for example, those photos are there forever. They never go away once they’re on the Internet. It’s truly a tragedy, not just those who are physically hurt or killed, but emotionally and psychologically the choices young people make today have long-term repercussions.

I also do a lot of hands-on research which gives me insight into both law enforcement and criminals. For example, recently I participated in an FBI SWAT drill where I played a victim in a school shooting. Being in the middle of the “action” and watching how the “bad guys” act and the choices they make—which were modelled after real-life situations—as well as how the “good guys” make decisions, helps tremendously when I go into the head of my characters. At the end of September, I’ll be spending a week at Quantico, the FBI Academy, and FBI Headquarters in Washington DC, which will be very helpful in the series I’m now writing.

Can you give us a foretaste to the next book of the Trilogy, “See no evil”? What can we expect?

See No Evil stars Connor Kincaid, the private investigator brother of Speak No Evil’s heroine. He’s hired to help prove that prosecutor Julia Chandler’s young niece is innocent of killing her stepfather. Julia and Connor uncover a group of violent teenagers who met through an online anger management group led by an unscrupulous psychiatrist. The spark of the idea came to me when I was watching a documentary about four teenage boys who killed a teacher “for fun.” The group dynamic—how people behave differently in groups than they do by themselves or even in pairs—intrigued me.

Quellennachweis

Photo: © Allison Brennan

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