Vita Antje Babendererde
(Text: JK)
Antje Babendererde wurde 1963 in Jena geboren, erlebte ihre Schulzeit und das Abitur in Gotha. Danach entschied sie sich für eine Lehre im Töpferhandwerk, die sie dann 1985 abgeschlossen hat.

Bis 1990 hatte die Autorin ein umfangreiches Arbeitsgebiet als Hortnerin, Töpferin, Arbeitstherapeutin und betrieb auch eine eigene Töpferwerkstatt.
Mit dem jüngsten geschichtlichen Umbruch, in der Deutschen Geschichte, der Fall der Mauer der die Auflösung der DDR zur Folge hatte, änderte sich auch bei Frau Babendererde einiges im beruflichen Leben.
Sie beschäftigte sich fortan mit literarischen Themen und da besonders mit dem Thema „Indianer“. Eine sehr umfangreiche Thematik, die sie schon seit ihrer Kinderzeit fasziniert hat.
Seit 1994 hat sie auch verschiedene Reservate in Nordamerika besucht und von dort viele Inspirationen für Bücher mitgebracht. Sie tauchteein in eine Welt voller Geschichten, Erinnerungen, Mythen und auch bitterer Erfahrungen, denn die Welt der Indianer ist problembelastet und geprägt von ständiger Bedrängnis.
All diese Erfahrungen verarbeitet sie in den Büchern und versucht, vor einem realistischen Hintergrund, immer Ihre Eindrücke und Erlebnisse miteinfließen zu lassen um der Wahrheit jedes Mal ein Stück näher zu kommen.
Seit 1996 arbeitet Frau Babendererde als freie Autorin und verdient ihr tägliches Brot mit dem Schreiben.
Frau Babendererde ist Mitglied des Schriftstellerverbandes VS und DeLia Mitglied seit 2007. Mit Ihrer Familie - Mann und zwei Kindern - lebt Frau Babendererde in Liebengrün/Thüringen.
Homepage der Autorin Antje Babendererde
Eure Jana
Bibliographie
Es gibt einen Ort in uns; Erzählungen - Jasmin Verlag – Rudolstadt; 1996
Der Pfahlschnitzer - Hannah Verlag - Stade; 1999
Der Walfänger - Merlin Verlag - Gifkendorf; 2002
Der Gesang der Orcas (Kerstin)
Wundes Land (Kerstin)
Die Suche - Merlin Verlag - Gifkendorf; 2005
Lakota Moon - Arena Verlag; 2005
Talitha Running Horse - Arena Verlag; 2005
Libellensommer (Kerstin)
Zweiherz; Bertelsmann – Jungendbuch; 2007
Die verborgene Seite des Mondes (Kerstin)
Starlight Blues: In der Kälte der Nacht - Krimi - Merlin Verlag - Gifkendorf; 2009
Findet mich die Liebe? - Arena Verlag; 2009
Fragen und Antworten
Was war der Ausschlag für eine Töpferlehre?
Schon als Kind hatte ich große Lust am Gestalten (genauso wie am Schreiben) und so entstand der Wunsch, Töpferin zu werden. Damals bin ich aber auch von meinen Eltern in diese Richtung „gelenkt“ worden, denn als Töpfermeister/in konnte man in der DDR ein relativ freies Leben führen.
Später erwies sich meine Leidenschaft für das Schreiben als die stärkere. Im Augenblick ruht meine Töpferwerkstatt vollkommen.
Wie wurde das Interesse für „Indianer“ geweckt?
Als junges Mädchen las ich sämtliche Indianerbücher, die ich bekommen konnte und habe mir jeden Indianerfilm angesehen, der in den Kinos gezeigt wurde. Ich war gerne in der Natur, (Hütten bauen, Pfeil und Bogen basteln, Pilze und Wildpflanzen sammeln, Tiere beobachten) hatte eine abenteuerliche Fantasie und so entstand mein Interesse an den Ureinwohnern Amerikas. Schon damals blieb es nicht beim historischen Geschehen, ich wollte wissen, wie das Leben der Indianer im heutigen Amerika aussah. Leider waren meine Informationsmöglichkeiten damals sehr beschränkt. Aber schon als Jugendliche habe ich Indianergeschichten geschrieben.
Welches Reservate bzw. Indianerstämme haben Sie besucht?
Auf meinen Reisen eine ganze Menge. In jenen Reservaten, über die ich geschrieben habe, bin ich länger geblieben, um die Menschen und ihr Leben besser kennenzulernen. Das waren die Cree, die Navajo, die Cheyenne, die Lakota von Pine Ridge, die Makah an der Nordwestküste und im vergangenen Jahr die Quileute in La Push. Mein nächstes Jugendbuch wird in der kleinen Indianersiedlung La Push am Pazifik spielen.
Wie hat Ihr Umfeld reagiert, als Sie 1990 mit den Schreiben begonnen haben?
Zunächst wurde ich wenig ernst genommen. Mein Mann hat viel und schwer gearbeitet, um unsere kleine Familie zu ernähren und das hundert Jahre alte Bauernhaus zu erhalten, das wir erworben hatten. Und ich saß in der Küche mit unserer Erika-Schreibmaschine und schrieb Indianerromane.
Das war nicht leicht. Ich hatte gegen viele Widerstände zu kämpfen, Freunde und Familie, die mir wohlmeinend anrieten, es mit „richtiger Arbeit“ zu versuchen. Aber mein Mann hat mich schreiben lassen und mich später sogar allein nach Amerika reisen lassen. Die moralische Unterstützung meiner Mutter hatte ich von Anfang an. Es dauerte dann aber doch vier Jahre, bis mein erstes Büchlein erschien. Und noch einmal sieben Jahre, bis ich von meiner Arbeit leben konnte.
Was gab den Ausschlag zum Schreiben?
Die Schreiblust war da, seit ich schreiben konnte. Nur hat das keiner ernst genommen, nicht einmal ich selbst. Nach der Wende, als meine Kinder in die Schule und den Kindergarten gingen und das Interesse der Leute an Töpferwaren enorm gesunken war, begann ich ernsthaft zu schreiben. Es war wie eine Offenbarung, als ich merkte, dass ich meine Berufung gefunden hatte.
Wie entsteht ein Buch bei Ihnen?
Manchmal habe ich eine Geschichte schon im Kopf (entstanden durch eine Fernsehmeldung oder einen Zeitungsartikel) und dann reise ich an Ort und Stelle um zu recherchieren. Meistens entstehen die Geschichten aber auf meinen Reisen. Sie sind eine Mischung aus Erlebtem, Gehörten und meiner lebendigen Fantasie.
Ich mache mir viele Aufzeichnungen während ich unterwegs bin. Zuhause wird dann alles sortiert und einfach losgelegt. Bei mir entstehen die Geschichten beim Schreiben. Ich mag es, meinen Figuren die Freiheit zu lassen, sich zu entwickeln. Manchmal tun sie das in eine ganz andere Richtung, als ich es angedacht hatte.
Wie verbringen Sie die Freizeit, da ja Mann und Kinder auch noch „Aufmerksamkeit“ möchten?
Ich glaube, richtig Freizeit habe ich nur, wenn ich mit meinem Mann verreise oder bei Freunden zu Besuch bin. Wenn ich im Garten oder auf meinem Lieblingssofa sitze und lese. Ansonsten arbeite ich immer irgendetwas. Unser hundert Jahre altes Haus, der Hof und der Garten machen viel Arbeit und zum Schreiben gehört mehr unangenehme Büroarbeit als man sich vorstellen kann. Unsere Kinder studieren inzwischen beide, unsere Tochter in Lyon und unser Sohn in Kassel. Die sind selten zu Hause und wenn sie da sind, bin ich natürlich für sie da.
Bei was können Sie so richtig Abschalten?
Wenn ich mit guten Freunden zusammen bin und lachen kann. Wenn ich in Amerika am Ozean wandere, auf Berge oder durch den Regenwald. Wenn ich einen guten Film sehe und natürlich wenn ich ein spannendes Buch lese.
Welches Land würden Sie gerne mal besuchen, haben es bisher aber nicht geschafft?
Da gibt es eine ganze Menge. Auf jeden Fall möchte ich einmal nach Südamerika.
Ihr Lieblingsessen, -buch, -farbe, - tier und -film?
Lieblingsessen: Gibt es nicht. Ich bin ein sehr neugieriger Esser und es gibt viele Gerichte, die herrlich schmecken.
Lieblingsbuch: Da gilt dasselbe. Es gibt viel zu viele, sehr verschiedene, wunderbare Bücher, als dass ich mich auf eines festlegen könnte. In meiner Kindheit war „Robinson Crusoe“ mein Favorit.
Auch bei der Farbe gibt es bei mir keine Festlegung. Ich mag Naturfarben: Terra, Meergrün, Taubenblau ...
Mein Lieblingstier ist die Maus. Auch wenn wir inzwischen eine Katze haben.
Lieblingsfilm: „Die Falle“ mit Rita Tushingham und Oliver Reed
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
„Das Spiel des Engels“ von Carlos Ruiz Zafón.
Quellennachweis
Foto: © Antje Babendererde