Vita Hanna Dietz

Ich bin 1969 geboren, habe nach dem Abi Sportwissenschaft an der Deutschen Sporthochschule Köln studiert, danach als Praktikantin in den Journalismus reingeschnuppert und bin dabei geblieben. Ich habe ein Volontariat beim WDR gemacht und arbeite als freie Journalistin und Autorin. Ich wohne in Bonn.

Eure Hanne Dietz

Bibliographie

Meuterei der Hormone (2007)
Das Jahr, in dem ich überhaupt keinen Sex hatte (Kurzgeschichte) / Aus der Anthologie Weihnachten für Verliebte (2007)
Mein unheimlich romantischer Mann (Simone) (2008)

Fragen und Antworten

mit Hanna Dietz

(Text: SG)

Sie haben 2007 Ihren ersten Roman, „Meuterei der Hormone“, veröffentlicht. Wie der Titel schon andeutet, geht es um eine Frau, die unbedingt ein Baby möchte und dafür bereit ist, so ziemlich alles zu tun, woraus sich auch witzige Situationen ergeben. Wie kamen Sie auf die Idee zu dem Roman? Steckt auch ein bisschen Autobiographisches drin?

Ja, in Meuterei der Hormone steckt einiges an Autobiographischem drin. Ich hatte an mir und meinen Freundinnen beobachtet, dass viele gerne Mamas werden wollten, es aber aus unterschiedlichen Gründen (noch) nicht konnten. Bei den Singlemädchen leuchtete der Grund ein, warum das nicht ging. Aber bei vielen war es so wie bei mir, nämlich dass die Männer noch nicht bereit dazu waren. Aber wenn man erstmal seine biologische Uhr richtig ticken hört, dann will man sich auch nicht immer weiter vertrösten lassen! Nicht, dass ich auch solche verrückte Sachen gemacht habe, um an ein Baby zu kommen wie die Romanheldin Anna. Da konnte ich mich gerade noch zurückhalten … Nein, im Ernst: Der Roman ist witzig und übertrieben, hat aber dennoch einen wahren Kern: Die biologische Uhr kann einen wahnsinnig machen! Und irgendwann muss man einfach sagen: Worauf warten? Später ist jetzt! Zum Glück tat mein Liebster das auch. Während ich den Roman schrieb, wurde ich schwanger!


Ihr neuer Roman „Mein unheimlich romantischer Mann“ ist vor kurzem erschienen. Wovon handelt er? Was möchten Sie unseren Lesern darüber erzählen?

Lotte hat den unromantischsten Heiratsantrag aller Zeiten bekommen und wünscht sich nichts sehnlicher, als dass ihr Jan endlich romantisch wird. Als er es aber nach verkorkster Hochzeit und Katastrophen-Hochzeitsreise tatsächlich wird, passiert etwas, womit sie niemals gerechnet hätte: Ihre Probleme fangen jetzt erst richtig an. Denn noch schlimmer als ein unromantischer Mann, ist ein wirklicher Romantiker!


„Meuterei der Hormone“ fand ich turbulent, temporeich und witzig geschrieben. Sind Sie auch in Wirklichkeit eine so witzige und ein bisschen quirlige Person?

Sagen wir mal so: ich lache sehr gerne und freue mich immer über gute Witze. Aber Leute, die sich selbst für witzig halten, sind meistens unerträgliche Nervensägen. Und was die Quirligkeit angeht, übertrifft meine Phantasie mein echtes Leben um Längen!


Zu Ihren Schreibanfängen: Wollten Sie schon immer Autorin werden?

Mein Kopf antwortet darauf: „Nein.“ Mein Bauch sagt: „Ja.“ Ich hatte nie einen Gedanken daran verschwendet, tatsächlich Schriftstellerin zu werden – bis ich 2002 nach einem Fahrradunfall mit dem Schreiben anfing. Erst im Nachhinein ist mir klar geworden, dass der Wunsch zu schreiben, schon immer in mir geschlummert hat: Mit elf kaufte ich mir z.B. eine Schreibmaschine auf dem Flohmarkt und fing an, einen Krimi zu schreiben. Nach der ersten Seite gab ich auf. Das lag sicher auch daran, dass die Schreibmaschine ein altes Teil war, deren störrische Tasten es unglaublich anstrengend machten, überhaupt darauf zu tippen. Mit 16 habe ich eine längere Weihnachtsgeschichte geschrieben, später mir dann hin und wieder Notizen gemacht für Buchideen. All das fiel mir aber erst wieder ein, als ich mich wirklich an den ersten Roman setzte.


Es ist bekanntermaßen schwierig, einen Verlag für einen Erstlingsroman zu finden. Wie kamen Sie zu Piper?

Durch meine wunderbare Agentin Petra Hermanns von scripts for sale.


Wie läuft ein typischer Tag bei Ihnen ab?

Fragen Sie mich das in einem Monat noch mal und es wird sicher ganz anders aussehen. Ich erwarte gerade mein zweites Kind und bin sehr gespannt, wie es dann sein wird.


Welche Schreibgewohnheiten haben Sie? (z.B. am PC oder per Hand schreiben, bevorzugte Tageszeiten zum Schreiben usw.)

Ich schreibe immer, wenn es mein Job als Journalistin und mein Sohn es zulassen. Wenn er im Kindergarten ist, nehme ich den Laptop und schreibe da, wo ich gerade bin: Am Frühstückstisch, auf der Terrasse oder in meinem Arbeitszimmer.


Was mögen Sie gerne am Schreiben von Romanen und gibt es auch etwas, was Sie anstrengend finden?

Ich liebe es, mir Geschichten auszudenken. Man hat einfach immer was, womit man seine Phantasie beschäftigen kann. Am schönsten ist es, wenn die Personen, die man im Laufe des Schreibprozesses immer besser kennen lernt, einen selbst überraschen mit dem, was sie tun. Aber natürlich gibt es auch Momente, wo ich hängen bleibe und noch mal ganz neu überlegen muss. Und es ist auch anstrengend, eine Geschichte rund zu machen. Aber das Schöne ist: Man kann immer alles ändern!


Können Sie uns etwas über Ihre nächsten Schreibprojekte verraten und ob evtl. schon ein neuer Frauenroman in Arbeit ist?

Ein neuer Frauenroman ist in Arbeit – und soviel sei schon mal verraten: Es geht um das Thema „beste Freundin“.


Könnten Sie sich vorstellen, einen Roman für ein anderes Genre zu schreiben?

Ich habe einen Jugendroman für Mädchen zwischen 11 und 13 geschrieben, der im nächsten Jahr rauskommen wird. Und die Idee zu einem Kinderbuch schlummert auch noch in meinen Notizen.


Sie sind als freie Journalistin tätig, schreiben Romane und haben Familie. Verraten Sie unseren Lesern, wie Sie das alles unter einen Hut bekommen?

Ich versuche, mir die Zeit gut einzuteilen. Es gibt Phasen, da arbeite ich nur als Journalistin. Dann wieder schaufele ich mir ein paar Wochen frei, um zu schreiben. Das kann ich als Mutter aber auch nur deshalb gut, weil ich einen Mann habe, der mich unterstützt – und weil meine Schwiegermutter immer als Babysitterin einspringt, wenn wir sie brauchen!


Lesen Sie selbst gerne? Wenn ja, welche AutorInnen und Genres?

Ja! Ich habe eine große Vorliebe für gute Unterhaltungsliteratur, liebe zum Beispiel die Bücher von Sophie Kinsella und habe mich weggeschmissen vor Lachen bei „Fleisch ist mein Gemüse“ von Heinz Strunk. Historische Romane lese ich auch sehr gerne, besonders die aus dem alten Rom. Die SPQR-Reihe (römische Krimis) von John Maddox Roberts habe ich verschlungen, aber auch Colleen McCullough. Zurzeit lese ich gerade „Imperium“ von Robert Harris.


Haben Sie ein Lebensmotto?

Da halte ich mich an das kölsche Grundgesetz: Et kütt wie et kütt. Und: Et hätt noch immer jot jejange. Aber auch: Von nix, kütt nix.
Übersetzt heißt das: Es kommt, wie es kommt. Es ist noch immer gut gegangen. Von nichts, kommt nichts.


Welchen Traum möchten Sie sich in Ihrem Leben noch erfüllen?

Ich würde gerne mal eine Zeitlang woanders wohnen, mal ein halbes Jahr in Rom zum Beispiel.

Wenn Sie den Jackpot im Lotto gewinnen würden, was würden Sie mit dem Geld machen und sich evtl. für sich selbst leisten?

Das ist einfach: Ich würde soviel Zeit mit meiner Familie verbringen wie möglich. Und schreiben, schreiben, schreiben. Es wäre toll, sich darauf konzentrieren zu können und nicht noch nebenbei Geld verdienen zu müssen.


Vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg beim Schreiben!
Mögen Ihnen die Musen gewogen sein!

Quellennachweis

Portait: © Hanna Dietz

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