Vita Gabriella Engelmann

Gabriella Engelmann, geboren in München, ist gelernte Buchhändlerin. Nach einigen Jahren als Verlagsleiterin eines Kinderbuchverlages, spezialisiert auf Kinderbücher von Promis, arbeitet sie heute freiberuflich als Literaturscout und Autorin. Gabriella Engelmann lebt und arbeitet in Hamburg.

(Quelle: Droemer/Knaur)


(Text: SG)

Ich gebe es ja offen zu: Ich bin ein Fan von Gabriella Engelmanns Schreibstil. Als entspannt und gleichzeitig intelligent empfinde ich ihn. Und auch oft als sehr atmosphärisch, wenn sie z.B. eine Insel und ihre Bewohner beschreibt, wie in "Wolkenspiele".

Ihre Romane sind eine wirklich angenehme Lektüre.

Allerdings: Ich persönlich liebe Frechen-Frauen-Romane, sog. "Chick lits". Was mich schon öfter beim Lesen ihrer Romane zu dem Gedankenspiel und dem Wunsch verleitet hat, mich zu fragen, wie es denn wäre, wenn Frau Engelmann mal einen Chick lit schreiben würde - ich habe mir das als sehr gelungene Verbindung vorgestellt.

Groß war daher die Freude und die Überraschung, als ich den Klappentext zur turbulenten Frauenkomödie "Lügst du noch oder liebst du schon?" aufschlug und feststellte, dass die Autorin Rebecca Fischer - der Name sagte mir bis dato nichts - ein Pseudonym der Schriftstellerin Gabriella Engelmann ist.


Rezensionen auf Happy End Buecher

Gabriella Engelmann:
Eine Villa zum Verlieben (Doris)
Eine Villa zum Verlieben (Tina)
Inselzauber (Tina)
Wolkenspiele (Tina)
Wolkenspiele (Simone)

Rebecca Fischer:
Lügst du noch oder liebst du schon? (Simone)
Lügst du noch oder liebst du schon? (Tina)

Frage und Antwort (September 2010)


"Lügst du noch oder liebst du schon?" führt mich zu meiner ersten Frage: Liebe Frau Engelmann, können Sie Gedanken lesen?


So konkret sicher nicht. Ich würde mich aber generell als sensitiven und intuitiven Menschen bezeichnen. Dennoch sehe ich manchmal Dinge oder Ereignisse eher kommen als andere ;-).


Sie schreiben Jugendromane, eher ruhige erzählte Frauenromane und jetzt auch romantische Komödien. Wie stellen Sie sich auf die jeweiligen zum Teil unterschiedlichen Lesergruppen ein bzw. ist es schwierig beim Planen eines neuen Buches die Handlung und Schreibweise anders zu gestalten bzw. zu wechseln als bei seinem Vorgänger? Oder fällt Ihnen dieser Perspektivenwechsel leicht?

Zunächst einmal komme ich ja aus der Tradition der klassischen Chicklit. Das war schon mal eine gute Basis, um sich auf die jüngere Zielgruppe einzustellen. Viele dieser emotionalen Irrungen, Wirrungen und Unsicherheiten, die genretypisch sind, passen meiner Meinung nach sowieso eher zu dieser Altersgruppe. Außerdem war ich auch mal jung, das hilft enorm J.
Der Perspektivwechsel fällt mir leicht, sofern ich genügend zeitlichen Abstand zwischen den jeweiligen Büchern habe. Parallel könnte ich so was nie im Leben schreiben. Manchmal ertappe ich mich allerdings dabei, den jüngeren Protagonisten einen Life-Style anzudichten, den sie im wahren Leben gar nicht haben. Da verfrachte ich meine Heldin bei einer Reise durchaus mal in ein schickes Hotel, anstatt sie mit dem Schlafsack in der Jugendherberge unterzubringen. Zum Glück fällt mir das aber am nächsten Tag beim Korrekturlesen auf …


Sie haben im Buchhandel gearbeitet, als Verlagsleitung, sind freie Autorin und Literaturscout, sind das, was man als "Allrounder" bezeichnen kann. Was ist für Sie bei Ihrer Arbeit als Schriftstellerin die schönste Seite, was die eher anstrengendste?

Es gibt so viele schöne: die erste Idee, das Besprechen der Idee mit Agentur und Lektorat, die Unterschrift unter dem Vertrag, das Schreiben selbst, das fertige Manuskript, das erste Belegexemplar, die erste positive Rezension, eine begeisterte Lesermail, Lesungen – und vieles, vieles mehr …
Als zuweilen anstrengend empfinde ich die knappe Zeit, die ich zum Schreiben habe, weil Qualität für mich sehr eng daran gekoppelt ist, wie viel Zeit und Muße ich für etwas habe. Es passiert leider immer wieder, dass ich das gedruckte Buch lese und denke: Das hättest du besser machen können!


Ihr Alltag mit den verschiedenen beruflichen Tätigkeiten ist sicherlich sehr abwechslungsreich – gibt es trotzdem einen "typischen" Gabriella-Engelmann-Tag und wenn ja, wie sieht er aus?

Ich beschreibe jetzt mal meinen Ideal-Tag, den es aber natürlich nur sehr selten gibt: ich stehe halbwegs rechtzeitig auf (also VOR acht Uhr), meditiere und komme ganz ruhig im Tag an. Dabei trinke ich Kaffee im Bett und schaue auf das schnuckelige Bootshaus gegenüber. Danach halte ich meinen täglichen Telefon-Morgen-Plausch mit Steffi von Wolff und schreibe dann drei Stunden konzentriert durch. Die Mittagspause verbringe ich entweder mit lieben Kollegen, oder mit meinem Freund und danach geht’s wieder ab an den Computer. Gegen halb sieben lese ich nochmals alles durch und gehe dann spazieren, zum Sport oder tanzen. Das brauche ich, um aus der Fantasiewelt aufzutauchen und wieder auf dem "Boden" anzukommen.
Danach treffe ich mich entweder noch mit jemandem, oder schaue eine Folge einer aktuellen Lieblingsserie, oder einen Film auf DVD.


Wie kommen Ihnen generell die Ideen zu Ihren Büchern?

Sie sind immer das Ergebnis der Themen, die mich selbst gerade aktuell beschäftigen, oder von denen ich den Eindruck habe, dass sie anderen wichtig sind, also einer genauen Beobachtung meiner Umwelt. Meistens ist es aber so, dass die konkrete Idee "mich findet" und dann auftaucht, wenn mein Unterbewusstsein sie als erzählenswert "ausspuckt". Klingt vielleicht etwas seltsam, aber anders kann ich es nicht formulieren J.


Wie lange schreiben Sie im Durchschnitt an einem Buch und zu welcher Tageszeit haben Sie die besten Ideen?

Die konkrete Schreibzeit liegt – je nach Genre und Seitenumfang - zwischen vier Monaten und einem Jahr. Darin ist natürlich auch die Konzeptions – und Recherchephase enthalten.
Generell bin ich vormittags am produktivsten, weil da mein Kopf noch schön leer ist, und sich alles „entlädt“, was sich nachts in meinem Unterbewusstsein angesammelt hat.
Die Ideen selbst kommen mir meist in den Situationen, in denen ich sie am wenigsten erwarte – und so gut wie nie auf Knopfdruck.


Wie viel "Frau Engelmann" steckt in Ihren Büchern? Beschreiben Sie teilweise selber erlebte Situationen?

Was die Charaktere betrifft, eine ganze Menge. Was die Handlung betrifft: so gut wie nichts. Einzige Ausnahme: mein Romandebüt „Die Promijägerin“ und der Nachfolgeband „Jagdsaison für Märchenprinzen“, da habe ich ganz bewusst Erlebnisse beschrieben, die ich in meiner Zeit als Verlagsleiterin gesammelt habe. Natürlich sind die Promis verfremdet, wer sich aber ein bisschen in der Szene auskennt, weiß, wer gemeint ist ;-).


Wie würden Sie sich selber beschreiben? Was sind Sie für ein Mensch? Welche drei Charaktereigenschaften sind typisch für Sie?

Eine schwierige Frage ;-). Ich bin gefühlvoll, empfindlich, ängstlich und mutig, ungeduldig, begeisterungsfähig, hilfsbereit, zickig, liebevoll … also alles in allem: ein Mensch mit Ecken und Kanten wie jeder andere auch. Drei ganz typische könnte ich gar nicht benennen.


Lesen Sie selber auch gerne Bücher? Wenn ja, welches Genre bevorzugen Sie und gibt es Lieblingsautoren?

Natürlich lese ich sehr gern, deshalb bin ich auch Buchhändlerin geworden. Seit dem ich schreibe, wähle ich meine Lektüre allerdings sehr gezielt aus, denn beides parallel ist schwierig. Ich lese viel quer Beet, je nach Stimmung. Natürlich auch viele Bücher von Kolleginnen, speziell von meiner Freundin Steffi von Wolff. Einzige Ausnahme: Krimis und Thriller, dafür fehlen mir sowohl das Interesse als auch die nötige Nervenstärke.


Planen Sie schon eine neue romantische Komödie? Falls ja, möchten Sie unseren Lesern ein wenig darüber verraten?

Im Sommerprogramm 2011 erscheint im Diana-Verlag die zweite Rebecca Fischer-Komödie unter dem Titel Nur lieben ist schöner. In diesem Buch geht es um drei sehr unterschiedliche Freundinnen Ende dreißig, die auf der Suche nach der großen Liebe ständig über ihr eigenes Beuteschema stolpern, und sich mächtig wundern, dass sie ihr Leben zwar sonst wunderbar auf die Reihe kriegen – aber die ersehnte Beziehung ausbleibt.

Für die so genannten Jungen Erwachsenen erscheint im März 2011 die Chicklit Schluss mit lustig.
Da geht es um eine an sich glückliche Pessimistin, die durch einen Schlag auf den Kopf plötzlich zur Optimistin wird. Das Problem dabei: mit einem Mal läuft alles aus dem Ruder. Beruf, Freundschaften, Männer – alles muss neu betrachtet werden. Und neu erlebt …

Quellennachweis

Photo Gabriella Engelmann: © Peter Wolff Fotodesign

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