Vita Gabriela Galvani

(Text: JK)

Die Autorin Gabriela Galvani wurde in Norddeutschland geboren und entstammt einer Künstlerfamilie. Ihre Kindheit und Jugend erlebte sie zum Teil in Lugano, Italien, wo sie eine Klosterschule besuchte, in Bremen und in München, wo sie die Schule an einem weltlichen Gymnasium abschloss.

Nach der Schulausbildung studierte Sie Amerikanistik, Kultur-Management und Politikwissenschaften. Sie arbeitete lange Zeit als Redakteurin für Printmedien, sowie für das Theater und im Musik-Management.

Gabriela Galvani ist verheiratet, hat eine Tochter, und lebt mit ihrem Mann, nach Stationen in Paris, Nizza, München und Berlin, inzwischen wieder in einem kleinen Dorf oberhalb von Lugano.

Zu ihren Hobbies zählen antiquarische Bücher und Geschichten, alte Filme, gutes Essen und Reisen in schöne Städte - bevorzugt in Italien. ;-)

Als Schriftstellerin ist sie Mitglied in der Vereinigung DeLiA, im Autorenforum Montsegur und in der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur "Syndikat".

Aktuelle hat Gabriela Galvani das Buch "Die Hüterin des Evangeliums" abgeschlossen, dass im Juni 2010 erscheint und arbeitet nun an einem zeitgenössischen Krimi, mit dessen Recherchen sie bereits gut vorangekommen ist.

Eure Jana

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Bibliografie

Die Seidenhändlerin
, Aufbau Taschenbuchverlag, November 2008

Die Hüterin des Evangeliums, Aufbau Taschenbuchverlag, Juni 2010
Die Macht der geheimen Schrift
Augsburg, 1555: Als Christianes Mann, der Augsburger Verleger Severin Meitinger, ermordet aufgefunden wird, beschließt sie, die Druckereigeschäfte weiterzuführen – Mitte des 16. Jahrhunderts keine einfache Angelegenheit für eine alleinstehende
Frau. Zufällig entdeckt sie, dass ihr Gatte mehr als die üblichen Drucksachenherstellte. Man munkelt etwas von Verschwörung und einem geheimnisvollen Luther-Manuskript. Mussten Severin und der Autor Sebastian Rehm deshalbsterben? Im Laufe ihrer Nachforschungen sieht sich Christiane einer dunklen Machtgegenüber, die vor nichts zurückschreckt. Schließlich schwebt auch sie in Lebensgefahr und gerät in einen Wettlauf mit der Zeit, in dem es um nicht wenigergeht als den fragilen Religionsfrieden, der das Land vor dem Chaos bewahrt.

Eine dramatische Geschichte um Verrat, Mord, Liebe und Betrug
Die Autorin erweckt das Leben von Druckern, Verlegern, Buchhändlern undSchriftstellern des 16. Jahrhunderts spannend und detailgetreu zu neuem Leben. Die historisch belegten, schwierigen Verhandlungen, die schließlich zum "Religionsfrieden" zwischen Protestanten und Katholiken führten, beschreibt sieanhand der Geschichte einer jungen Frau, die völlig unvorbereitet plötzlich ihren Mann stehen muss und tapfer allen Widerständen trotzt. Vor der Kulisse einer derältesten und historisch bedeutsamsten Städte Deutschlands entsteht so ein buntes Bild aus der Welt des Buches, Religion und hoher Politik. (Quelle: Aufbau)

Frage und Antwort

Welche Künstler sind noch in Ihrer Familie beheimatet?

Jede Menge, vor allem Musiker, aber auch Maler. Ich bin jedoch das bisher einzige Mitglied der schreibenden Zunft.


Wie ist ein Wechsel von Lugano/Italien nach Bremen und München/Deutschland für ein Kind bzw. Jugendliche?

Ehrlich gesagt, ich habe das gar nicht so stark empfunden. Mein schulisches Umfeld blieb für eine gewisse Weile gleich, so dass ich sich mein Freundeskreis lange nicht veränderte. Ich empfand es als ausgesprochen nervig, jeden Tag meiner Schulferien am selben Ort zu verbringen und fast nie irgendwo anders hin zu verreisen. Ansonsten fügte ich mich klaglos dem Willen meiner Eltern.


Haben Sie erst eine "ordentliche" Ausbildung gemacht oder gleich mit dem Studieren angefangen?

Tels, teils. Erst waren die Sprachen dran, dann absolvierte ich ein Zeitungsvolontariat, viele Jahre später kamen ein Fernstudium dazu und dann noch ein paar Semester an der Uni.


Welche Sprachen sprechen Sie?

Englisch, Französisch und Italienisch.


Was macht den Unterschied aus für Printmedien zu arbeiten und dann für Theater und in der Musikbranche?

Ich empfand den Unterschied gering, denn mit PR bzw. Marketing hat ja alles irgendwie zu tun, gleichgültig, auf welcher Seite des Schreibtisches man sitzt. Meiner Ansicht nach ist die Ausbildung von Mitarbeitern einer Pressestelle oder Agentur viel zu betriebswirtschaftlich ausgerichtet und zu wenig journalistisch. Man tut sich leichter, denke ich, wenn man weiß, was auf der anderen Seite verlangt wird – oder was gleich in den Papierkorb wandert, wie die meisten Pressemitteilungen übrigens. Für mich persönlich war die Theaterarbeit die schönste. Ich liebe allein den Geruch von Theatern.


Wie standen Ihr Mann und Ihre Tochter zu den Stationen: Paris, Nizza, München und Berlin und Lugano?

Wir sind alle unruhige Geister. Mein Mann fand es toll, etwa Freitag Abend in ein Flugzeug zu steigen und an die Côte d’Azur zu fliegen. Und meine Tochter besitzt heute Freunde, die rund um den Globus verteilt leben. Dank Internet kann sie die Kontakte pflegen und bewahren.


Wie laufen die Recherchen zu Ihren Büchern ab? Alles per Internet oder auch vor Ort ? Beim ersten Buch sind es ja Lugano und Como, beim zweiten ist es Augsburg.

Im wesentlichen lese ich Bücher, die sich mit meinen Themen beschäftigen, meistens sind dies antiquarische Werke. Die Anfangsrecherche, also das Basiswissen, hole ich mir natürlich im Internet, und auch beim Schreiben ersetzt das Internet zuweilen einen Blick ins Lexikon, aber es kann nie alle Fragen- und Themenkreise abdecken. Vor Ort zu sein ist sehr wichtig, man atmet die Luft seiner Protagonisten (wenn auch mit deutlich mehr Blei als im 18. oder 16. Jahrhundert), nimmt ein wenig von der Stimmung wahr – und wenn es nur der Stand der Sonne zu einer bestimmten Tageszeit ist. Da ich in Lugano aufgewachsen bin und Como nur 20 km entfernt liegt, kenne ich dort fast jeden Stein. Augsburg habe ich erst durch meine Recherche kennen gelernt, die Geschichte dazu steht im Nachwort der "Hüterin des Evangeliums".


Zu welcher Tageszeit arbeiten Sie am liebsten an ihren Büchern?

Eigentlich am Vormittag. Da ich eine berufstätige "Familienmanagerin" bin, halte ich mich an relativ normale Arbeitszeiten, denn ich muss ja noch einkaufen, mit dem Hund spazieren gehen und abends meinen Mann bekochen.


Welche schöne Stadt haben Sie zuletzt bereist?

Das war Speyer. Dort wird nämlich mein nächster Roman spielen.


Kommen Sie auch noch selber zum Lesen in letzter Zeit?

O ja. Ich bin der Auffassung, dass man nicht schreiben kann ohne zu lesen. Außerdem gehört meiner Ansicht nach Konkurrenzbeobachtung zum Geschäft. In den nächsten Monaten werde ich sogar noch sehr viel mehr lesen als sonst, da ich seit neuestem Mitglied der Jury für den Delia-Literaturpreis bin.


Eine kurze Frage zuletzt: Werden jetzt nur noch Krimis geschrieben oder auch wieder historische Romane?

Das mit den Krimis wird vorläufig noch ein Wunsch von mir bleiben, mein Verlag möchte weiterhin lieber historische Romane haben. Allerdings habe ich mit mir selber einen Kompromiss ausgehandelt: Ich schreibe historische Romane, in deren Vordergrund eine kriminelle Handlung steht. "Die Hüterin des Evangeliums" macht da den Anfang. Immerhin geschehen drei Morde, es gibt eine Verschwörung, Fälschungen, Lebensgefahr für meine Heldin und dann noch einen Ermittler – das ganze Programm also. Die Fortsetzung wird ein historischer Gerichtskrimi sein – allerdings natürlich auch mit allen Elementen eines historischen Romans, viel Liebe und einem Happy-End.


Eine herzliches Dankeschön an Frau Galvani für die Zeit, die Sie sich für das Interview genommen hat.

Quellennachweis

Photo: © by Gabriela Galvani

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