Vita Kristan Higgins
Kristan Higgins hat schon immer geschrieben, wenn auch zunächst nur Dinge betreffend, wie Öffentlichkeitsarbeit, Werbung oder Recherche. Und seit dem sie Kathleen E. Woodiwiss „Shanna“ von Nachttisch ihrer Großmutter geschnappt hat hegt sie die Liebe zu Liebesromanen.

Als ihre Kinder noch klein waren, hat sie eines Nachmittags beides, ihre Liebe zum Schreiben und die zu Liebesromanen, miteinander verbunden und sich daran gemacht eine Autorenkarriere zu starten.
Dass ihr dies nicht nur in ihrem Heimatland gelungen ist, sondern die Autorin nun auch in Deutschland begeisterte Fans gefunden hat ist Geschichte.
Kristan Higgins humorvoll geschriebene Bücher drehen sich um Freundschaft, Familie und die Suche nach Mr. Right. Ihre Charaktere sind durchschnittliche Typen wie du und ich und die Geschichten erzählen von Liebe und Leben mit all seinen Fallstricken und Höhenflügen.
Eine ganz besondere Rolle in den Büchern der Autorin bleibt jedoch ihren Hunden vorbehalten, die die Autorin von ganzen Herzen liebt. Auf Kristan Higgins Homepage kann man mehr über ihre Tiere erfahren.
Homepage der Autorin Kristan Higgins
Frage und Antwort
Beim Betrachten Ihrer Bücher, könnte man glatt vermuten, dass Heimat sehr wichtig für Sie ist. Was lieben Sie besonders an Ihrem Heim und an Ihrer Heimatstadt?
Meine Heimatstadt hat sich nicht wirklich viel verändert. Die Bibliothek noch genauso gemütlich und ruhig wie früher und einige der Bibliothekare, die schon in meiner Kindheit dort arbeiteten, sind immer noch dort beschäftigt. Die Eisdiele verkauft immer noch die besten Eiskaffee- Milchshakes der Welt und der landwirtschaftlichen Messe gelingt es auch heute noch, mich zu begeistern. Es ist tröstlich, wenn man nahezu an jedem Platz in der Stadt jemandem begegnet, den man kennt. Viele Bewohner kennen mich bereits seit meiner Kindheit und erfreuen sich an meinem Erfolg.
Was würden Sie sagen, sind Ihre größten Stärken als Autor?
Ich denke es ist die Fähigkeit Humor und Pathos zu vermischen… emotionale Ehrlichkeit in der Liebe darzustellen, die nicht nur ein Gefühl ist, sondern ein Gemisch aus vielen Dingen, die zusammen betrachtet , manchmal uneins miteinander sind. Meine Charaktere müssen sehr viel daran arbeiten, bis sie ihr Happy End bekommen und das ist es, was mich am meisten erfreut- die emotionale Komplexität all der Charaktere in meinen Büchern.
Gibt es Bücher oder Autoren die Sie für Ihre Arbeit beeinflusst haben?
Ich denke, jedes Buch, das ich jemals las, hat mich in gewisser Weise beeinflusst. Ich bewundere so viele Autoren, aber ich kann sagen dass ein oder zwei von ihnen meine Arbeit besonders beeinflusst haben. In mancher Hinsicht begann ich mit dem Schreiben von dieser Art von Büchern, weil ich etwas Vergleichbares nicht finden konnte… Liebesromane die mehr zu bieten haben, als nur eine schöne Heldin und schneidige Helden, Geschichten in denen Dinge wie Familie, Sehnsucht, Selbstachtung und niedliche Tiere miteinander kombiniert werden.
Was war eines der überraschendsten Dinge, die Sie über sich beim Schreiben Ihrer Bücher gelernt haben?
Das ist eine großartige Frage! Ich glaube das bin ich bislang noch nicht gefragt worden. Hmmm. Ich schätze dass ich gerade in Zeiten, wenn ich besonders kämpfen muss, meine beste Arbeit abliefere. Es macht keinen besonderen Spaß, aber es scheint wahr zu sein. Leider!
Nicht nur auf Ihrer Homepage, auch in Ihren Büchern stößt der Leser unweigerlich auf Hunde. Was denken Sie ist so faszinierend an Hunden? Und was bedeuten (Ihre) Hunde für Sie?
Ich glaube, Hunde repräsentieren Dinge wie Loyalität und unverbrüchliche Liebe, und lassen es nicht zu, dass wir uns jemals zu ernst nehmen.
Zum Beispiel beginnt meine Hündin damit mich anzustarren, wenn sie Aufmerksamkeit möchte. Ich könnte die Brandenburg Konzerte schreiben, und es würde sie nicht interessieren… sie starrt nur und starrt, im Versuch mich zu hypnotisieren, bis ich das tue, was sie will.
Wirf mir den Ball zu… wirf mir den Ball zu. So ist sie in dieser Hinsicht sehr gut für mich.
Sie schreiben wundervolle romantische und lustige Komödien. Es scheint mir jedoch sehr harte Arbeit zu sein, amüsante Geschichten zu schreiben? Oder geht Ihnen die Arbeit eher locker von der Hand?
Und nebenbei gefragt, was bringt Sie zum Lachen?
Manchmal ist es leicht! Einige Szenen sprudeln förmlich aus mir heraus. Aber in anderen Momenten ist es so mühsam wie Zähneziehen und dann sage ich zu mir selbst „ Schreib es erst unten nieder, ändern kannst Du es auch später noch.“
Meine Kinder haben beide einen schönen Sinn für Humor und sie bringen mich immer zum Lachen. Genauso wie ich es unglaublich lustig finde, wenn meine Mutter hinfällt. Das macht mich vielleicht zu einer schlechten Person, aber um das mal klarzustellen, sie lacht genauso sehr über meine eigene Ungeschicktheit.
Was würden Sie sagen sind die wichtigsten Zutaten einer romantischen Komödie?
Charaktere die einen guten Grund dafür haben, zusammenzufinden, aber auch genauso gute Gründe dafür haben, getrennt zu bleiben. Eine schrullige Familie, ein oder zwei unverschämte Ereignisse, Ehrlichkeit.
Wie entwickeln Sie ihren Plot und ihre Charaktere?
Gott, das dauert ewig! Normalerweise beginne ich mit einem „Was wäre wenn- Szenario“. Was wäre, wenn Du denkst, Du hast den perfekten Mann gefunden, nur um dich dann in einen vollkommen anderen zu verlieben? Was, wenn du einen Freund erfunden hast? Was, wenn du für einen Priester schwärmst? Dann werfe ich einen Blick auf ihre Familien und deren Hintergründe und überlege, wie ich ihr Leben etwas schwerer gestalten kann. Vor allem Konflikte treiben die Geschichte erst voran.
Wenn sie eine ihrer Romanfiguren treffen könnten, wen würden Sie wählen?
Ich denke Chastity aus “Just one of the Guys”. Sie war so witzig.
Warum haben Sie die “Ich-Form” für Ihre Bücher gewählt?
Es entsteht dabei eine besondere Vertrautheit mit der Hauptfigur; du fühlst dich, als ob Du die Person bereits sehr gut kennen würdest. Davon abgesehen schreibe ich ja auch in der dritten Person und genieße es in den Kopf des Helden zu schlüpfen.
Auf welche Dinge muss man als Autor besonderes achten, wenn man in der Ich-Form schreibt?
Das Wahre ist nicht immer das, was der Erzähler/die Erzählerin denkt, auch wenn sie noch so sehr überzeugt davon ist, dass sie Recht hat.
Was bedeutet Recherche für Sie - Vergnügen oder Pflicht?
Ich liebe Recherche! Meine Nachforschungen bringen mich mit Leuten zusammen, die einen Job haben, den ich nicht kenne, um darüber zu sprechen… Ein Anwalt, oder ein Bäcker, ein Arzt oder jemand mit einer Leseschwäche. Und Google und ich sind dicke Freunde. Ich kann mir gar nicht vorstellen ohne das Internet arbeiten zu können.
Was ist die Herausforderung dabei Recherche zum Leben zu erwecken und in eine Geschichte einzubinden?
Ich denke, dass es heikel sein kann, recherchierte Dinge in den Gedankengängen der Charaktere einzubinden, anders als wenn man die Fakten einfach aufzählt.
Haben Sie einen Lieblingsliebesroman? Ein Buch, das sie nicht aus der Hand legen konnten?
Eines meiner Lieblingsbücher ist „The Pursuit of Alice Thrift“ von Elinor Lipman. Außerdem “Vom Winde verweht“ von Margaret Mitchell.
Und zum Schluss: Bitte vervollständigen Sie den Satz: “Ein Buch ohne “Happy End” ist .....”
… wie ein Morgen ohne Kaffee. Man ist durcheinander, verwirrt und hat es schwer, durchzuhalten.
Question and Answer
Looking at your books, I guess home is very important for you. What do you love most about your home and hometown?
My town hasn’t changed much—the library is still cozy and cool, and some of the librarians from my childhood still work there. The ice cream stand still has the best coffee milkshakes in the world, the agricultural fair still gives me a thrill. It’s comforting to walk into virtually any place in town and know at least a few people. A lot of folks have known me since I was a little kid and get quite a kick out of my career!
What would you say are your greatest strength as a writer?
I think the ability to blend humor and pathos together…emotional honesty, in that love is not just one emotion; it’s a bundle of things that are sometimes at odds with each other. My characters have to do a lot of work to get their happy endings, and that’s what I enjoy most—the emotional complexity of almost all the characters in the book.
Are there books or authors who influenced your work?
I think every book I’ve ever read has influenced me in some way. I admire so many authors, but I can’t say that one or two in particular have influenced my work. In some respects, I started writing the type of books I did because I just couldn’t find them…romances that were more than beautiful heroines and dashing heroes, stories that combined family and longing and self-doubt and cute pets.
What was one of the most surprising things you learned about yourself while writing your books?
That’s a great question! I don’t think I’ve ever been asked that. Hmmm. I guess I learned that when I’m really struggling, I do my best work. It’s not a lot of fun, but it does seem to be true. Alas.
Not only on your homepage, even in your books, readers hit upon dogs. What do you think is so fascinating about dogs? And what mean (your) dogs to you?
I think dogs represent loyalty and unconditional love, and they don’t let us take ourselves too seriously. For example, my dog tends to stare at me when she wants attention. I could be writing the Brandenburg Concertos, and she wouldn’t care…she just stares and stares, trying to hypnotize me into doing what she wants. Throw me the ball. Throw me the ball. So she’s good for me that way.
You write wonderful romantic and funny comedies. To me it seems to be hard work to write such light and amusing stories? Or is this rather a easy-going job? And by the way, what make you to laugh?
Sometimes it’s easy! Certain scenes just leap out of me. Other times, it’s like pulling teeth, and I’ll say to myself, “Just get this down on paper. You can fix it later.”
My kids both have wicked senses of humor, and they get me laughing all the time. I also find my mother falling down horribly funny. This may make me a bad person, but for the record, she laughs just as hard at my own clumsiness.
What would you say are the main ingredients of a romantic comedy?
Characters who have a great reason to get together, and who also have great reasons to stay apart. A quirky family. An outrageous event or two. Honesty.
How did you develop your plot and characters?
Lordy, that takes forever. I usually start with a what-if scenario…What if you thought you had the perfect guy, only to fall for someone much different? What if you made up a boyfriend? What if you had a crush on a priest? Then I look into their families and backgrounds and see how I can make their lives more difficult. Conflict drives the story, after all!
If you could meet one of your novel characters who would you choose?
I think Chastity from Just One of the Guys. She was so much fun.
Why did you choose first person POV for your books?
There’s an intimacy with first person; you really feel like you know this person to the bone. That being said, I’m starting to write in third person as well and really enjoy getting into the hero’s head.
What do you have to pay attention to especially when using the first person POV?
The truth isn’t always what the narrator thinks it is, no matter how convinced she is that she’s right.
What means research to you - fun or duty?
I love research! Most of mine involves talking to someone with a job I never had…a lawyer or a baker, a doctor, someone with dyslexia. And Google and I are great friends. I can’t imagine working without the Internet at my fingertips.
To bring research to life and tie it perfectly into a story, what is the challenge thereby?
I think it’s tricky to weave the research into the character’s way of thinking, rather than just announce the facts.
Do you have a favorite romance? A book you can never put down?
The Pursuit of Alice Thrift by Elinor Lipman is one of my favorite books ever. So is Gone with the Wind by Margaret Mitchell.
And finally: Please complete the sentence: "A book without a "Happy End"
is …..like a morning without coffee. Muddled, confusing and hard to get through.
Dear Kristan Higgins thank you very much for the interview.
Quellennachweis
Homepage der Autorin
Photo by Marie Curtis