Vita Birgit Jaeckel
Fragen und Antworten
mit Birgit Jaeckel
Nicole:
"Die Druidin" ist Ihr Debütroman. Wann kam in Ihnen das erste Mal der Gedanke auf, ein Buch über die Zeit der Kelten zu schreiben?
Ich habe Ur- und Frühgeschichte studiert und meine Magisterarbeit über eine kleine keltische Siedlung in Süddeutschland geschrieben. Als ich dann beschloss, einen historischen Roman zu schreiben, lag es natürlich auf der Hand eine Zeit zu wählen, in der ich mich gut auskenne. Außerdem haben mich die Kelten schon immer – spätestens seit den Nebeln von Avalon – fasziniert.
Nicole:
Warum gerade diese Zeitepoche?
120 vor Christus war eine Zeit, in der zwei große Völker unserer Vorgeschichte aufeinander trafen: die Kelten, die in Süddeutschland und weiten Teilen Europas siedelten, sowie die Germanen im Norden. Dazu die Kontakte mit Italien und Griechenland, Völkerwanderungen, gewaltige befestigte Städte, Kriege, mächtige Stammesfürsten und Druiden ... Was will ein Autor mehr?
Nicole:
In Ihrem Roman wird erwähnt, wie sehr die Menschen der damaligen Zeit von ihrem Glauben an Seher und Druiden geprägt waren. Außerdem bringen Sie den Lesern auf unterhaltsame Weise den damaligen Glauben und diverse Rituale näher, wie ich finde. Wie viel Recherche war für ihr Buch nötig und haben Sie vielleicht Büchertipps für interessierte Leser, die mehr über die damalige Zeit erfahren möchten?
Es war mir wichtig, Hinweise darauf zu geben, wie nahe Geistliches und Weltliches damals beieinander lagen. Eine Trennung, wie wir sie heute vornehmen, ist ja im Grunde erst eine Errungenschaft der Aufklärung.
Über den Glauben und die Rituale der Kelten Süddeutschlands wissen wir sehr wenig, da uns die schriftlichen Quellen fehlen. Hinweise finden sich z.B. in Cäsars Gallischem Krieg. Ansonsten habe ich immer gerne in „Das Keltische Jahrtausend“ (Hrsg. H. Dannheimer und R. Gebhard) geschaut, und – besonders wichtig – in „Manching – Die Keltenstadt“ von Susanne Sievers. Dieses Büchlein befasst sich mit dem Oppidum von Manching („Alte-Stadt“ im Roman), dem Hauptschauplatz des Romans.
Nicole:
Wie ich in Ihrer Bio nachlesen konnte, haben Sie Vor- und Frühgeschichte studiert. Wie hilfreich war Ihr Studium für die Fertigstellung Ihres Buches?
Es war das A und O. Da wir kaum schriftliche Quellen über diese Zeit haben, sind wir auf archäologische Quellen angewiesen, also auf das, was sich im Boden erhalten hat. Da ich über eine Zeit geschrieben habe, in der ich selbst wissenschaftlich gearbeitet habe, war ich natürlich besonders streng mit mir selbst, denn ich bin ja noch nicht allzu lange aus der Universität und spüre sozusagen noch meinen Professor „im Nacken“ ;-).
Nicole:
Wie durchkonstruiert war Ihre Romanidee zunächst? Wussten Sie von Anfang an, welchen Verlauf Ihr Roman "Die Druidin" und das Schicksal der Heldin Talia, nehmen würde, oder ergab es sich erst beim Schreiben des Romans?
Nein, ich habe zuerst ein Konzept entwickelt, und nach dem habe ich dann Kapitel für Kapitel abgeschrieben. Allerdings habe ich den Roman am Ende noch einmal umgeschrieben und sehr vieles verändert.
Nicole:
Gibt es außer der Vor- und Frühgeschichte eine weitere Epoche der Geschichte die Sie besonders fasziniert?
Im Grunde wächst mein Interesse für alle Epochen immer noch, selbst für die, die ich während der Schulzeit noch ziemlich ätzend fand. In der Urgeschichte interessiert mich schon sehr die Altsteinzeit, gerade auch durch ihre Nähe zu den Naturwissenschaften und der Klimaentwicklung. Aber mittlerweile kann ich sogar den Römern sehr viel abgewinnen.
Nicole:
Sehr ansprechend empfand ich auch die Covergestaltung. Hatten Sie bei der Auswahl ein Mitspracherecht?
Titel und Cover sind Marketinginstrumente und liegen beim Verlag. Mir wurde der Cover-Entwurf natürlich vorgelegt und meine Meinung eingeholt, aber ich war sehr glücklich mit dem Cover, insofern gab es da keine Diskussion.
Nicole:
Was lesen Sie gerade persönlich?
Ich habe soeben Simone de Beauvoir „All Men Are Mortal“ beendet.
Nicole:
An was arbeiten Sie zurzeit? Wann dürfen wir uns auf ein neues Buch aus Ihrer Feder freuen?
Ich arbeite zur Zeit an einer Fortsetzung von „Die Druidin“, die in der nächsten Generation spielen wird, also mit Sumelis als Hauptperson.