Vita Iny Lorentz

Iny Lorentz

(Text: Jana Krug)

Das Schriftstellerehepaar Iny Klocke und Elmar Wohlrath veröffentlich unter verschiedenen Pseudonymen seine Bücher. Das bekannteste davon ist Iny Lorentz.

Iny wurde in Köln geboren, verbrachte dort die Schulzeit und erlernte den Beruf einer Arzthelferin. Das Abitur machte Sie auf dem Abendgymnasium. Es folgt eine Ausbildung zur Programmiererin. Aus persönlichen Gründen zog es sie 1980 nach München. Von 1981 bis 2006 war sie dort bei einer Versicherung beschäftigt.

Wie so oft begann auch bei Ihr das Schreiben schon sehr früh und es ergab sich dann die Gelegenheit, Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien zu veröffentlichen.

Den Weg einer Autorin beschritt sie mit einem Kinderbuch, welches sie zusammen mit ihrem Mann Elmar verfasst hat.

Dieser stammt aus Bayern und hat bis 2006 bei derselben Versicherung gearbeitet.

Das Ehepaar ist seit 1982 verheiratet und lebt jetzt als freie Schriftsteller in einem Dorf nahe München. Lieblingsbeschäftigung neben dem Schreiben sind Reisen mit dem Wohnwagen, auf denen ebenfalls fleißig geschrieben wird. Ein großer Teil dieser Reisen dient aber vor allem der Weiterbildung und Recherche, denn nach vollbrachtem Arbeitspensum werden Museen und die für die nächsten Romane wichtigen Originalschauplätze der Romanprojekte besucht, um authentisch zu sein und ein Gefühl für die Orte der Handlung zu bekommen.

Das Autorenpaar schreibt unter folgenden Pseudonymen:

Iny Lorentz
für Historische Romane
Nicola Marni für Thriller
Mara Volkers für Phantastik und Fantasy
Diana Wohlrath für Fantasy im Jugendbuch

Die Pseudonyme Iny Lorentz und Mara Volkers sind jeweils familiäre Zusammensetzungen.


Stillgelegte Pseudonyme:

Eric Maron
für Historische Romane (wurde aus verlagsinternen Gründen für zwei Romane verwendet)
Anni Lechner für Heimatromane

Eure Jana

Frage und Antwort

Die Geschichte biete vielfältigen Stoff für zahlreiche Bücher. Da fällt doch bestimmt die Entscheidung schwer, welchem Thema man sich zuerst widmen möchte?

I.L.: Natürlich verlockt es immer wieder, sich einem ganz speziellen Thema zu widmen. Darüber reden wir und schreiben auch die entsprechenden Exposés. Allerdings legen wir unserer Agentin und der Cheflektorin von Knaur in der Regel mehrere Exposés vor und sprechen mit ihnen ab, welches davon wir als Roman umsetzen sollen. Die Entscheidung ist daher für uns recht leicht, weil sie nicht allein auf unseren Schultern lastet. Außerdem schreiben wir jeden Roman mit der gleichen Freude, denn es sind ja unsere eigenen Ideen, die wir verwirklichen können.

Wie beginnt ihre Arbeit an einem Buch. Suchen sie sich zuerst einen Geschichtsschauplatz aus oder entstehen zunächst die Figuren für ihre Romane?

I.L.: Das ist sehr unterschiedlich. Bei unserem ersten historischen Roman „Die Kastratin“ hatten wir mit der Hauptperson auch gleichzeitig die Epoche, in der sie lebte, da in unseren Unterlagen genau auf diese Zeit hingewiesen wurde. Bei „Die Wanderhure“ hatten wir zunächst die Zeit und den Ort, den dem der Roman beginnen und enden sollte, nämlich Konstanz und das dort stattfindende Konzil. Erst danach entstand die Hauptheldin Marie. Bei dem im Spätsommer erscheinenden Roman „Die Rose von Asturien“ reizte uns die Zeit, sprich das späte achte Jahrhundert mit dem geschichtlichen Hintergrund, die Gegend, in der dieser Roman spielt, und die Hauptperson und ihr Umfeld. Was sich davon als erstes in unsere Köpfe geschlichen hat, können wir heute nicht mehr sagen.

Wie läuft eine Arbeit an einem Buch ab, das man zusammen mit einem Co-Autor schreibt? Bzw. was ist anders wenn man ein Buch allein schreibt.

I.L.: Zunächst hat man immer einen Ansprechpartner, der einem hilft. Das verhindert Schreibblockaden und sorgt dafür, dass wir kontinuierlich weiterarbeiten können. Die eigentliche Schreibarbeit haben wir gut organisiert. Wir entwickeln die Ideen und Exposés gemeinsam, die Recherche übernimmt zum größten Teil Elmar, der dann in enger Absprache mit Iny den Rohtext erstellt. Iny überwacht diesen Arbeitsschritt und greift sofort ein, wenn es nötig sein sollte, und hilft mit Rat und Tat. Danach überarbeitet Elmar noch einmal, kürzt Längen heraus und achtet auf die historische Stimmigkeit.

Anschließend übernimmt Iny den Text und beginnt zu feilen. Sie beseitigt übrig gebliebene Fehler, vertieft jene Stellen, an denen es nötig ist, und sorgt für eine flüssige, gut lesbare Sprache. Sie macht dies in fünf Arbeitsschritten, in deren Mitte der Text einmal ausgedruckt und auf Papier überarbeitet wird. Elmar ist in diese Arbeitsschritte voll eingebunden und gibt seine Kommentare ab, an welchen Stellen er dies und jenes geändert sehen will. Nach dem letzten Überarbeitungsschritt sind wir beide mit dem Text zufrieden und können ihn an unsere Agentur weitergeben.

Kommt man nicht Durcheinander, wenn man an mehreren Projekten gleichzeitig arbeitet, wie aus den Erscheinungsjahren zu ersehen ist?

I.L.: Nein. Wir sind beide in der Lage, von einem Text oder Genre zum anderen umzuschalten. Dies liegt ja schon in der Natur unserer Arbeitsweise. Während Iny einen von Elmar geschriebenen Rohtext überarbeitet, schreibt er ja bereits den nächsten Roman. Da wir immer die Arbeitsschritte des anderen mit verfolgen, arbeiten wir z.B. am Vormittag am eigenen Projekt und kümmern uns am Nachmittag um das, was uns der andere vorlegt.

Mussten es den 6 Pseudonyme sein? Oder wollte jeder Verlag ein eigenes Pseudonym? - Bei dem Thema denkt ja mancher Verlag, die Leser könnten das nicht verkraften, wenn ein Autor in verschiedenen Gebieten schreibt und man könnte es nicht auseinanderhalten.

I.L.: Unsere Agentin hat von Anfang erklärt, dass jedes Genre ein eigenes Pseudonym bedeutet. Es geht nicht an, dass Iny-Lorentz-LeserInnen plötzlich unter diesem Namen plötzlich auch einen Thriller oder Fantasy kaufen und, weil es eben nicht ihr Genre ist, hinterher enttäuscht sind. Es ist leichter, für jedes Genre eine eigene Leserschaft zu finden, als enttäuschte LeserInnen zurückzugewinnen. Das einzige Pseudonym, das nicht von uns oder unserer Agentin bestimmt wurde, war Eric Maron. Die beiden Romane „Die Fürstin“ und „Die Rebellinnen von Mallorca“ waren von uns als Iny-Lorentz-Romane gedacht, wurden aber aus verlagsinternen Gründen unter Eric Maron herausgebracht.

Wer gibt eigentlich bei 2 Autoren das Thema vor oder wird "ausgelost"?

I.L.: Bei uns gibt keiner etwas vor. Wir reden über Ideen, und gefallen sie uns beiden, notieren wir sie uns und fertigen nach einer gewissen Vorrecherche ein Exposé. Oft bringen wir beide Ideen ein, die sich dann hervorragend ergänzen, wie z.B. bei „Die Pilgerin“ oder „Die Feuerbraut“.

Wer hat das "letzte Wort" bei der Endfassung der Romane?

I.L.: Wir geben kein Manuskript weiter, mit dem nicht wir beide einverstanden sind. Das letzte Wort hat, wenn man es so sagen will, unsere Agenturbetreuerin. Diese liest den Roman, bevor er zum Verlag weitergeht, und streicht Kleinigkeiten an, die wir, sollte es nötig sein, noch umändern.

Wo gehen den die Urlaubsfahrten so hin? Werden die immer nach den Projekten gelegt oder auch mal nach Vorlieben?

I.L.: In den letzten Jahren sind die eigenen Vorlieben ein wenig in den Hintergrund getreten, da wir meistens Lesungen, Autorentreffen und Recherchefahrten miteinander verbunden haben. Allerdings achten wir darauf, während dieser Fahrten auch ein wenig Erholung zu finden. Es geht nichts über einen Morgen auf dem Campingplatz, wenn man auf dem Weg zur Dusche Kaninchen, Elstern, Dohlen und anderen Tieren zusehen kann und die Bäume um einen herum ein Gefühl eines grünen Waldes aufkommen lassen.

Welche Bücher außer denen mit sachdienlichen Hinweisen werden den im Hause Lorentz noch gelesen?

I.L.: Offen gesagt nur sehr wenige historische Romane und wenn, dann keine, die in einer Zeit und Gegend spielen, über die wir in absehbarer Zeit selbst schreiben werden. Sonst sind wir, was unseren Lesestoff betrifft, sehr offen und lesen uns quer durch die Genres.

Über welchen hist. Stoff oder Ereignis würden Sie beiden denn gerne nochmal einen Roman schreiben?

I.L.: Die Historie bietet in jeder Epoche so viele Möglichkeiten, die wir ausschöpfen können, dass wir hier kein spezielles Thema nennen können. Wie schon weiter oben erwähnt schreiben wir jeden Roman gleich gern.

Was fasziniert Sie Beide so an hist. Gegebenheiten um diese in Romane umzuwandeln?

I.L.: Geschichte hat uns schon in der Schule interessiert, und wir wollten beide mehr wissen, als im doch recht dürren Geschichtsunterricht gelehrt worden ist. Daher haben wir schon früh nach historischen Sachbüchern gesucht, und selbstverständlich alle historischen Romane gelesen, die uns in die Hände gefallen sind.


Ich danke Iny/Elmar Lorentz ganz herzlich, das Sie sich Zeit für das Interview genommen haben.

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