Vita Antonia Munoz

Liebe Leserinnen,
ab und an stellen wir Euch sehr gerne Autorinnen vor, deren Bücher uns besonders begeistert haben. In der Regel sind es Autoren, die schon einige Romane geschrieben haben.
Doch Ausnahmen bestätigen die Regel und so freut es mich, Euch heute auf eine Autorin aufmerksam machen zu können, deren Debütroman mich so gefesselt hat, dass ich Euch das Buch unbedingt weiterempfehlen möchte.
Antonia Munoz widmet sich dem Schreiben von historischen Romanen. Ihr Debütroman "Das Orakel von Paris" handelt von einer mutigen jungen Französin, die trotz einiger Schicksalsschläge ihr Leben selbst in die Hand nimmt und als "Medium" in Paris für allerhand Furore sorgt. Doch der Neid und die Missgunst ihrer Mitmenschen, bergen auch ein großes Gefahrenpotential für die Romanheldin...
Das Orakel von Paris (Nicole)
Die Autorin wurde 1967 geboren und lebt in der Nähe von Frankfurt am Main. Ihre Interessen für Geschichte; besonders die Geschichte Frankreichs hat es ihr angetan, und zur Literatur bündelte sie, indem sie mit dem Schreiben eines historischen Romans begann.
Eure Nicole
Fragen und Antworten
mit Antonia Munoz
(Text: NG)
Wie lange haben Sie an ihrem Debütroman gearbeitet?
Insgesamt habe ich etwa sieben Monate daran gearbeitet, wobei ich es zweimal komplett überarbeitet habe. Zur zweiten Überarbeitung war ich gezwungen, da ich mir einen neuen PC zulegte. Und dann stellte sich heraus, es gibt kein Diskettenlaufwerk mehr. Da ich technisch unbegabt bin, wusste ich nur eine Lösung: alles noch mal eintippen. Im Nachhinein muss ich zugeben, das hat dem Manuskript nur gut getan.
Ich fand das Thema des Buches; eine Frau mit der Fähigkeit ausgestattet mit Geistern kommunizieren zu können sehr interessant und spannend. Wie sind Sie auf diesen Einfall gekommen? Interessieren Sie sich für spirituelle Themen imAllgemeinen?
Die Kombination aus Historie und Übernatürlichem reizte mich. Der Roman spielt ja in einer Zeit, da Wahrsagekünste und Magie sehr gefragt waren. Und dann war da dieser Satz, der mir nicht aus dem Sinn ging: Nicht einen einzigen Flohstich konnte ich mein Lebtag vorweisen. In Anbetracht dessen, dass man seinerzeit noch so sauber sein konnte, solange alle anderen sich mit Ungeziefer plagten, springt es irgendwann unweigerlich über, musste dieser Satz von einem besonderen Menschen stammen. So entstand Jeanne Meunier. Ihre Erlebnisse rollten sich nach und nach vor mir auf und fügten sich zusammen. Besagter Satz hat sich übrigens als erster Satz im Buch gehalten.
Was das Spirituelle betrifft. In meiner Jugend habe ich mich stark für das Leben nach dem Tod interessiert, da mein Vater bei einem Autounfall starb als ich 14 war. Ich hatte das Bedürfnis zu begreifen. Allerdings war das nicht die Intention, über Geister zu schreiben. Insbesondere, da ich nie zu einem Fazit kam, ob es nun ein Leben nach dem Tod gibt oder nicht. Ich denke, in diesem Punkt muss jeder zu einer eigenen Antwort finden.
Warum haben Sie Frankreich, Paris, als Handlungsort ausgewählt. Passte es besser zur Geschichte, oder verbindet Sie eine besondere Liebe zu diesem Land?
Zunächst einmal spielte sich in Frankreich die Giftaffäre um Catherine Montvoisin ab und diese ist ja ein Drehpunkt des Romans, in den sich meine Figur hervorragend einpasste. Zusätzlich habe ich in der Tat eine Affinität zu Frankreich, die daher rührt, dass ich viele Werke von Zola, Hugo und Balzac gelesen habe. Und so wollte ich schließlich mehr über Frankreichs Geschichte erfahren und habe mich verstärkt damit befasst.
Romane mit paranormalen Einflüssen sind ja zurzeit sehr gefragt. Werden auch Sie weiterhin Romane in diese Richtung schreiben, oder was haben Sie im schriftstellerischen Bereich für Zukunftspläne?
Es gefällt mir zwar paranormale, leicht mystische Einflüsse einzufügen, doch möchte ich mir diese nicht zur Bedingung machen. Meinen Schwerpunkt sehe ich im historischen Bereich, und so ist mein nächstes Projekt keines, in dem übernatürliche Fähigkeiten eine Rolle spielen. Frankreich, wenige Jahre vor der französischen Revolution, ist erneut der Ort des Geschehens. Natürlich spielt auch die Liebe wieder eine Rolle, eingebettet in tatsächlich stattgefundene Ereignisse.
Welche Romane lesen Sie in Ihrer Freizeit? Welche Autoren/Werke imponieren Ihnen?
Das ist unterschiedlich. Generell lese ich sehr viel. Über die Jahre habe ich mich in der gesamten Bandbreite der Literatur getummelt, abhängig von Alter und Lebensphasen und häufig mit Fokus auf historische Romane, Biographien und Sachbücher – aber nicht ausschließlich. Mein Lieblingsautor ist jedoch kein Autor historischer Romane, sondern John Irving, mein Lieblingsbuch über viele Jahre hinweg „A Prayer for Owen Meany“. John Irving ist ein Autor, der mich - nicht mit allen aber etlichen seiner Werke - stark beeindruckt.
Vielen Dank für das Interview