Vita Carrie MacAlistair

(Text: JK)

Die Autorin, welche ich diesen Monat vorstellen möchte, wurde 1955 in Braunschweig geboren und ist der Löwenstadt an der Oker bis heute treu geblieben.

Mit dem Schreiben begann Carrie MacAlistair schon sehr früh, denn schon als Kind verfasste sie kleine Geschichten über Abenteuer und Pferde. Mit 19 Jahren wurde der erste Kurzroman veröffentlicht. Damals sah sie das Schreiben, noch als Hobby an und erlernte einen „anständigen“ Beruf im medizinischen Bereich.

In den folgenden Jahren, während zweier Ehen und dem Heranwachsen ihrer beiden Kinder, schrieb sie regelmäßig Kurzromane und Artikel. Aber nach einer gewissen Anlaufzeit wagte unsere Autorin sich auch an etwas heran, was länger als ein paar Seiten war: Heftromane über Adelstöchter, Ärzte, sowie Mütter und deren Kinder. Auch heute noch werden regelmäßig Heftromane unter den Pseudonymen „Lisa Simon“ und „Christina Clasen“ veröffentlicht. Also schaut ruhig mal in die Sammlung zu Hause oder bei Freundinnen hinein. ;-)

Anfang 2000 verwirklichte Carrie MacAlistair sich einen Traum und wurde freiberufliche Autorin. 2003 wagte sie sich dann auch an ein Buch. Der Thriller „Schattenrosen“ der am 17.10.2006 unter dem Mädchennamen – Corinna van Damm erschienen ist.

Beruflich weiter ging es als ihr Agent sie mit dem Weltbild Verlag zusammenbrachte, der eine Autorin für historische Romane - genialerweise verbunden mit einer Zeitreise – suchte. Dies war die Geburtsstunde der Highland Saga von Carrie MacAlistair. Die Saga umfasst heute 4 Bücher, welche alle im Weltbild Verlag erschienen sind.

Die Begeisterung für die Highlands und der schottischen Geschichte hat die Autorin durch die großartigen Bücher von Diana Gabaldon entdeckt; aber auch die amerikanische Geschichte – vorzugsweise die Zeit um den Bürgerkrieg im neunzehnten Jahrhundert – fasziniert sie, und so schreibe sie momentan an einem Roman, der just in dieser aufregenden Zeit spielt.

Welche Projekte in Zukunft auf sie zukommen, weiß Carrie MacAlistair heute noch nicht, aber es werden bestimmt tolle Bücher dabei entstehen.

Homepage Carrie MacAlistair

Eure Jana

Bibliographie

Unter dem Namen:

Corinna van Damm
Schattenrosen (Schnee)

Carrie MacAlistair

Im Bann des Highlanders (Nicole)
Im Bann des Highlanders (Schnee)
Die Sehnsucht des Highlanders (Schnee)
Die Heimkehr des Highlanders (Schnee)
Die Rache des Highlanders (Schnee)

Fragen und Antworten

mit Carrie MacAlistair

Was war der Grund oder das Erlebnis, weshalb sie schon als Kind mit dem Schreiben begonnen haben?

Seitdem ich lesen und schreiben gelernt habe, war ich von Büchern fasziniert. Schon mit zehn Jahren verschlang ich (altersgerechte) Bücher und schrieb selbst kleine Stories. Und insgeheim träumte ich auch schon damals davon, eines Tages Schriftstellerin zu werden. Meine Lehrerin sagte mir übrigens voraus, dass ich das Zeug zu einer Autorin hätte, meine Aufsätze waren immer die besten der ganzen Klasse und einmal wurde sogar einer im NDR Schulfunk vorgelesen.


Die Kurzgeschichten und Artikel, waren das Auftragssachen für Zeitungen und Zeitschriften?

Nein, ich habe immer drauflos geschrieben und dann einfach angeboten. Und war selbst überrascht, dass meine Geschichten veröffentlicht wurden.

Wo nehmen sie die Inspiration für so viele Heftromane her?

Nun, da diese Art von Romanen sehr einfach gestrickt ist, braucht es nicht viel Inspiration dafür. Im Grunde geht es immer um dasselbe Thema, Probleme entstehen und werden gelöst und zum Schluss fällt sich das liebende Paar selig in die Arme. Es wird eine einfache Schreibart verlangt und mehr als Küssen ist in diesen Romanen nicht erlaubt, weil sie vorwiegend von älteren Frauen gelesen werden.


Der Weg vom Heftroman zum ganzen Thriller ist ja nen gutes Stück. Was bewog sie mit einem Thriller anzufangen, als "Erstlingswerk"?

Eigentlich dachte ich, dass ich Texte von mehr als 100 Seiten nicht schreiben könne, aber die Idee zu jenem Thriller schwirrte mir schon eine zeitlang im Kopf herum. Spaßigerweise fiel mir zuerst der Titel ein. Schattenrosen klang so schön geheimnisvoll. Ich habe also die Handlung um den Titel herum geschrieben, wenn man es genau nimmt. Irgendwann hatte ich ein bisschen Zeit und begann das Buch zu schreiben. Und stellte nach einer Weile erstaunt fest, dass ich sehr wohl in der Lage bin, auch längere Texte zu verfassen.


Der Schritt zum historische Roman ist dann ja auch wieder ein gewaltiger, den die Recherche ist nicht Ohne, wie schon andere Autorinnen berichteten, wieso gerade die Richtung?

Die Richtung war nicht ganz zufällig. WB suchte eine Autorin für historische Romane, und da ich zu jener Zeit gerade viele Highlander las und mich daher für die schottische Geschichte zu interessieren begann, schlug ich dem Verlag diese Richtung vor. Dort war man sehr angetan und erbat sich eine Story mit Zeitreise, die man bei Erfolg zu mehreren Bänden ausbauen lassen konnte. Zugegeben, beim ersten Teil musste ich am aufwändigsten recherchieren, und sich eine Zeitreise auszudenken, die ohne Feenzauber und Trolle auskommt, war ziemlich schwierig. Das Exposé überzeugte WB und so entstand die Geschichte von Joan und Ewan.

Ich weiß von einer anderen Autorin, das wenn man dann anfängt erstmal zu schreiben, kommt oft mehr Material zusammen, als in ein Buch passt. War das bei Ihnen auch so ?

Oh ja, das kommt bei mir jedes Mal vor. Man glaubt, bestimmte Details nicht ausführlich genug beschrieben zu haben und verzettelt sich irgendwann, weil man oft genug über Dinge schreibt, die letztendlich für die Handlung nicht wichtig sind. Bei der Saga habe ich immer wieder für Quereinsteiger auf den ersten Teil angespielt, was wohl doch etwas zu viel des Guten war.


Wie gehen Sie Ihre Recherche vor?

Das Internet ist eine wahre Fundgrube an Informationen, aber ich schaue auch oft in meine Bücher. Zudem "missbrauche" ich meine vielen Internetfreunde oft, wenn es um militärische Fragen geht oder etwas anderes, über das ich im Internet nichts Konkretes finden kann.


Was fasziniert sie den am Schreiben?

Es ist faszinierend, Figuren entstehen und handeln zu lassen, ihnen Namen und Charakterzüge zu geben. Oft entsteht aus einer simplen Grundidee eine vollständige Geschichte in meinem Kopf und dann muss ich sie niederschreiben - ggf. neben parallel laufenden Auftragsarbeiten.


Bleibt Ihnen den noch Zeit für Hobbys?

Ja. Ich kann nicht zehn oder mehr Stunden am Stück an einem Text sitzen, sondern arbeite immer 2 bis 3 Stunden vormittags und noch einmal so lange am Nachmittag. Da bleibt dann genügend Zeit für Hobbies.


Welchen Film haben Sie zuletzt gesehen und welches Buch gelesen, wenn
Zeit übrigbleibt?

Zum Lesen bleibt immer Zeit übrig, und wenn es nur im Bett vorm Einschlafen ist. Mein letztes Buch war kein LiRo, sondern "Das Medizinrad" von Sun Bear und Wabun, eine Astrologie der Erde. Der letzte Film war "Dances with Wolves", ein grandioser Film, der erstmalig zeigte, dass die Lakota (Sioux) keine grausamen Wilden waren. Und somit ist eines meiner liebsten Hobbies entschlüsselt: Indianistik, Geschichte und die heutige Situation der Natives.


Eine Frage zuletzt: Wie kamen Sie auf das Pseudonym?

WB bat mich, mir einen schottisch klingenden Namen auszudenken. Carrie MacAlistair fiel mir auf Anhieb ein und gefiel mir von meinen anderen Vorschlägen am besten, der Verlag sah das genauso und wählte diesen Namen.

Viele Grüße von Carrie

Ich bedanke mich ganz herzlich für das nette Interview.

Quellennachweis

Photo Carrie MacAlistair
Portrait: © Carrie MacAlistair

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