Vita Mia Morgowski

Mia Morgowski wurde in Hamburg geboren, ging hier zur Schule und studierte Mode- und Graphikdesign. Ein Praktikum war der Einstieg in die Werbebranche, in der sie zunächst einige Jahre in verschiedenen Hamburger Agenturen arbeitete und später, als freie Graphikerin, eigene Kunden betreute.
Neben der freiberuflichen Tätigkeit schrieb Mia Morgowski Ihren ersten Roman. 2008 erschien "Kein Sex ist auch keine Lösung" der bereits 150.000 Mal verkauft wurde. So ist es auch keine Überraschung, dass die Geschichte über Macho Tom im Augenblick verfilmt wird.
Im März diesen Jahres ist nun die Fortsetzung "Auf die Größe kommt es an" in den Handel gekommen.
Mia Morgowski lebt mit ihrem Mann in Hamburg Ottensen.
Homepage der Autorin Mia Morgowski
Frage und Antwort (Januar 2009)
(Text: AS)
Liebe Mia Morgowski, bitte stellen Sie sich unseren Leser kurz vor.
Mein Name ist Mia Morgowski, ich lebe in Hamburg-Ottensen und habe die böse 30 schon überschritten, worauf ich lieber nicht näher eingehen möchte ;-)
Von Beruf bin ich Graphikerin, obwohl ich eigentlich Mode-Design studiert habe. Kein schöner Beruf für jemanden, der nicht gern näht…
Auf ihre Homepage steht: "Der Name? Vom Opa". Obwohl ich ganz nebenbei gesagt herzlich über diese Frage-Antwort-Konstellation lachen musste, so gibt sie mir doch das Rätsel auf, ob der Opa "Mia" oder/und "Morgowski" heißt, oder die Namensgebung entscheidend inspiriert hat?
Also – zu der Mütze hätte ich ausführlicher antworten können... (Anmerkung: siehe Homepage von Mia Morgowski)
Mein Opa kommt aus der Ukraine und ist somit nur für den Nachnamen verantwortlich.
Mich als Leser, der das vollendete Werk in Händen hält, interessiert immer wieder wie die Arbeit als Autor aussieht. Welche Umgebung benötigen Sie zum Schreiben?
Am liebsten sitze ich mit meinem Laptop in einem Café – morgens bei Milchcafé oder abends bei einem Glas Wein. Vorteil daran ist, dass man zwar Gesellschaft hat, sich aber nicht zwangsläufig kümmern muss. Außerdem gibt es weniger Ablenkung als zuhause. Denn so viel Spaß das Schreiben auch macht, es gibt immer einen Grund, es gerade nicht zu tun.
Ihr Buch "Kein Sex ist auch keine Lösung" ist aus der Sicht eines männlichen Erzählers geschrieben. Erzählen Sie uns doch bitte wie die Idee entstand?
Eigentlich ein ganz pragmatischer Ansatz: Es gibt schon so viele Frauenromane, in denen die Befindlichkeit der Protagonistin bis ins Detail beschrieben wurde. Einer Ildiko von Kürthy ist, wie ich finde, nicht mehr viel hinzuzufügen. Einzige Chance, etwas halbwegs Neues zu schaffen war also die männliche Perspektive.
Was reizt Sie als Autorin an der Ich-Form?
Es fällt mir so leichter, mich in den Charakter einzufühlen, ein Stück weit damit zu verschmelzen und die Figur lebendig werden zu lassen.
Ich setzte hier nun einfach einmal voraus, dass Sie gerne lesen: Und was reizt Sie als Leserin an der Ich-Form?
Ich finde es persönlicher. Als würde einem die Person gegenübersitzen, oder die Geschichte am Telefon erzählen.
Wie war es "Tom" zu sein? Oder anderes ausgedrückt haben Sie es genossen als männlicher Ich-Erzähler zu schreiben?
Jaaaa! Und wie! Da kann man seiner Phantasie mal so richtig freien Lauf lassen!
Mit Humor ist es ja immer so eine Sache. Ihr Humor aber trifft meinen so gründlich, dass ich beim Lesen nicht einen Moment das fröhliche Kichern sein lassen konnte.
Humor scheinbar von leichter Hand zu Papier gebracht, wird aber immer wieder als schwer zu schreiben bezeichnet. Ist Humor für sie Schwerstarbeit oder eine Übung, die Sie einfach aus dem Handgelenk schütteln können ;-)?
Ich würde sagen: weder noch. Zum einen bin ich ein sehr humorvoller Mensch, lache viel und gerne und mag es auch, andere zum Lachen zu bringen. Zum anderen ist so etwas natürlich auch Tagesform abhängig. Manchmal fließt es, manchmal ist jeder Satz ein Kampf. Und dann liegt es natürlich auch noch im Auge des Betrachters, ob er an den richtigen Stellen auch wirklich schmunzeln muss. Das fällt mir besonders bei Lesungen auf. Die Leute lachen an den unterschiedlichsten Stellen und manchmal ist die Stimmung - an für mich komischen Stellen – erstaunlich zurückhaltend.
Wird es weitere Bücher von Mia Morgowski geben? Und können Sie uns verraten an was Sie zurzeit arbeiten?
Zurzeit arbeite ich an einer Kurzgeschichte für eine Krimi-Anthologie, die mein Agent anlässlich des zehnjährigen Bestehens seiner Agentur initiiert hat. Das ist aber nur zwischengeschoben, denn eigentlich sitze ich an einem neuen Roman. Die Geschichte um Tom und Elisa wird fortgesetzt, da gibt es ja noch etwas Klärungsbedarf...
Ich habe ja schon vorausgesetzt, dass Sie auch gerne Bücher lesen. Welches Buch haben Sie mit viel Vergnügen in der letzten Zeit gelesen?
Momentan bin ich eher der Krimi-Leser, vielleicht wegen der anstehenden Kurzgeschichte. Die beiden aktuellen Bücher von Simon Beckett habe ich verschlungen – allerdings nur, solange es draußen hell ist... Ansonsten bin ich ein großer Fan von Tommy Jaud. Millionär fand ich einfach großartig!
Das Neue Jahr hat gerade begonnen. Haben Sie gute Vorsätze für 2009? Und wenn sie nichts soviel von guten Vorsätzen, die man zwischen den Jahren trifft halten, haben Sie Wünsche für 2009?
Och – sowohl als auch! Ich habe eigentlich immer gute Vorsätze fürs Neue Jahr, vieles fällt mir leichter, wenn ich sozusagen bei „Null“ anfange und ich mir immer sagen kann: „Dieses Jahr habe ich noch keine Zigarette geraucht...etc (noch nicht genascht...noch nicht geflucht...schon fünfmal gejoggt...) was auch immer. Aktueller Vorsatz für 2009: mehr Disziplin, weniger Schweinehund...
Frage und Antwort (Mai 2010)
(Text: JK)
Wie fängt man an einen Roman zu schreiben der aus der Sicht des Mannes kommt?
Tja, vermutlich, wie bei jedem anderen Roman auch: Man denkt sich eine Geschichte aus. Dann mixt man das Ganze mit ein paar wo-auch-immer-aufgetriebenen Anekdoten, übertreibt alles noch ein bisschen und - fertig!
Ist beim Schreiben des ersten Romans noch so viel Stoff über geblieben um den Nachfolger zu machen oder kamen noch so viele Ideen nach Abschluss des ersten Romans?
Weder noch. Ich habe einfach wieder von vorn angefangen. Die Personen waren mir inzwischen schon so ans Herz gewachsen, dass es mir leicht fiel, sie in einer anderen Umgebung mit neuen Unwegsamkeiten zu konfrontieren.
Haben Sie so etwas wie Erfolgsdruck und persönlichen Ehrgeiz verspürt beim Schreiben des 2. Romans?
Komischerweise nicht. Ich bin einfach völlig unbefangen an die Sache heran gegangen. Natürlich hatte ich den Ehrgeiz, es besser zu machen, als beim ersten Mal, aber das blende ich dann beim Schreiben komplett aus. Sonst wäre ich vermutlich vollkommen blockiert.
Wer ist auf den Mops gekommen, für den Roman "Auf die Größe kommt es an"?
Das war ich. Ich musste mir ja ein paar wirklich schlimme Dinge für den armen Tom überlegen. Und kleine Hunde sind nun mal ein Graus für die meisten Männer.
Haben Sie Einfluss auf das Drehbuch für die Verfilmung von "Kein Sex ist auch keine Lösung"?
Nein. Ich durfte es zwar lesen und treffe mich auch in regelmäßigen Abständen mit der Produzentin, die mich freundlicherweise immer auf dem Laufenden hält, aber wirklichen Einfluss habe ich nicht. Szenen fürs Fernsehen aufzubereiten ist auch etwas ganz anderes, als einen Roman zu schreiben. Wenn man sich damit nicht auskennt, stört es nur, wenn man mit reinquatscht.
Arbeiten Sie gerade an einem neuen Roman?
Ja, und ich kann schon verraten: Es wird keine weitere Fortsetzung um Tom und Elisa. Vorerst jedenfalls nicht ...
Als "Hamburger Deern", was gefällt Ihnen an Hamburg?
Oh, fast alles. Bis auf das Wetter ... Besonders mag ich Elbe und Alster; die vielen Wohnviertel, die wie eigene kleine Städte sind; die schönen alten Häuser; die vielen Cafés und Restaurants; das Kulturangebot und nicht zuletzt auch die Mentalität der Hamburger: Sie setzen sich erst an deinen Tisch, wenn es wirklich keinen einzigen anderen freien Platz mehr gibt ...
Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten oder wie verbringen Sie diese?
Gute Frage, wenn man freiberuflich arbeitet, vermischen sich Freizeit und Arbeit oft. So kann ich, wenn ich mit meinem Laptop im Café sitze und schreibe, gar nicht genau sagen, ob das nun gerade Arbeit oder Freizeit ist. Und irgendwo etwas essen oder trinken gehen, dabei Freunde treffen, oder neue Leute kennenlernen – das mache ich ohnehin sehr gern. Ansonsten gehe ich oft ins Kino, treibe Sport oder gärtnere auf unserm Balkon. Nichts Ausgefallenes also.
Was sind Ihre Lieblingsfarbe, -hunderasse, -urlaubsland und -film?
Uups, ich weiß gar nicht, wann ich das zum letzten Mal gefragt wurde ;-)
Hunde mag ich so ziemlich alle, Farben auch. Da kommt es vielleicht ein bisschen auf die Stimmung an, in der man sich gerade befindet.
Bei Filmen kann ich mich gar nicht auf einen festlegen. Da gibt es einige, die mir sehr gut gefallen.
Bei meinem letzten Kinobesuch z.B. habe ich „a single man“ gesehen, der mir sehr gefiel. Unglaublich schön gemacht, wenn auch sicher nicht mein Lieblingsfilm.
Tja und beim Urlaub ... Seit ich verheiratet bin, habe ich ein paar Abstecher in die Heimat meines Mannes gemacht: Serbien. Bis vor kurzem gehörten Serbien und Montenegro noch zusammen und wir sind mit dem Auto quer durchs Land gereist. Vom Meer bis nach Belgrad. Das war wunderschön und ist auf jeden Fall nachahmenswert.
Liebe Mia Morgowski vielen Dank für das Interview.
Quellennachweis
Photo Mia Morgowski: © Franca Wrage