Vita Hans Rath

(Quelle: Rowohlt)

Hans Rath, Jahrgang 1965, studierte Philosophie, Germanistik und Psychologie in Bonn. Er lebt in Köln und Berlin, wo er sein Geld unter anderem als Drehbuchautor verdient. Schon mit dem Sachbuch "'Sie Affe!' 'Du Schwein!' - Die Kunst der Beleidigung" hat Hans Rath seinen Sinn für Humor unter Beweis gestellt und Rezensenten von Playboy bis Brigitte begeistert. (Quelle: Rowohlt)

Veröffentlichungen

als Hans Rath
Man tut was man kann (Nicole) / Rezensionen auf Happy End Buecher
Man tut was man kann (Anke) / Rezensionen auf Happy End Buecher
Man tut was man kann / Hörbuch im Argon Verlag

als Hans G. Raeth
Die Kunst der Beleidigung / Sachbuch / Fackelträger Verlag 2007
"Sie Affe!" "Du Schwein!": Die Kunst der Beleidigung / Sachbuch / Heyne TB, Januar 2009

Fragen und Antworten

(Text: AS und NG)

Was bedeutet für Sie die Möglichkeit Geschichten zu erzählen und Bücher zu schreiben?

Ein großes Glück. Ich habe schon als Kind meine Grosseltern mit kruden Kurzgeschichten amüsiert, die meist von irgendwelchen Fernsehfilmen inspiriert waren. Geschichten, ob nun in Buchform oder als Film, haben mich also schon immer begleitet. Wenn es mir heute gelingt, Menschen mit meinen Büchern zu unterhalten, dann hat sich der lange Anlauf doch immerhin gelohnt.

In ihrer Vita kann man lesen, dass Sie ebenfalls als Drehbuchautor arbeiten. Wie unterscheidet sich die Arbeit an einem Drehbuch von der Arbeit an einem Buch?

Die Arbeit an einem Drehbuch ist meist logistisch komplizierter als die Arbeit an einem Roman. Bei einem Film sind Dinge wichtig - etwa die Besetzung der Rollen oder die verfügbaren Drehorte - die in einem Roman irrelevant sind. Wenn man beispielsweise als Romancier eine kurze Szene in Indien spielen lassen möchte, dann ist das kein Problem. Bei einem Film bekommt man im gleichen Fall mindestens drei Anrufe: vom Produzenten, vom Produktionsleiter und von der Redaktion. Alle wollen wissen, ob der Drehbuchautor plötzlich bekloppt geworden ist, weil er für eine einzige Szene Unmegen von Geld raushauen will.

An was arbeiten sie zurzeit; werden wir weitere Roman von Hans Rath erwarten können?

Ja, es wird eine Fortsetzung von „Man tut was man kann“ geben. Das Projekt war von Beginn an als Trilogie konzipiert. Ich wollte zunächst das Leben von Männern um die vierzig als Singles zeigen - was mit dem dem ersten Roman geschehen ist. Was nocht fehlt sind die Aggregatzustände: Beziehungsleben und Familienleben. Da muß Paul jetzt wohl auch noch durch.

Über was können Sie lachen?

Über Woody Allen, David Nichols und denn Humor von Monty Python. Außerdem finde ich es witzig, wenn Personen des öffentlichen Lebens Wasser predigen, jedoch selbst dem Wein zusprechen, oft mit dem Ergebnis, daß sie entweder vor Gericht oder zumindest auf den Titelseiten der Regenbogenpresse landen. Es scheint mir, daß viele Amt- und Würdenträger mehr Angst vor ihren eigenen Leidenschaften haben müssen, als vor ihren politischen Gegnern.

Und was empfinden sie als überhaupt nicht witzig?

Da gibt es eine Menge. Zuviel, um es an dieser Stelle aufzuzählen. Ich kann mich aber in entsprechender Runde durchaus einen Abend lang über Politik aufregen - und zwar mit wachsender Begeisterung.

Wie viel der Romanfigur „Paul“ steckt in dem Menschen Hans Rath?

In allen Romanfiguren steckt ein bißchen Hans Rath - und umgekehrt. Das liegt schon allein daran, daß man Figuren nicht erzählen kann, wenn man sie nicht auf irgendeine Weise mag. Entsprechend müssen die Figuren also auch irgendwas in einem selbst zum Klingen bringen.

Bitte vervollständigen Sie diesen Satz: Zynismus ist …..

... ein legitimes und durchaus hilfreiches Instrument der Rhetorik. Man sollte aber keine Weltanschauung daraus machen, denn sonst wird es rasch langweilig.

Ihr Buch „Man tut was man kann“ erzählt von Männerfreundschaften. Wie wichtig sind ihnen solche Freundschaften?

Sehr wichtig. Ich finde in dieser Hinsicht können Männer viel von Frauen lernen, die ja das Networking erfunden haben. Männer begreifen immerhin zunehmend, daß es hilfreich sein kann, über sein Seelenleben zu sprechen, statt immer nur zu behaupten, daß man eigentlich keine Probleme hat. - Was praktisch nie stimmt.

Desweiteren würde uns ihre Einschätzung zu dem uralten Thema:“Können Männer und Frauen auch „nur“ gute Freunde sein?“ sehr interessieren.

Erfahrungsgemäß glaube ich nicht daran. Aber wahrscheinlich gibt es Ausnahmefälle, in denen solche Freundschaften tatsächlich funktionieren. Grundsätzlich frage ich mich, ob wir uns überhaupt wünschen, daß Männer und Frauen „nur“ gute Freunde sein können. Für uns Komödianten wäre das jedenfalls ziemlich katastrophal.

Was die Figur „Paul“ über Vegetarier, Nicht-Raucher, -Trinker und über Feng Shui denkt, kann man in ihrem Buch lesen. Was denkt Hans Rath darüber?

Daß jeder nach seiner Facon glücklich werden sollte. Ich selbst rauche, trinke gerne Rotwein und esse Fisch und Fleisch. Es würde mich also auch nicht wundern, wenn mein Bett auf einer Wasserader steht. Wobei mir das offenbar nicht die Bohne ausmacht, denn ich schlafe ganz gut - das mag aber wiederum auch am Rotwein liegen.

Zum Schluss noch die selbe Sinnfrage, die auch die Figuren in Ihrem Buch beschäftigt: Was würden Sie tun, wenn Sie nur noch eine Stunde zu leben hätten?

Ich gebe Ihnen ein paar Varianten zur Auswahl, Sie dürfen wählen. 1. Ich nutze die günstige Gelegenheit, um mir das Rauchen und Trinken abzugewöhnen, außerdem werde ich Vegetarier. 2. Ich ignoriere die Situation und verbringe die Stunde mit hochtrabenden Zukunftsplänen. 3. Da die Zeit nicht für einen Kinofilm reicht, schaue ich mir zwei Folgen von den „Simpsons“ an. 4. Die zweite Folge lasse ich ausfallen, weil mir einfällt, daß ich ja auch letztmalig Sex haben könnte. 5. Ich tue rein gar nichts.

Quellennachweis

Photo: © by Armin Zedler

zum Seitenanfang     zur zuletzt besuchten Seite

Bibliographien

Serien / div. Autoren A B C D E F G H I - J K L M N - O P Q R S T U - V W X - Y - Z

Allgemein