Vita Jennifer Schreiner


Interessant

... heißt, anders zu sein.
... heißt, sich nicht immer anzupassen.
... heißt, nicht gewöhnlich zu sein.
... ist nicht normal,
sagen die Normalen.
– Das finde ich interessant! (Jennifer Schreiner)

Ich kenne Jennifer Schreiner von mehreren BLC's, aber erst in diesem Jahr ergab sich die Gelegenheit zu einer amüsanten Unterhaltung, die ich sehr genossen habe. Jennifer ist eine sehr charmante, unterhaltsame und schlagfertige Gesprächspartnerin. Sie hat das Talent ein Zimmer voller Menschen ausgezeichnet zu unterhalten und ganz wunderbar leicht und locker von den turbulenten Erlebnissen, aus dem Leben einer Autorin, zu berichten.

Jennifer ist verheiratet und hat einen Sohn. Seit Dezember 2002 hat sie das Magister der Philologie inne. (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaften, Geschichte und Pädagogik)
Sie hat bei zahlreichen Literaturausschreibungen erfolgreich teilgenommen, wunderschöne Gedichte, viele Kurzgeschichten und Artikel geschrieben. Jennifer betätigt sich als Herausgeberin und schreibt als Gastrezensentin auf diversen Homepages.

Ich möchte mich ganz herzlich bei Jennifer Schreiner, für ihre engagierte Hilfe und Bereitschaft, meine Fragen so bereitwillig zu beantworten, danken.

Eure Anke

Fragen und Antworten


1. Auf deiner Homepage kann man lesen, dass du schon früh eine Liebe zur Schriftstellerei entwickelt hast. Aber wie hast du den Weg zu erotischen Liebesromanen gefunden?

Hauptsächlich durch ein Romanprojekt, welches nächstes Jahr bei Plaisir d´Amour veröffentlicht wird: „Eine Löwin für die Bestie“.
Nach all meinen Kurzgeschichten in verschiedensten Genres hatte ich mich entschlossen einen Monat lang alles andere stehen und liegen zu lassen und bei Nanowrimo (National Writing Month – ein Projekt, bei dem jeder teilnehmende Autor innerhalb des Novembers einen Roman mit mindestens 50 000 Wörter schreibt) mitzumachen. Und das Projekt, welches ganz oben auf meiner Wunschliste lag, weil meine historischen Recherchen und die Kapiteleinteilung schon fertig war, war eine romantic suspense Geschichte um einen Dämonen und eine Nonne, die gemeinsam in einem Mordfall ermitteln.
Danach war ich „infiziert“, denn es hat mir gefallen in meinen Figuren den Wunsch nach wahrer Liebe zu wecken. Schließlich ist Liebe ist etwas, was die meisten Menschen kennen und sich wünschen. Aber anders als im wahren Leben kann man als Autor seine Figuren und ihre Liebe zueinander ungestraft auf den Prüfstand nehmen, sie verunsichern, in die Irre führen und letztlich zueinander führen.

2. Man hat eine Idee, weiß in etwa wie die Geschichte verlaufen wird und macht sich an die Schreibarbeit. Was ist am schwersten zu Papier zu bringen, sind es z.B. die Beschreibungen, wörtliche Rede oder vielleicht die Charaktere?

Ich mag in der ersten Schreibversion meistens noch keine Beschreibungen, weil sie mich zu lange aufhalten. Deshalb würde hier ein Leser überall rote Markierungen entdecken in denen „Beschreibung“ steht, oder: „Beschreibung siehe vorher“, weil ich es schon einmal erwähnt hatte.
Das erledige ich dann bei der Überarbeitung.

3. Ich bekomme beim Lesen von Erotikromanen schon manchmal rote Ohren ;-)! Wie geht es dir beim Schreiben. Fällt es dir leicht Sexszenen zu schreiben?

Sexszenen schreibe ich – neben den Liebesszenen und frechen Dialogen – am liebsten. Manchmal spare ich mir sogar eine Sexszene auf (Siehe Frage 2: rote Markierung „Beschreibung“) und gönne sie mir erst am Ende meines Arbeitstages, um mich positiv zu verstärken.
Das einzige, was mir rote Ohren verschafft, ist das Vorlesen von Sexszenen.

4. 'Zwillingsblut' ist ein erotischer Vampir Roman. Was ist so für dich so erotisch an Vampiren?

Zum einen sind Vampire ja meistens sehr alt und mächtig und haben deswegen schon sehr viel Erfahrung im Umgang mit dem anderen Geschlecht, was sie in dieser Hinsicht nahezu perfekt macht. Zum anderen sind sie aber auch – wie wir alle – auf der Suche nach der wahren Liebe.
Durch diese Kombination ergeben sich mehrere Probleme:
1) Das Machtgefälle zwischen Mensch und Vampir als Aphrodisiakum.
2) Der Vampir, bzw. der Mensch, kann nie wissen, ob sein Gegenüber ihn wirklich liebt. Der Vampir ist hier trotz seiner Macht und seines Alters ebenso verletzlich, wie jeder andere auch.
3) Der Spruch „Drum prüfe, wer sich ewig bindet!“ erhält eine ganz neue Bedeutung, wenn es wirklich um Liebe für die Ewigkeit geht.
Zudem ist der Vampir ein aufregender und mysteriöser Zeitgenosse und welcher Mensch möchte nicht ein wenig mit dem Feuer spielen oder Abenteuer erleben?

5. Ist 'Zwillingsblut' der erste Teil einer Trilogie?

Ja, es wird noch zwei Fortsetzungen geben.
Ursprünglich war „Zwillingsblut“ als einzelner, in sich abgeschlossener Roman geplant und geschrieben. Doch nachdem meine Verlegerin von dem Manuskript begeistert gewesen war und ich noch genügend Ideen hatte, wird es noch zwei Fortsetzungen geben. Allerdings wird jeder Band für sich stehen und auch ohne Kenntnis der Vorgänger zu verstehen sein.

6. Mich interessiert ganz besonders, woher Schriftsteller ihre Ideen bekommen. Wer oder was ist deine Muse?

Ehrlich? Ich habe keine Ahnung, woher dauernd diese ganzen Ideen kommen. Ich hatte schon einmal überlegt eine Kurzgeschichte über den Ideenwerfer zu schreiben. Wahrscheinlich hat der einfach manche Leute mit einer Zielscheibe versehen.
Ansonsten: Meistens beginne ich mit einer einzigen, kleinen Idee und entweder arbeitet die heimlich ohne mich weiter, sucht Freunde und passende Gedanken, um sich dann irgendwann als Ganzes zu präsentieren, oder ich nehme die Idee und spinne sie gedanklich weiter. So war im Falle „Zwillingsblut“ die Ursprungsidee: Es gibt nur männliche Vampire. Aus der haben sich so viele Fragen ergeben („Warum?“, „Was passiert, wenn eine Frau ein Vampir wird?“ etc.), bis ich die komplette Historie der Vampire zusammen hatte. – Und meine Geschichte.

7. Wie vereinbarst du Familie, Haus und Schriftstellerei? Schreibst du nach Lust und Laune oder hast du feste 'Arbeitszeiten'?

Feste Schreibzeiten wären ein Traum *lach* Als Mutter eines kleinen Sohnes muss ich flexibel sein. D.h. ich schreibe immer dann, wenn Julian in seinem Vorkindergarten ist oder ein Mittagsschläfchen hält. Ansonsten unterstützt mich mein Mann und schaufelt mir Zeit frei, indem er viel mit unserem Sohn unternimmt und im Haushalt anpackt.

8. Es scheint so als ob die Leser von erotischen Liebesromanen in der Regel Frauen sind. Könntest du dir vorstellen warum?

Ich denke Männer und Frauen haben oft eine sehr unterschiedliche Vorstellung von Erotik. Oft scheint hier das gängige Klischee zu greifen: Wenn Männer sich unterhalten wollen und etwas erotisch/sexuelles damit zu tun haben soll, haben sie entweder Sex oder gucken ihn sich an, während Frauen zum Träumen und Lesen neigen.

9. Hast du Lieblingsautoren?

Aber klar, einen ganzen Haufen sogar, je nach Stimmlage, Mary Janice Davidson, Laurell K. Hamilton, Stefanie Laurens, Teresa Medeiros, Sherrilyn Kenyon; aber auch Nicci French, John Katzenbach und Judy Mercer.

10. Was für ein Buch liest du im Moment?

Gar keines. Ich schreibe an der Fortsetzung von „Zwillingsblut“ und habe in weiser Voraussicht schon einmal alles, was mich interessiert – also Bernard Craws „Sanguis B“, „Lange Zähne“ von Christopher Moore und noch mindestens 5 andere Bücher – in den Urlaubskoffer verbannt, damit ich mich nicht selber ablenke.

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