Vita Shanna Swendson

(Text: AS)
Die Romane Ihrer Enchanted, Inc.Serie sind in der Ich-Form geschrieben. Warum haben Sie sich für die Erzählform entschieden? Und was übt für Sie der Reiz an dieser Erzählform aus?
Ich habe immer die 1. Person POV immer geliebt. Als ich ein Kind war, habe ich mich bewusst in der Bibliothek auf die Suche nach „Ich“ Büchern gemacht, und zeigte mir sogleich die Tendenz an- nämlich Bücher abzugeben, die vermehrt in der 1. Person geschrieben waren, wie Mysterys oder Chick Lits.
Es ist fast immer etwas Vertrautes in der 1. Person, es ist so als würde ein Freund einem die Geschichte direkt erzählen. Plus, der Leser kann nicht mehr wissen, als der Erzähler und so entdeckt man die Dinge zusammen.
Ich wollte meine Serie in der 1. Person schreiben, damit man über den Haupterzähler die ganze magische Welt entdecken kann, und ich wollte dass der Leser dies mit den Augen der Hauptfigur tut, auf ihrem persönlichen Weg. Zusätzlich macht es einfach großen Spaß auf diese Art zu schreiben und die Stimme der Charaktere durch die ganze Geschichte hindurch selbst zu sein.
Auf welche Dinge muss man als Autor besonderes achten, wenn man in der Ich-Form schreibt?
Die 1. Person zu benutzen erfordert viel Disziplin. Man darf nicht vergessen, dass man nur über die Dinge reden kann, die der Charakter weiß oder bemerkt, und man muss sie in der Art und Weise erzählen, wie es der Charakter tun würde. Man muss auch darüber nachdenken, was die Person sagen würde, da ein Ich-Erzähler eine bewusste Wahl trifft, seine Geschichte zu erzählen und wir nicht einfach nur kurz in seine Gedankenwelt hineinschauen.
Da gibt es vielleicht einige Dinge, die sie nicht teilen möchte, und auch dabei muss man dem Charakter treu bleiben.
Leser fragen mich immer wieder, ob es jemals heiße Sex-Szenen in der Serie geben wird und ich muss ihnen sagen, dass selbst dann, wenn etwas passiert, es nicht in den Büchern stehen wird, da es nicht dem Charakter meiner Ich-Erzählerin entspricht, es jemanden zu erzählen oder irgendwelche Details zu beschreiben. Sie würde völlig aus der Fassung geraten und beschämt sein.
Auf welche schriftstellerischen Kniffe greifen Sie zurück, wenn Sie den Ich-Erzähler beschreiben möchten, wenn dieser nicht auf den Blick in einen Spiegel zurückgreifen kann?
Ich glaube, dass meine Einführungsbeschreibung meiner Ich-Erzählerin von ihrer Vermutung herrührt; bzw. sie einfach nicht erwartet, dass andere Leute ihr viel Aufmerksamkeit schenken möchten, und das verbunden mit den Geschehnissen die gerade stattfinden, lässt sie so agieren.
Im Allgemeinen, muss man einen Grund dafür finden, warum der Charakter sich selbst gerade so oder so beschreibt; das muss nicht gleich zu Anfang eines Buches passieren.
Man kann auch zuerst in die Aktion abtauchen, z.B. was es braucht um das Haar des Charakters zu stylen, dass kann dann in der Beschreibung des Haares enden.
Wie schwer oder wie leicht fällt es Ihnen mit dem Pronomen „Ich“ zu jonglieren, so dass Sie den Leser nicht damit langweilen?
Ich habe wirklich nie darüber nachgedacht! Ich denke, dass "Ich" neigt dazu nach einer Weile unsichtbar zu werden. Ich vermute, es hilft dann, wenn der Charakter in einer Szene mit anderen agiert, so dass die Erzählerin ergänzend zu sich selbst, über andere sprechen kann.
Ein Teil der Leser, ich kann hier nur für die mir bekannten Personen sprechen, haben eine tiefe Abneigung gegen diese Erzählform. Sie wollen lieber die Geschichte von einem außenstehenden Erzähler erzählt bekommen, um so auch die Sicht der anderen Figuren kennen zu lernen. Können Sie das nachvollziehen?
Nicht wirklich! Wie ich bereits erwähnt habe, bevorzuge ich Bücher die in der 1. Person geschrieben sind. Aber ich genieße auch die verschiedenen Varianten/Möglichkeiten beim Lesen. Es hängt wirklich davon ab, was allein für die Geschichte funktioniert.
I hope this helps. Shanna Swendson
Your Enchanted, Inc. series is written in the first person POV. Why have you decided to write in first person? And what's for you the appeal in this narrative form?
I've always loved first person POV. I used to go through the library looking for "I" books when I was a child, and I tend to be drawn to genres that use a lot of first person, like mystery and chick lit. There's something almost intimate about first person, like it's a friend telling you the story directly. Plus, the reader can't know anything more than the narrator does, so you're discovering things together. I wanted to write my series in first person because it was about the narrator/main character discovering this entire magical world, and I really wanted readers to see it through her eyes in a personal way. Plus, it's very fun to write that way and take on the character's voice for the entire story.
What do you have to pay attention to especially when using the first person POV?
Using first person POV takes a lot of discipline. You have to remember that you can only talk about things that the character would know about or notice, and then tell about them in a way that the character would. You also have to think about what the person would tell, since a first-person narrator is making a conscious choice to tell a story and we're not just eavesdropping on her thoughts. There are some things she might not want to share, and you have to stay true to the character in that. Readers are always asking me if there are ever going to be any hot sex scenes in my series, and I have to say that even if something happens, it won't be in the books because it would be out of character for my narrator to tell anyone or describe it to anyone in any detail. She'd get very flustered and embarrassed.
What literary tricks would you resort to in order to describe your first person narrator if he/she doesn’t have the option to look in a mirror?
I think my initial description of my narrator came from her talking about why she didn't expect people to pay much attention to her, and that tied into what was going on with the plot at the time. In general, you need to find a reason for the character to describe herself, so it may not necessarily come at the beginning of the book. You can also weave it into action, like talking about what it takes to style her hair might end up describing her hair.
How easy or how difficult is it to juggle with pronouns so the reader won’t repeatedly see "I"?
I haven't really thought about that! I think the "I" just tends to become invisible after a while. I suppose it helps if the character is in scenes with others, so the narrator can talk about them in addition to herself.
Some readers, I can only speak for people I know, dislike the first person narrative form. They like to read books told from an outside observer, who can also tell the point of view of the other characters.Can you understand this notion?
Not really! As I said above, I look for first-person books. But I also enjoy reading multiple viewpoints. It really depends on what works for the story.
I hope this helps. Shanna Swendson