Vita Ulrike Schweikert
Vita

(Text: AS)
1966 in Schwäbisch Hall geboren, wuchs Ulrike Schweikert im Fränkisch-Hohenlohischen auf. Nach dem Abitur verließ sie die ländliche Idylle und absolvierte eine Banklehre in Stuttgart.
1992 kehrte sie diesen Beruf, der ihr so wenig Erfüllung brachte, den Rücken zu und studierte fortan an der Stuttgarter Universität Geologie; ein Fachbereich der sie schon immer faszinierte.
1998 begann sie den Aufbaustudiengang Journalismus an der Universität Hohenheim. Sie schnupperte in die Lokalredaktion hinein und war beim Radio tätig.
Bereits in ihrer Lehrzeit hatte Ulrike Schweikert angefangen sich in der Freizeit in Wort und Bild „auszutoben“. Nach zahlreichen abgelehnten Manuskripten wurde im März 2000 ihr historischer Roman „Die Tochter des Salzsieders" im Knaur Verlag veröffentlicht. Diesen Roman arbeitete die Autorin später dann auch als Bühnenstück um, das erfolgreich aufgeführt wurde.

2001 folgte der zweite historische Roman „Die Hexe und die Heilige“. Ulrike Schweikert brachte die Abschlussprüfungen ihres Journalismus-Studiums hinter sich und wagte den Schritt in den Beruf des Vollzeitautors.
Weiter erfolgreiche historische Romane folgten, dann Jugend- und Fantasybücher und paranormale Krimis, die zunächst unter dem Pseudonym Rike Speemann im Knaur Verlag erschienen, später dann aber unter Ulrike Schweikert im Lyx Verlag neu aufgelegt wurden.
Der aktuelle Roman der Autorin ein historischer Vampirkimi mit dem Titel „Das Herz der Nacht“ erschien Mitte Oktober 2009 im Lyx Verlag.
Wir haben die Autorin gebeten, uns ein wenig mehr über das Buch zu erzählen und möchten uns herzlich für das sympathische Interview bei ihr bedanken.
Eure Anke
Homepage der Autorin Ulrike Schweikert
Rezensionen auf Happy End Buecher
Der Duft des Blutes (Schnee)
Feuer der Rache (Schnee)
Das Herz der Nacht (Anke)
Young Adult
Nosferas (Anke) / Hörbuch
Lycana (Anke) / Hörbuch
Frage und Antwort
Bitte erzählen Sie uns etwas über die Entstehung, die Idee zu „Das Herz der Nacht“?
Ich mochte meinen Vampir Peter von Borgo alias András Petru Báthory von Anfang an noch mehr als die Figuren, die meine anderen Romane bevölkern. So kam irgendwann der Wunsch in mir auf, ein wenig in seiner Vergangenheit zu kramen und mich zu fragen, wo kommt dieser Vampir her und was hat er schon alles erlebt, ehe er in Hamburg landete und mit der Kommissarin Sabine Berner Kriminalfälle löste.
Warum haben Sie das Wien des 19. Jahrhunderts als Setting für das Buch gewählt?
Ich liebe Wien. Es verbreitet auch heute noch eine Atmosphäre von alter Habsburgherrlichkeit. Ich gehe gerne in die Hofburg zu Bällen und fühle mich dann in diese Zeit zurückversetzt. Die Mitte des 19. Jahrhundert war eine Zeit des Umbruchs. Das Zeitalter der Industriealisierung ließ sich nicht aufhalten, auch wenn die Habsburger und der alte Adel das mit allen Mitteln versuchten. Ich finde solche Zeiten spannend. Sie sind voller Konflikte und Widersprüche und voll von menschlichen Dramen.
Würde Sie uns ihren Helden András Báthory aus „Das Herz der Nacht“ einmal etwas näher vorstellen?
András stammt aus Siebenbürgen – seine Familie stellte dort über viele Jahrzehnte den Landesfürsten. Wie und warum er zum Vampir wurde, das verrate ich nicht, jedenfalls ist er schon lange untot und kommt nach Wien, um der Langeweile zu entfliehen. Er ist ein gebildeter Mann, der sich für Literatur und Musik interessiert. In seiner Einsamkeit ist er gerne bereit, sich auf ungewöhnliche Menschen einzulassen, denen er begegnet. Bevorzugt Frauen. Dabei spielt es für ihn keine Rolle mehr, aus welcher gesellschaftlichen Schicht sie kommt. Sie muss ihn nur faszinieren, dann ist sie mehr als eine Quelle frischen Blutes.
Und die Heldin Karoline?
Sie ist Künstlerin aus dem bürgerlichen Milieu. Eine Pianistin, die jedoch im Gegensatz zu ihrem Bruder in der Öffentlichkeit keine Triumphe feiern darf. Das liegt einerseits daran, dass sie eine Frau ist und diese eben im 19. Jahrhundert kaum Chancen auf eine öffentliche Karriere hatten. Anderseits hindert ihr Vater sie, weil sie mit einem unehelichen Kind Schande über die Familie gebracht hat. Sophie wurde blind geboren und hat so ihre Sinne ganz anders ausgebildet als die Sehenden. Ein Wesen der Dunkelheit. Zwischen dem Mädchen und dem Vampir entwickelt sich eine ganz besondere Beziehung. Karoline dagegen bleibt etwas spröde. Sie ist von ihm fasziniert und fühlt sich auch von ihm angezogen, steht sich aber immer ein wenig selbst im Weg. Natürlich auch deshalb, weil sie es ihm nicht so leicht verzeiht, dass er ihr ganzes Leben auf den Kopf stellt.
Was fasziniert Sie an Vampiren?
Strahlende Helden sind langweilig. Wer will schon einen Märchenprinzen? Ich liebe das Dunkle, Verbotene, Geheimnisvolle. Die Einladung vom Graf zum Mitternachtsball? Ich hätte sie auch angenommen!
Was bedeute Recherche für Sie: Eine spannende Erfahrung oder ein notwendiges Übel?
Ich liebe es, meine Romanideen mit echten Orten und historischen Geschichten zu hinterfüttern. Das macht für mich erst den richtigen Reiz der Bücher aus. Die Hauptfigur ist Fiktion, aber das Leben damals mit den vielen Kleinigkeiten hat so stattgefunden, so dass es immer auch eine Reise in die Vergangenheit ist. Es macht mir viel Spaß, alle Orte zu erkunden, die meine Figuren später sehen werden, und ich versuche, die Atmosphäre zu erspüren und mit die Szenen vorzustellen. Natürlich kann Recherche auch mal langweilig sein, wenn man sich tagelang sich im Archiv durch alte Bücher und Unterlagen wühlt. Aber auch diese Detektivarbeit macht mir meist Spaß.
Liest man ihren Lebenslauf durch so muss man zu dem Schluss kommen, dass Sie ein sehr vitaler und aktiver Mensch sind? Wann kommt Ulrike Schweikert zu Ruhe?
Ich liege auch sehr gerne auf dem Sofa und schmökere in Romanen. Leider habe ich dazu wenig Zeit. Meine innere Ruhe bringen mir meine Tiere. Meine beiden Graupapageien sind immer mit dabei und turnen während des Schreibens um mich herum. Außerdem brauche ich täglich meine zwei Stunden Auszeit mit meiner Stute, die ich hier in der Nähe in einem Reitstall untergebracht habe. Wenn ich reite, dann fällt alles andere ab und mein Kopf wird frei. Ich bin dann in dieser Zeit nur mit dem Pferd zusammen und kann danach wieder frisch an die Arbeit gehen.
Auf ihre Homepage schreiben Sie, dass sie neugierig sind und stets bereit, etwas Neues auszuprobieren. Gibt es noch etwas was Sie bisher noch nicht gemacht haben, es aber gerne tun würden?
Oh ja, es gibt so viele Dinge, die ich noch gerne tun würde. Früher wollte ich immer Gesangsstunden nehmen und in einem Musical mitspielen. Ich würde auch gerne wieder Ballettstunden nehmen oder weiter Spanisch lernen, aber die Zeit reicht momentan nicht. Ich würde gerne auch viel mehr reisen. Australien lockt mich sehr. Oder mit einem Treck über die Rockys reiten – gerne auch eine Reportage darüber schreiben. Ich könnte mir auch noch andere Genres vorstellen, aber ich bin mit den Historischen Romanen, den Jugendbüchern und Vampirromanen völlig ausgelastet.
Welches Buch habe Sie mit Spannung als letztes gelesen?
Meine letzte Lektüre waren die drei Thriller von Stieg Larsson, Verblendung, Verdammnis und Vergebung. Ich habe meinen Urlaub ausgenutzt, um endlich mal wieder am Stück Romane lesen zu können und habe es sehr genossen. Diese Bücher sind klasse!
Worauf dürfen sich die Leser als nächstes Freuen, an was arbeiten Sie zurzeit?
Ich arbeite gerade am nächsten historischen Roman, der im Herbst 2010 erscheinen wird. Es gibt neues von Elisabeth, die der Leser in „Die Dirne und der Bischof“ kennengelernt hat. Danach kommt der vierte Band der Erben der Nacht „Dracas“, der in Wien spielen wird und ebenfalls bis Herbst fertig sein muss. Es gibt also viel zu tun.
Quellennachweis
Vita Homepage der Autorin
Bild: © Andres Schlippe