Vita Carrie Vaughn
"Midnight Hour" mit Carrie Vaughn
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Carrie Vaughn wurde 1973 in Kalifornien geboren. Nach ihrem Studium in L.A., York (England) und Boulder (Colorado) hatte sie zunächst diverse Jobs in der Kultur- und Theaterszene, ehe sie sich dem Schreiben zuwandte. Der Durchbruch als Autorin gelang ihr mit der Serie um die Radiomoderatorin und Werwölfin Kitty Norville. Seither zählt sie zu den beliebtesten Mystery-Autorinnen in den USA.
Vita Quelle: Random House
Fragen und Antworten
mit der Autorin Carrie Vaughn (Text: AS)
Bitte stellen Sie sich unseren Leser bitte kurz vor?
Ich wohne in Boulder, Colorado. Ich habe einen Hund, einen Miniatur-American Eskimo namens Lily. Ich liebe es zu reisen, reiten, fechten, und Dinge zu kreieren. Ich habe einen ganzen Schrank voller Stoffe, Kostüme, und das Handwerkszeug. Das ist das, was ich aus Spaß gerne mache.
Mein Vater war in der Air Force, so dass wir in meiner Jugend oft umgezogen sind (aber wir haben niemals in Deutschland gelebt, leider).
Ich bin eine Art geek (etwa: Computer-Versessene) – Schon immer liebte ich Science Fiction, Fantasy, Comic-Bücher, Filme, und so was alles. Für mehr Infos schaut auf meine Website, www.carrievaughn.com und mein Blog, carriev.wordpress.com.
Was hat in Ihnen den Wunsch geweckt, Geschichten zu erzählen und aufzuschreiben?
Ich habe schon immer Geschichten geschrieben. Ich habe schon immer eine große Phantasie besessen und bin eine Art Tagträumer. Da ich schon immer auch ein großer Leser war, war es nur sinnvoll meine Tagträume niederzuschreiben, schon seit ich ein Kind war. Ich bin dann dabei geblieben, da ich nie einen richtigen Job wollte. Ich wollte nur schreiben und einige dieser Bücher herstellen, die ich mit so viel Liebe las.
Warum haben Sie sich für bei der „Midnight Hour“ für die Ich-Form entschieden?
Einer der Vorteile der „Ich-Form“ ist; dass man dann in die Lage versetzt wird, wirklich in den Kopf des Charakters zu gelangen und ich denke, die Leser mögen es der Figur so nahe zu sein. Schreiben macht eine Menge Spaß, es ist beinahe wie ein Strom von Bewusstsein; und ich liebe es die Reaktion des Charakters auf ein Ereignis aufzuzeigen.
Es lag auf der Hand die „Ich-Form“ zu wählen, denn es ist praktisch schon Brauch für ein solches Buch. Da die Serie sich immer um Kitty dreht, machte es Sinn sie aus ihrer Sicht zu erzählen.
Auf welche Dinge muss man als Autor besonderes achten, wenn man in der Ich-Form schreibt?
Das wichtigste bei der „Ich-Form“ ist, dass der Charakter nicht überall auf einmal sein kann und der Leser nur das wissen kann, was die Hauptfigur weiß.
Wenn ich möchte, dass der Leser etwas erfährt, dann muss es zuerst die Hauptfigur wissen. Dies kann eine Herausforderung sein, wenn man über ein Geheimnis mit Hinweisen schreibt – da ich sicher gehen muss, dass der Charakter alles auf realistische Art und Weise entdeckt und nicht bloß Glück hatte.
Ich liebe Ihre fiktiven Charaktere. Was würde Sie sagen, sind die wichtigsten Elemente eines interessanten männlichen oder weiblichen Charakters?
Es sind die gleichen Eigenschaften beteiligt, ob der Charakter männlich oder weiblich ist. Jeder gute Charakter muss realistisch sein und muss auf realistischen Weise reagieren. Andernfalls wird der Leser nicht in der Lage sein eine Verbindung zu ihnen zu finden. Sie müssen einige liebenswerte Eigenschaften haben, dass wir ihnen die Daumen drücken.
Wir wollen, dass sie in ihren Kämpfen erfolgreich sind; so dass ich denke gute Charaktere brauchen etwas worauf sie hinarbeiten können, etwas was sie beschützen müssen, etwas was sie verwirklichen müssen, so dass wir eine Grund dafür haben, ihren Sieg zu wollen.
Warum haben sie für ihre Hauptfigur Kitty einen Job als Radiomoderatorin gesucht?
Ich hatte die Idee für eine Radio Talkshow zuerst und brauchte nun einen Charakter der mit dem Radio involviert war. Sie zu einem Radio DJ zu machen erschien mir eine coole Sache zu sein. – es ist ein cooler Job, den die Leute faszinierend finden.
Was ist das Faszinierende an Wölfen und/oder Werwölfen?
Ich denke, sie sind viel interessanter als Vampire. Ich glaube auch, die sie die Linie zwischen Mensch und Tier vertreten; jene Grauzone erlaubt mir auch mich mit verschiedenen Streitfragen zu befassen. Welche Seite ist mehr Monster, Mensch oder Wolf? Welche Seite ist in der Lage mehr Schaden anzurichten? Wer sind die wirklichen Monster? Was ist die Beziehung zwischen Vernunft und Instinkt? Aber ehrlich, ich entschied mich über Werwölfe zu schreiben, weil fast alle über Vampire schreiben und ich anders sein wollte.
Auf ihrer Webseite bezeichnen Sie sich als Werewolf-Psychologist. Fans und Leser sind sich einig, dass Sie die Werwolf Rudel und auch den Spagat zwischen Kitty menschlicher und wölfischer Seite besonders anschaulich und interessant dargestellt haben. In welchen Medien haben sie recherchiert? Internet oder Bücher?
Ich habe die meisten Dinge meiner Recherche über das Verhalten von Wölfen durch das Lesen von Büchern und dem Anschauen von Videos erfahren. Da gibt es einen besonders guter Dokumentarfilm von National Geographic "Eine Legende kehrt zurück" über die Wiedereinführung von Wölfen im Yellowstone National Park in den USA. Der Film verfolgt das Rudel für ein Jahr und konzentriert sich darauf, wie das Rudel mit den unterschiedlichen Verhaltensweisen einzelner Wölfe aufgebaut ist.
Ich möchte meine Werwölfe realistisch gestalten, weil es heißt, dass ich eine Menge mehr mit ihnen tun kann, als mit der üblichen "bei Vollmond in ein Monster verwandeln und alles töten“ Idee.
Bisher wurden nur der 1. und 2. Teil der Midnight Hour Serie ins deutsche Übersetzt; weitere folgen… Aber eines interessiert die deutschen Fans ganz besonders: Was wird aus dem Paar Kitty und Cormac? Und werden sie überhaupt ein Paar werden?
Das ist die Frage, die ich auch am meisten von den Originallesern gefragt werde! Ich mag es nichts zu sagen, denn ich möchte nichts verraten. Ich denke Cormac wird immer Teil von Kittys Leben sein, auf die eine oder andere Art, aber sie werden noch einige ziemlich ernste Themen im dritten Buch ( "Holiday") bekommen.
Welche Abenteuer erwarten die deutschen Leser in den nächsten Teilen der Serie?
Dieser wird, denke ich, wird den Lesern eine Menge Spaß bereiten. Es gibt einige persönliche Traumata, doch mein Lieblingsteil des Buches befasst sich mit „Navajo skinwalkers“, eine bestimmte Art magischer Gestaltwandler in der Navajo Folklore. Kitty muss sich einigen beängstigenden und neuen Herausforderungen stellen.
Können Sie uns etwas über zukünftige Projekte erzählen?
Ich habe zurzeit eine Menge Arbeit. Ich arbeite an mehreren weiteren Kitty Büchern, der 5. und 6. Teil wurde in den USA bereits veröffentlicht, und der 7. kommt dann nächstes Jahr.
Ich schreibe ein Buch für junge Erwachsene und ich habe einige Stand-alone Fantasy Romane, von denen ich hoffe, dass sie so bald als möglich veröffentlicht werden.
Ich arbeite immer an etwas Neuem!
Ziemlich produktiv bin ich auch mit kurzen Geschichten, die in Zeitschriften und Anthologien erscheinen.
Autoren sind auch immer leidenschaftliche Leser. Gilt das auch für sie und welches Buch haben sie zuletzt gelesen?
Oh, ich bin ein großer Leser! Leider bin ich auch ein langsamer Leser, so dass ich nie so viel lesen kann wie ich möchte. Gerade habe ich „This is not a game“ (bisher nicht ins Deutsche übersetzt) von Walter Jon Williams durch, eine Art von Real World Thriller mit alternativen Reality Games.
Question and Answers
Please tell us a little bit about you.
I live in Boulder, Colorado. I have a dog, a miniature American Eskimo named Lily. I love to travel, ride horses, fence, and make things. I have a whole closet full of fabric, costuming, and craft stuff. That's what I do for fun. My father was in the Air Force, so we moved around a lot when I was growing up (but we never lived in Germany, alas). I'm kind of a geek--I've always loved science fiction, fantasy, comic books, movies, and all that. For more info see my website, www.carrievaughn.com, and my blog, carriev.wordpress.com.
What has inspired you to tell stories and write them down?
I've always written stories. I've always had a big imagination and been something of a daydreamer. Since I've always been a big reader as well, it made sense to write down my daydreams, even when I was a little kid. I kept doing it because I never wanted to get a real job. I just wanted to write, and to make some of those books I love reading so much.
Why did you decide to write from the first person POV? And what's for you the appeal in this narrative form?
One of the benefits of first person POV is really being able to get inside the character's head, and I think readers like being so close to her. It's a lot of fun to write, almost stream of consciousness, and I love showing the character's reactions to events.
It was an obvious choice--first person is the convention for this kind of book, and the series really is all about Kitty, so it made sense to tell it from her point of view.
What do you have to pay attention to especially when using the first person POV?
The biggest thing with first person POV is that the character can't be everywhere at once, and the reader can only know what the main character knows. If I want the reader to know something, the main character has to discover it first. This can be challenging when writing a mystery with clues--I have to make sure the character discovers everything in a realistic way and doesn't just get lucky.
I love your fictional book characters. What are in your opinion the essential elements of an interesting male and female character?
The same traits are involved whether the character is male or female. Any good character needs to be realistic, needs to react to events in a realistic way. Otherwise, the reader won't be able to relate to them. They need to have some endearing qualities so we can root for them. We want them to succeed in their struggles, so I think good characters need to have something they're working toward, something they want to protect, something they want to achieve, so we have a reason to want them to succeed.
Your main character Kitty is a radio D.J. . Why did you chose this kind of job for her?
I had the idea for the talk radio show first, so I needed a character who was involved in radio. Making her a late-night radio DJ just seemed like a cool thing to do--it's a cool job that people find intriguing.
What is so fascinating about wolves oder werewolves?
I think they're more interesting than vampires. I also think they represent this line between human and animal, this ambiguous area that lets me deal with lots of different issues. Which side, human or wolf, is more monstrous? Which side is capable of doing more damage? Who are the real monsters? What's the relationship between reason and instinct? But really, I decided to write about werewolves because most everyone else was writing about vampires and I wanted to be different.
On your website you describe yourself as a Werewolf-Psychologist. And your fans and readers, (myself included), agree that your discription of the balancing act between the human and the wolfish Kitty is particularly interesting and vividly. In what media have you researched? Internet, books or other….?
I've done most of my research on wolf behavior by reading books and watching videos. There's a particularly good documentary by National Geographic called "A Legend Returns," about wolves reintroduced to Yellowstone National Park in the U.S. This video follows a pack for a year, and focuses on how packs are made up of individual wolves with different behaviours. I like grounding my werewolves in this kind of reality because it means I can do a lot more with them than the usual "turning into a monster on the full moon and killing everything" idea.
So far only the 1st and 2 volume of the Midnight Hour series has been translated into German, more to follow ... But one thing is of particular interest for the German fans in: What will happen to the couple Kitty and Cormac? Or better to asked: Will they ever be a couple?
This is the question I get asked the most about in English as well! I hate to say anything, because I don't want to give anything away. I think Cormac will always be part of Kitty's life in one way or another, but they have some pretty serious issues come up in the third book ("Holiday").
What adventures await the German readers in the next part of the series „Kitty takes a holiday“ / „Die Stunde der Jäger“?
This one's a lot of fun, I think. There's some personal trauma, but my favorite part of the book is dealing with Navajo skinwalkers, a specific type of magical shapeshifter in Navajo folklore. Kitty has to deal with some scary new challenges.
Could you tell us something about your current projects?
I have a lot in the works right now. I'm working on several more Kitty books -- the fifth and sixth have just been released in the U.S., and the seventh will be released next year. I'm writing a young adult book, and I have some stand-alone fantasy novels that I'm hoping to put out there soon as well. I'm always working on something new!
I'm also pretty productive with short stories that appear in magazines and anthologies.
Authors are always passionate readers, too. Is that also true for you and which book did you read last?
Oh, of course I'm a big reader! Unfortunately, I'm also a slow reader, so I never read as much as I would like. I just finished THIS IS NOT A GAME by Walter Jon Williams, which is a kind of real-world thriller involving alternate reality games.
I like to thank Carrie Vaughn for this great und very interesting interview.