Vita Elaine Winter

Fragen und Antworten

(Text: AS)

- Bitte stellen sie sich unseren Homepage Besuchern vor und erzählen Sie uns wieso Sie sich für den Werdegang einer Autorin entschieden haben. Wann hatten Sie das erste Mal das Gefühl eine Geschichte/ einen Roman schreiben zu wollen?

Als Autorin bin ich sozusagen eine "multiple Persönlichkeit". Am engsten verbunden bin ich wohl mit Elaine Winter, die romantische Komödien schreibt, aber auch schon einen erotischen, paranormalen Roman veröffentlich hat. Pia Long schrieb einige Jahre lang romantische Teenagerromane und hat vor, demnächst mal wieder in dieser Richtung in Aktion zu treten. Außerdem gibt es noch Ria Wallmann, die ein bisschen blutrünstig ist und einen Erotikthriller zu Papier gebracht hat. Daneben existieren noch etliche muntere Frauen, die für Taschenheftreihen arbeiten und Bücher zu Fernsehserien schreiben.
Und wie das bei Freundschaften so ist, verliert man sich manchmal aus den Augen und fällt sich beim Wiedersehen enthusiastisch in die Arme. Mal sind Elaine und ich ganz dicke Freundinnen, dann verbringe ich wieder viel Zeit mit Ria oder einer der anderen, um prompt Elaine ganz schrecklich zu vermissen…

Geschichten erfunden und später aufgeschrieben, habe ich schon als Kind, aber das Schreiben zum Beruf zu machen, erschien mir doch zu utopisch, als ich nach dem Abitur die Schule verließ. Also machte ich erst eine kaufmännische Ausbildung im Hotel, wechselte später in den Kunsthandel und entschloss mich dann doch, Germanistik und Anglistik zu studieren. Es folgten diverse Jobs in den Bereichen Medien und Marketing. Ich hatte überall viel Spaß, aber manchmal ging mir doch durch den Kopf, dass ich diese oder jene Geschichte gerne aufschreiben würde.
Dann wurde mein Sohn geboren, ich war im Erziehungsurlaub und wenn das muntere, höchst eigensinnige Kerlchen auch keinerlei Langeweile aufkommen ließ, setzte ich mich doch in kleinen Verschnaufpausen manchmal hin und schrieb. Zunächst Kurzromane und "wahre" Geschichten, die sich zu meinem Erstaunen auch sofort verkaufen ließen, wenig später entstand dann mein erster Teenagerroman – und seitdem hat mich das Schreiben nicht mehr losgelassen.

- Serien sind beliebt, darüber braucht man sicher nicht zu diskutieren. Aber wie kommt ein Autor dazu gleich eine Serie schreiben zu wollen? Liegt es vielleicht daran, daß man als Autor liebgewonnene Nebenfiguren seines ursprünglichen Romans ungern gleich wieder loslassen möchte?

Ehrlich gesagt war die Geschichte um die drei Freundinnen Jolanthe, Miriam und Sina zunächst gar nicht als Serie geplant. Ich fand es einfach interessant, drei ganz unterschiedliche Frauen auf der Suche nach Mr. Right zu zeigen, wobei zwangsläufig eine von ihnen (Jolanthe) im Mittelpunkt stand und dann auch ihr Happy End bekam.
Es war dann meine Lektorin bei Cora, die vorschlug, dass auch Miriam einen eigenen Roman bekommen sollte. Ich war sofort Feuer und Flamme und hatte viel Spaß dabei, über die drei Freundinnen weiter zu fabulieren. So entstand meine erste Mini-Serie und nun kann ich mir natürlich sehr gut vorstellen, noch mehr Serien zu schreiben.

- Immer wieder wird die Arbeit von Autoren, die z.B. für Cora schreiben, abgewertet. Doch wie ich finde, zu Unrecht! Denn ich finde, wie auch bei "dickeren Büchern", gibt es auch im Bereich der Romanhefte entweder gute oder schlechte Bücher. Und selbst Bestsellerautorinnen wie Nora Roberts oder Sandra Brown haben einmal so angefangen. Was bereitet Ihnen persönlich mehr Freude? Die Arbeit an einem Romanheft oder an einem etwas längeren Buchprojekt?

Ich habe mittlerweile neben zahlreichen Taschenheften für Cora und andere Verlage auch einige "dickere" Bücher geschrieben und kann nicht sagen, dass es für mich als Autorin anspruchsloser ist, ein Taschenheft zu schreiben. Besonders Cora stellt als Verlag sehr hohe Anforderungen an den Stil und Inhalt, es wird sehr sorgfältig lektoriert, und es findet insgesamt eine enge, professionelle Zusammenarbeit zwischen mir als Autorin und dem Lektorat statt, bei der ich auch immer noch etwas dazulernen kann.
Grundsätzlich ist es einfach so, dass es Geschichten gibt, die vom Umfang und Inhalt her gut in eine Taschenheftreihe passen, während andere Geschichten nur in umfangreicheren Bücher erzählt werden können. Ebenso wie es auch Situationen gibt (im Wartezimmer, in der U-Bahn usw.), in denen ich selber lieber einen kürzeren, locker erzählten Roman lese als einen dicken Wälzer. Das hat alles seine Daseinberechtigung, und es ist schön, dass es das alles gibt.
Spaß macht mir auch beim Schreiben beides.

- Gibt es Vorgaben der Verlage, wie z.B. bezüglich des Formats, Länge und Inhalt, wenn man als Autor für bestimmte Spartenreihen der Verlage, wie z.B. an einem Cora Tiffany Lieben & Lachen, arbeitet?

Taschenheftromane haben in der Regel einen bestimmten Umfang. Dabei geht es nicht um eine exakte Anzahl von Absätzen und normalerweise auch nicht um ein oder zwei Seiten mehr oder weniger, doch in etwa sollte das schon hinkommen. Das ist aber auch kein größeres Problem beim Schreiben, weil ich den Umfang ja von vornherein kenne und aus Erfahrung weiß, wie viele Seiten ich etwa brauche, um eine bestimmte Geschichte zu erzählen. Erscheint mir eine Geschichte von vornherein zu komplex, erzählte ich sie eben nicht in einem Taschenheft.
Natürlich sollte auch der Inhalt in die Reihe passen. Wenn ich für Tiffany Lieben & Lachen schreibe, heißt das selbstverständlich, dass ich kein Drama abliefere, sondern eine heitere Liebesgeschichte – und ich muss sagen, dass mir diese Anforderung sehr gut gefällt.

- Ich mag besonders Ihre amüsanten leicht geschriebenen Kurzgeschichten in der Cora Tiffany Lachen und Lieben Reihe. Allerdings wird immer wieder von Komikern bestätigt, dass Sketche und Witze sich zumeist nicht so einfach leicht und locker aus dem Ärmel schütteln lassen und in Wirklichkeit harte Arbeit sind. Wie schwer oder wie leicht fällt es Ihnen leichte und amüsante Szenen zu schreiben?

Es gibt beim Schreiben von Komödien zwei Schritte. Zunächst entwerfe ich den Plot, und das kann durchaus anstrengend sein, denn es geht darum, eine glaubwürdige Geschichte zu erfinden, in der möglichst viele Szenen mit dem Potential für komische Verwicklungen und heitere Dialog enthalten sind. Das kann durchaus einige "Bastelarbeit" bedeuten.
Wenn ich dann, im zweiten Schritt, den Text ausformuliere, ist die Grundregel: Wenn es nicht leicht geht, geht es nicht. Den heiteren Ton treffe ich nur, wenn ich es "fließen" lasse, wenn ich mich selber mit meinen Figuren amüsiere und durchaus auch mal meinen Monitor angrinse. Zum Glück klappt das meistens ganz gut, ich muss aber zugeben, dass es Tage gibt, an denen ich aus irgendwelchen Gründen weniger "leicht und locker" drauf bin, dann hilft nur abwarten, normalerweise ist es am nächsten Tag schon besser.

- Worin liegt Ihrer Meinung nach die Faszination und die Beliebtheit von Serien?

Ich glaube, die Leserinnen freuen sich vor allem, alte Bekannte wieder zu treffen. Das ist ein bisschen so wie im wahren Leben. Wenn ich nette Leute kennen gelernt habe, möchte ich die ja gelegentlich auch wieder sehen und hören, wie es ihnen so geht.
Außerdem haben Serien den Reiz, dass sich in jedem Teil die Perspektive verschiebt. Eine Figur, die zuvor nur am Rand der Geschichte auftauchte, steht plötzlich im Mittelpunkt, man erlebt sie sozusagen von innen, während bisherige Hauptfiguren aus der Sicht der anderen Personen nun von außen betrachtet werden, was ja durchaus auch interessant sein kann.

- Sie sind eine sehr vielseitige Autorin, die sich scheinbar in vielen Genres zu Hause fühlt. Welches ist ihr Lieblingsgenre? Welches bisher noch unbekannte Genre würden Sie für sich in Erwägung ziehen?

Tatsächlich liebe ich die Abwechslung. Ebenso wie ich ganz unterschiedliche Bücher lese, probiere ich mich auch gerne beim Schreiben in verschiedenen Genres aus. Ich glaube aber, dass ich zwischendurch immer wieder zu heiteren Romanen zurückkehren werde. Weil ich ein Mensch bin, der gerne lacht, und weil ich die Vorstellung liebe, ein Lächeln auf die Lippen meiner Leserinnen zu bringen. Das Leben ist ja manchmal schon ernst genug.

Was andere Genres betrifft, habe ich schon lange einen Zeitreiseroman im Hinterkopf, und zwar über eine Zeit, zu der es meines Wissens bisher kaum entsprechende Romane gibt. Mehr wird noch nicht verraten. Mal sehen, ob ich diese Geschichte irgendwann verwirkliche.
Ich könnte mir auch vorstellen, noch mehr in Richtung Krimi zu schreiben.

- Was dürfen Ihre Fans in Zukunft an neuen Buchprojekten von Ihnen erwarten?

Nachdem ich in letzter Zeit vor allem für Taschenheftreihen und über Fernsehserien geschrieben habe, plane ich für dieses Jahr unbedingt mal wieder einen längeren Roman. Und habe die Qual der Wahl. Pläne und Ideen siehe oben, und es schwirrt mir noch einiges mehr im Kopf herum, so dass ich selber gespannt bin, was letzten Endes passiert, denn meine Agentur und die Verlage haben schließlich auch noch ein Wörtchen mitzureden.

Vielen Dank für die interessanten Fragen. Es hat Spaß gemacht, sie zu beantworten!
Elaine Winter

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