Vita Lara Wegner
(Text: AS)
Lara Wegner ist das Pseudonym, für paranormale Romane, von Antonia Munoz, die unter diesem Namen historische Romane schreibt.
Aber egal ob als Lara Wegner oder Antonia Munoz, die Autorin hegt eine besonderes Liebe zu Frankreich und französischer Geschichte und hat auch für ihren paranormalen Debütroman dieses Setting gewählt.
Auch ihren fesselnden Erzählstil, der uns bereits in ihrem historischen Roman Das Orakel von Paris aufgefallen ist, finde sich in Im Bann des Wolfes wieder.

Rezensionen auf Happy End Buecher
als Lara Wegner
Im Bann des Wolfes (Dine)
als Antonia Munoz
Das Orakel von Paris (Nicole)
Frage und Antwort
Bitte erzähle uns ein wenig über dich.
Eigentlich unterscheidet sich mein Alltag nicht so sehr von dem der meisten. Ich gehe morgens zur Arbeit und komme abends wieder nach Hause, treffe mich mit Freunden, besuche die Familie, habe mich endlich dazu aufgerafft, wieder Sport zu machen (mal sehen wie lange!) und parallel dazu bin ich Autorin.
War Autorin zu werden schon immer ein Wunschtraum von dir? Oder anders gefragt: Wann hat sich dein Bedürfnis entwickelt Geschichten niederzuschreiben?
Ein Wunschtraum oder Kindheitstraum war es nicht. Ich kann nicht festmachen, woher das Bedürfnis zu schreiben kommt. Irgendwann war es da und wollte ausgelebt werden. Der Weg bis zu einem Manuskript, das letztendlich zu meinem Debüt „Das Orakel von Paris“ wurde, war ein langer Prozess, und ich habe dieses Buch nicht mit dem Wunsch oder der Intention angefangen, es eines Tages gedruckt in Händen zu halten. Der erste Ansatz war: ich will schreiben. Ob das Geschriebene ein gebundenes Buch wird, war erst einmal zweitrangig. Mit der ersten Veröffentlichung hat sich das verschoben. Heute sind die Leser in den Vordergrund gerückt, der Wunsch andere gut und spannend zu unterhalten, ihnen durch eines meiner Bücher eine Auszeit zu schenken. So gesehen habe ich früher (also bevor aus Manuskripten Bücher wurden) ausschließlich mich selbst in eine fremde Welt entführt. Jetzt ist es mir wichtig, auch andere auf dieses Abenteuer mitzunehmen.
Was hat es mit "Die Söhne der Luna" auf sich? Erzähl ein wenig darüber was uns in der Serie erwartet.
Die Serie beginnt mit dem Auftakt „Im Bann des Wolfes“. Zu Anfang sollte es ein Einzelbuch werden. Für mich war es eher das Ausprobieren eines neuen Genres, und ich hatte keine Ahnung, ob ich damit den Verlag oder mich selbst überzeugen kann. Im Verlauf des Schreibens hat sich dann gezeigt, dass ausreichend Potential für weitere Bücher vorhanden ist.
„Im Bann des Wolfes“ handelt von Florine, einer jungen Frau aus dem „Milieu“, denn sie arbeitet in einem exklusiven Bordell. Heutzutage würde man sie wohl Event Managerin nennen. Dort begegnet ihr Cassian de Garou, wie der Name schon andeutet ist er ein Werwolf. Durch ihn wird Florine in Geschehnisse verstrickt, die ihr nach und nach die Wahrheit über ihn, aber auch über ihre eigene Vergangenheit offenbaren. Das Buch ist eine Mixtur aus Romantik, Fantasy, Erotik und Abenteuer in einem historischen Setting.
Was fasziniert dich an paranormalen Gestalten allgemein und an Werwölfen im besonderen?
Fantasy habe ich von jeher gerne gelesen oder mir Filme angesehen. Für Märchen, sei es nun im Buch oder Film, werde ich wohl nie zu alt sein. Je opulenter und fantastischer etwas ist, desto größer meine Faszination. Es liegt wohl daran, dass ich gerne staune und zum Staunen gebracht werde. Darüber schließlich zu schreiben, ist ein Schreiben ohne eine „So-etwas-gibt-es-aber-nicht“-Blockade. Schon in meinem Debüt kam ich ja nicht ganz ohne phantastische Elemente aus. Obwohl ich vorhatte, im historischen Genre weiterzumachen, habe ich letztendlich die Richtung ins Paranormale eingeschlagen. Erklären kann ich es mir damit, dass abgesehen von den ganz eigenen Regeln einer jeden Geschichte alles erlaubt ist, der Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Darin liegt für mich der große Reiz in diesem Genre.
Warum Werwölfe. Das liegt daran, dass der Wolf mir sehr sympathisch ist. Ein Raubtier mit ausgeprägtem Sozialverhalten. Es wurde verteufelt, gejagt, vertrieben, geschossen und in manchen Gegenden nahezu ausgerottet. In meinen Augen verkörpert der Wolf das Ursprüngliche der Natur, ihre Rauheit und ihre Schönheit, und irgendwie den Hunger nach Leben und Überleben. So lag eine Serie über Werwölfe nahe und ist - soweit ich es vermag - eine Hommage an eine Tierart, die lange Zeit missverstanden und nicht entsprechend gewürdigt wurde.
Für "Im Bann des Wolfes" hast du ein historisches Setting gewählt. Was war der Grund dafür und warum Frankreich?
Das ist ganz leicht zu beantworten. Es liegt mir nicht, etwas in der Gegenwart zu schreiben. Vielleicht ändert sich das einmal, doch derzeit ist mein Fokus die Vergangenheit. Schließlich bin ich Tag für Tag von Gegenwart umgeben, ich möchte sie nicht zusätzlich in mein Schreiben einfließen lassen. Ich mag lieber Kerzenschein statt Glühbirnen, dunkle Gassen, statt Beleuchtung, das Rattern von Kutschen, statt Motorenlärm. Ich schwelge gerne im Pomp und der Pracht vergangener Zeiten.
Auf Frankreich bin ich zum einen verfallen, weil mir dieses Land gefällt, insbesondere seine Vergangenheit mit Gelehrten wie Voltaire, der Enzyklopädie, der Prunkentfaltung des Königshofes und einer Revolution, die ganz Europa aus den Angeln gehoben hat. Zum anderen gab es in Frankreich eine Bestie im Gevaudan, bei der einige behauptet haben, es sei ein Werwolf gewesen. Allerdings spielt „Im Bann des Wolfes“ etwa zehn Jahre vor dem Auftreten dieser Bestie. Wer Frankreich nicht viel abgewinnen kann, wird im 2. Teil der Serie entschädigt. Dort wird Rom zum Dreh- und Angelpunkt, und ich habe geplant, jeden für sich abgeschlossenen Teil in einem anderen Land spielen zu lassen.
Was sind für dich die wesentlichen Elemente eines interessanten männlichen und weiblichen Charakters?
Das ist schwer zu beantworten. Bestimmte Eigenschaften machen einen Charakter meiner Ansicht nach nicht interessant. Ich könnte es nicht an einem Attribut wie wagemutig oder ängstlich festmachen. Interessant sind ja meistens Überraschungen, Brüche im Charakter, ein ungewöhnlicher Hintergrund, eine Erwartungshaltung des Lesers, die vielleicht nicht sofort, sondern auf Umwegen erfüllt wird. Angenommen ich habe den typischen Überhelden vor mir, würde ich nicht unbedingt erwarten, dass er eine Sache massiv vermasselt. Wie er dann damit umgeht, das würde ihn interessant machen. Oder ein Angsthase, dem daran liegt, bestimmte Situationen unbedingt zu vermeiden. Was geschieht, wenn diese Vermeidungsstrategie scheitert und er/sie die Angst überwinden muss? Das kann spannend werden. Wenn ich so darüber nachdenke, durchläuft ein interessanter Charakter eine schlüssige, nachvollziehbare Wandlung, etwa in seinen Werten, seinem Verhalten oder seinen Einsichten, ohne dabei in allzu offensichtliche Schablonen zu verfallen. Das habe ich ja jetzt mal locker hingeschrieben. Leider ist es nicht ganz so einfach, einen solchen Charakter aus dem Handgelenk zu schütteln. *seufz*
Unter welchen Gesichtspunkten wählst du die Namen für deine Protagonisten aus?
In der Regel habe ich keine Probleme, passende Namen zu finden. Es gibt genügend Möglichkeiten von Namen, gewöhnlichen wie ungewöhnlichen, geradezu geflutet zu werden. Meisten stellen sie sich beim Lesen von Namenslisten von selbst ein. Ich sehe den Namen vor mir, er gefällt mir und ich nehme ihn. Beim „Im Bann des Wolfes“ wusste ich, dass meine Protagonistin Florine heißt, bevor ich überhaupt wusste, was ich mit ihr anstellen soll. Dieser Name war einfach da, bewusst habe ich ihn nirgends wahrgenommen.
Die Momente, da ich eine Figur habe, schon alles über sie weiß, außer einem Namen, sind selten und irgendwie schrecklich unangenehm. Da wird ein Name eingesetzt, mittendrin verworfen, ein anderer Name gesucht und nach mehreren solcher Anläufe, die durchweg unbefriedigend verlaufen, macht es Pling, und plötzlich taucht exakt der Name auf, der passt. Wenn ich also mal gar nicht weiß, welchen Namen ich wählen soll, warte ich auf das Pling und verlasse mich darauf, dass es irgendwann kommt.
Hast du einen besonderen Platz, eine bestimmte Uhrzeit oder eine bestimmt Atmosphäre, z.B. Musik im Hintergrund, bei der du am besten und kreativsten Schreiben kannst?
Mein Credo ist: ohne meinem Schreibtisch im Erker am Fenster geht nichts. Das mag Einbildung sein, aber alle Versuche, aus dem Erker auszubrechen, scheitern daran, dass ich woanders alles Mögliche mache, nur nicht schreiben. Musik lenkt mich ab. Ebenso laute Hintergrundgeräusche, weil ich ihnen unweigerlich nachgehe, aus Angst, ich könnte sonst etwas verpassen. Es geht nichts über eine besinnliche Stille und das Klackern der Tastatur unter meinen Fingern. Das Schreiben beschränkt sich durch meinen Beruf auf die Wochenenden oder freien Tage.
Kannst du uns etwas über kommende Projekte erzählen? An was arbeitest du zurzeit?
Derzeit strecke ich alle Viere von mir und spiele „toter Werwolf“. Der 2. Teil von „Söhne der Luna“ ist fertig für das Lektorat. Wie schon angedeutet spielt er in Rom. Mit Ruben dem Werwolf sind die Leser bereits aus dem 1. Teil bekannt, und ihm zur Seite wird Aurora gestellt, eine Frau, die es an Fähigkeiten locker mit ihm aufnehmen kann. Es soll romantisch bleiben, es soll erotisch bleiben, und vor allem – das ist das wichtigste – es soll spannend bleiben. Da ich vermute, dass dieser Teil erst im nächsten Jahr veröffentlicht wird, erlaube ich mir den Luxus, meinen derzeit leeren Kopf mit neuen Ideen für den 3. Teil zu füllen, ohne diese sofort festzuhalten und umzusetzen.
Liest du privat auch gerne? Wenn ja, welcher Titel ist zurzeit dein Lieblingsbuch?
Lesen ist für mich wie Nahrung, ich brauche und genieße es. Da ich sehr viel und in den unterschiedlichsten Genres lese, gibt es keinen expliziten Lieblingstitel. Im Paranormalen konnte mich Kim Harrison letzthin begeistern, und ich warte jetzt gespannt auf ihr neues Buch „Blutkind“. Und ich war hingerissen von Jacqueline Carey und ihren Kushiel-Büchern.
Bitte vervollständige den Satz: "Ein Buch ohne "Happy End" ist ..."
„... nichts, das mir den Lesegenuss verderben kann. Auf gut gemachte Tragödien lasse ich nichts kommen.“
Liebe Lara herzlichen Dank für das interessante Interview.
Quellennachweis
Photo: © Lara Wegner/ Antonia Munoz