Vita Mina Wolf

Mina Wolf ist gebürtige Münchnerin, hat nach dem Abitur Kommunikationsdesign studiert und als Jungredakteurin bei einem Frauenmagazin gearbeitet. Inzwischen lebt sie mit ihren zwei Hunden, einem Pfau und einigen Hühnern auf einem kleinen Hof bei Immenstadt, schreibt Bücher und malt. (Quelle: Piper)

Bibliographie

(November 2010) Kann denn Lüge Sünde sein? (Simone)
(April 2010) "Bella Italy" aus der Anthologie "Vampire sind zum Küssen da"

Frage und Antwort

(Interview: SG)

Mit "Kann denn Lüge Sünde sein?" veröffentlichten Sie Ihren ersten Roman. Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Buch gekommen?


Als ich noch selbst in einer Moderedaktion gearbeitet habe, hat sich eine meiner Kolleginnen ständig über meinen Wunsch, einen Roman zu schreiben, lustig gemacht und darüber gespottet. Irgendwann habe ich mir gedacht: So, jetzt schreib ich ihn. Und zwar genau über das hier und Mädels wie dir!


Ihre Protagonistin Vicky ist sehr sympathisch, aber auch ein wenig chaotisch. Wie viel von Ihnen selbst steckt in Vicky, wenn wir das fragen dürfen - gibt es charakterliche Parallelen?

Also es steckt auf jeden Fall ein bisschen was von mir in Vicky. Zwar bin ich viel zielstrebiger als sie und nicht ganz so naiv wie sie es noch manchmal ist, aber ich bin in meinem Gefühlsleben ebenfalls sehr chaotisch und deswegen für meine Mitmenschen mit Sicherheit oftmals nicht ganz einfach. Außerdem nehme ich mir auch alles ziemlich schnell zu Herzen.


Sie beschreiben die Redaktion des Modemagazins, bei dem Vicky arbeitet, recht anschaulich, aber auch als recht drastisch. Haben Sie in diesem Bereich schon einmal eigene berufliche Erfahrungen gemacht und diese ins Buch eingearbeitet?

Ja, wie oben schon kurz erwähnt habe ich selbst schon in dieser Umgebung gearbeitet und so einiges aus dieser Zeit ist in dieses Buch mit eingeflossen. Wobei ich aber sagen muss, dass ich diese Branche keineswegs schlecht machen will! Ich finde sie immer noch interessant und schwarze Schafe gibt es überall. Man sollte das Buch und die darin ausgedrückte Kritik eher als Augenzwinkern verstehen.


Wie lange schreiben Sie im Durchschnitt an einem Buch und zu welcher Tageszeit haben Sie die besten Ideen? Gibt es einen bestimmten Platz, an welchem Sie am liebsten schreiben oder haben Sie andere Schreibrituale?

Ich schreibe an einem Buch so circa 8 Monate. Die besten Ideen habe ich dabei entweder am späten Abend oder am frühen Morgen. Tagsüber kriege ich irgendwie überhaupt nichts auf die Reihe wenn ich kreativ sein muss – da kann ich dafür besser korrigieren oder mich um anderen sachlichen Kram kümmern. Einen bestimmten Platz habe ich nicht, aber ich höre während des Schreibens immer laut Musik. Ohne geht es irgendwie nicht.


Welchen Aspekt finden Sie am schönsten beim Schreiben, welchen am anstrengendsten?

Am schönsten finde ich es, den ersten und den letzten Satz zu schreiben. Und ich finde es toll, wenn die Geschichte plötzlich eine Wendung nimmt, die man gar nicht geplant hat und das Ganze auf einmal an Fahrt gewinnt. Am anstrengendsten finde ich es, wenn der Roman eigentlich schon erzählt und stimmig ist, aber noch ein paar Seiten bis zum geplanten Umfang fehlen und man diese noch nachträglich irgendwo einbinden muss.


Wie können wir uns einen typischen Mina-Wolf-Tag vorstellen?

Ich stehe im besten Fall früh auf, füttere meine Tiere, koche mir Kaffee und setze mich an mein Notebook. Dort lese ich die letzten Seiten nochmal durch und fange dann an zu schreiben, so lange wie es eben gut läuft, das ist immer unterschiedlich. Tagsüber kümmere ich mich um den Bürokram, erledige den Haushalt und die Einkäufe. Den Abend verbringe ich dann mit meinem Mann oder wir unternehmen etwas mit Freunden. Und danach sitze ich noch etwas am Buch, bedröhne mich mit Musik, esse lauter ungesunde Sachen und falle dann irgendwann ins Bett.


Welche drei Charaktereigenschaften sind typisch für Sie?

Ich denke ich bin unter anderem großzügig, emphatisch und sarkastisch.


Lesen Sie selber auch gerne Bücher? Wenn ja, welches Genre bevorzugen Sie und gibt es Lieblingsautoren?

Ich lese wahnsinnig gerne Bücher. Dabei lese ich so ziemlich alles – nur mit Historienromanen und Krimis habe ich es nicht so. Meine Lieblingsautoren sind Frank Schätzing, Terry Pratchett und Anette Göttlicher. Aber es kommen ständig neue dazu, es gibt so viele tolle Autoren!


Wenn Sie die berühmten drei Wünsche frei hätten, was würden Sie sich dann wünschen?

Das ist schwierig. Aber ich denke ich würde mir wünschen, dass ich und mein Mann glücklich und gesund miteinander alt und schrumpelig werden können. Hm, das sind ja schon drei Wünsche in einem eigentlich, oder? Ich weiß nicht wie streng das moderne Feen sehen würden.


Schreiben Sie bereits an einem neuen Frauenroman? Wenn ja, möchten Sie unseren Lesern ein wenig darüber verraten?

Also allzu viel darf ich noch nicht verraten. Aber ja, ich schreibe schon wieder an einem neuen Roman und es wird um eine sehr menschliche und etwas schrullige Frau, einen selbstverliebten Anwalt und viele Irrungen und Wirrungen gehen.


Liebe Mina Wolf vielen Dank für das Interview.

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