Vita Claudia Ziegler
(Text: JK)
Claudia Ziegler wurde 1968 in Berlin geboren und ging in Berlin und in Schleswig-Holstein in die Schule. Ihr Abitur hat sie im Internatsgymnasium Schloss Plön gemacht. An der „Freien Universität Berlin“ hat sie Französische Sprach- und Literaturwissenschaften, Germanistik und Publizistik studiert.
Professionell als Autorin hat sie erst nach Studium zu schreiben begonnen, aber in der ein oder anderen Form hat sie eigentlich schon immer geschrieben bzw. den Wunsch dazu verspürt und sie hat sich auch als Kind schon gerne Geschichten ausgedacht. Das hat sich später, während ihres Studiums und ihrer journalistischen Arbeit beim Fernsehen, fortgesetzt.
„Wenn ich ein Thema recherchiert habe, ist so gleichzeitig oft auch die Idee zu einer fiktiven Geschichte/Erzählung in meinem Kopf entstanden.“ - sagt sie von sich selbst.
Die Autorin ist verheiratet und lebt mit ihrem Mann in Berlin.
Frau Ziegler liebt Frankreich, seitdem sie während der Schulzeit Paris das erste Mal besucht hat und reist sehr gerne. Auf den Reisen kommen ihr auch oft die Ideen für die Romane.
Zurzeit arbeitet sie an einem neuen Roman, dessen Hintergrund abermals ein historischer ist und auch im Diana Verlag erscheinen wird.
2007 erschien ihr 1. Roman „Die Favoritin des Königs“ im Diana Verlag
Eure Jana
Fragen und Antworten
Wie kamen sie dazu, Romane mit historischem Hintergrund zu schreiben?
Eigentlich nicht bewusst, sondern eher durch einen Zufall. Bei einem Besuch in Versailles fiel mir der Briefwechsel von Madame de Pompadour – sie war die Mätresse Louis XV. – in die Hände. Ich hatte bis dahin immer eher ein negatives Bild von ihr vor Augen, nämlich das einer machtbesessenen, verschwendungssüchtigen und eher unsympathischen Frau, und war sehr überrascht von dem Geist, dem Witz und Esprit, die sich in ihren Briefen zeigten. Das war für mich der Auslöser, mich näher mit dieser Frau zu beschäftigen. Als ich dann feststellte, welch ein unglaublich spannendes und bewegtes Leben sie geführt hat – sie war ja die erste Bürgerliche, die jemals offiziell Mätresse eines französischen Königs geworden war und musste daher Zeit ihres Lebens gegen die Feindseligkeiten und schrecklichen Intrigen des Hofes ankämpfen - ist daraus sehr schnell die Idee zu meinem ersten Roman entstanden.
Wie gehen sie an eine Idee ran, wie ist der Ablauf bis zum fertigen Buch?
Anfang recherchiere ich natürlich erst einmal gründlich die Zeit, die politischen Hintergründe, und die allgemeinen Lebensumstände der jeweiligen Epoche. Ich lese sehr viel – allgemeine Bücher, Biographien, aber vor allem auch Briefe und Memoiren von Zeitgenossen, denn ich finde, dass sie einem immer am besten ein Bild vermitteln, wie die Menschen damals wirklich gedacht und gefühlt haben. Ich sehe mir aber auch Gemälde aus der Zeit an und versuche außerdem, die Orte, die ich beschreibe, möglichst selbst einmal zu besuchen. Ich finde es sehr wichtig, ein Gespür für die Landschaft, die Architektur und Menschen zu bekommen, wenn ich darüber schreibe. Parallel dazu entwickle ich dann die Struktur des Romans und bringe manchmal auch schon einzelne Fragmente und Bilder, die ich im Kopf habe, zu Papier. Wenn ich den Ablauf des Buches dann in groben Zügen ausgearbeitet habe, fange ich an zu schreiben. Dabei verändert und entwickelt sich aber immer noch sehr viel – die Geschichte und ihre Figuren bekommen oft eine spannende Eigendynamik, wenn man beim Schreiben erst richtig in ihre Welt eintaucht. Vor allem bei „Die geheime Tochter“ ging mir das so.
Gibt es eine Zeit, welche sie besonders fasziniert ?
Das 18. Jahrhundert fasziniert mich schon sehr, weil es so eine widersprüchliche Zeit ist, aber auch das sechzehnte und siebzehnte Jahrhundert.
Wenn im Februar 2007 der 1. Roman erschienen ist und dieses Jahr der 2. haben Sie tatsächlich einen längeren Zeitraum zum Recherchieren/Schreiben benötigt ?
Ja, sogar ein wenig länger, denn ich hatte die Arbeit an der „Die Favoritin des Königs“ bereits im Sommer 2006 beendet. Da es ein Lesexemplar für den Buchhandel gab, brauchte man diesen langen Vorlauf und ich habe zu diesem Zeitpunkt bereits mit den Recherchen für meinen neuen Roman angefangen. Allerdings war „Die geheime Tochter“ natürlich auch schon einige Monate vor dem Erscheinen des Buches fertig. Aus organisatorischen Gründen arbeitet man als Autor ja immer ein wenig versetzt, denn der Verlag braucht für den Druck und die Auslieferung des Buchs stets einen gewissen Vorlauf.
Bei anderen Autoren/innen, wissen wir, das der Tagesablauf streng durchgeplant ist. Ist das bei Ihnen auch so ?
Wenn ich recherchiere und einen Stoff entwickle, ist mein Tagesablauf eigentlich relativ frei gestaltet. Aber sobald ich anfange, den Roman zu schreiben, verändert sich das. Dann brauche ich eine Kontinuität, die ich nur ungern unterbreche. Oft schreibe ich dann auch am Wochenende - zumindest einige Stunden - weil ich sonst zu sehr aus der Geschichte rauskomme.
Arbeiten Sie heute noch als Journalistin ?
Nein, damit habe ich bereits aufgehört, als ich Drehbücher geschrieben habe. Das Schreiben macht mir einfach mehr Spaß.
Was mögen Sie an Ihrer Heimatstadt Berlin ?
Die vielen Veränderungen und Wandlungen, die die Stadt durchgemacht hat. Berlin ist immer in Bewegung geblieben und ich finde, gerade die letzten Jahren haben die Stadt sehr weltoffen gemacht. Außerdem mag ich es, dass Berlin im Sommer so grün ist.
Gibt es einen Lieblingsplatz/-ort von Ihnen ?
Mein Lieblingsort bzw. meine Lieblingsstadt ist ganz klar Paris, aber ich mag auch Florenz und Venedig sehr gerne. In Berlin selbst ist einer meiner Lieblingsplätze der Gendarmenmarkt mit dem französischen und deutschen Dom. Für mich ist das einer der schönsten Plätze der Stadt.
Wo geht es dies Jahr in den Urlaub, wenn Sie so gern verreisen ?
Auf der Wunschliste steht New York und auf jeden Fall wird es zu Recherchezwecken ins Loire-Tal nach Frankreich gehen.
Welches Buch oder welchen Kinofilm haben Sie zuletzt gelesen bzw. angesehen ?
„Gut gegen Nordwind“ von Daniel Glattauer habe ich gerade beendet und der letzte Film, den ich gesehen habe, war „State of Play“ mit Russell Crowe.
Können Sie uns ein wenig über das neue Buch erzählen ?????
Zuviel kann oder besser gesagt darf ich leider noch nicht verraten, nur soviel, dass es wieder ein historischer Roman wird, der in Deutschland und Frankreich spielen wird - diesmal allerdings während der Renaissance, im 16. Jahrhundert, zu Zeiten von Katharina de Medici.
Ich danke Claudia Ziegler recht herzlich, das sie sich Zeit für die Beantwortung der Fragen genommen hat.
Quellennachweis
Photo Claudia Ziegler: © M. Schee