Midnight in Paris (Nicole)
| Buchvorlage: keine | Kaufen |
|
Originaltitel: Midnight in Paris Studio: Concorde Video ASIN: B005SNF1KS Erscheinungsdatum: Dezember 2011 Genre: angegeben als Liebeskomödie Schauspieler u.a.: Owen Wilson, Rachel McAdams, Marion Cotillard |
Amazon.de |

Klappentext
Das amerikanische Paar Gil und Inez macht Urlaub in der französischen Hauptstadt und genießt die gemeinsame Zeit in der Stadt der Liebe. Als sie einen alten Bekannten, den kulturell beflissenen Intellektuellen Paul, treffen, tut sich vor allem Gil mit der unerwarteten Begleitung nicht leicht. Als eines Abends Inez mit Paul tanzen gehen will, Gil aber keine Lust hat, streift er allein durch Paris und erlebt die Nacht seines Lebens - was natürlich Auswirkungen auf die Beziehung hat.
Quelle: Concorde Video
Meine Einschätzung
Der Schriftsteller Gil und seine Verlobte Inez machen Urlaub in Paris. In der Stadt der Liebe offenbaren sich jedoch auch das erste Mal Risse in der Beziehungsfassade der beiden und es wird schnell deutlich, dass sie zudem sehr unterschiedliche Menschen sind, die völlig andere Interessen und Lebensziele besitzen. Während es Inez genießt mit dem pseudo- intellektuellen - Paul und seiner Frau die schönen Seiten Paris kennen zu lernen und auch mal abends in die Disco zu gehen um zu tanzen, genießt Gil lieber die stillen Momente des Lebens und spaziert eines Nachts durch die Gassen der Stadt. Gils Vorbilder sind allesamt tot- lebten im Paris Anfang des 20. Jahrhunderts und insgeheim verspürt er den Wunsch, lieber in der damaligen Zeit gelebt zu haben, da er die Gegenwart eher langweilig und uninteressant findet. Während er auf den Stufen eines Hauses sitzt, fährt ein Oldtimer an ihm vorbei, in dem Menschen sitzen, die aussehen, als ob sie gerade zu einer Charleston-Party aufbrechen wollen. Sie fordern den verwirrten Gil auf, dem Auto zuzusteigen und ehe er sich versieht, befindet er sich scheinbar auf einer Kostümparty. Schnell findet er jedoch heraus, dass dem nicht so ist- er muss eine Zeitreise gemacht haben und sieht sich plötzlich seinen Idolen wie zum Beispiel Ernest Hemingway persönlich gegenüber- mehr noch, sie nehmen ihn in ihren Freundeskreis auf und helfen ihm, sein Buch weiterzuentwickeln. Aber Gil lernt auch eine interessante Frau kennen, die ihm schnell unter die Haut geht… eine Geliebte Picassos…
Zugegeben, wenn man sich auf einen Woody Allen Film einlässt, weiß man, dass man keine leichte Popcornkost vorgesetzt bekommt bzw. einen Film sieht, den man zunächst auf sich wirken lassen muss um ihn in Gänze würdigen zu können, doch in diesem Fall muss ich leider sagen, dass ich froh war, mir den Film nicht im Kino angesehen zu haben. Es wäre schade um das Geld gewesen!
Zunächst das Positive: Die vielen Aufnahmen von Paris und seinen Sehenswürdigkeiten bei Tag oder Nacht sind einfach wunderbar und werden die Macher von Reisevideos durchaus neidisch machen. Auch die Idee des Films, den Helden kurzerhand durch eine Zeitreise ins alte Paris zu versetzen, um ihn dazu zu bringen, seine bisherige Lebenseinstellung und Planung zu überdenken fand ich gelungen- genau wie ich von den Filmaufnahmen die im alten Paris spielen, begeistert war, denn sie wirken sehr atmosphärisch- Woody Allen hat hier gelungene, ausdrucksstarke Bilder erschaffen.
Doch es gibt auch ein „aber“! Trotz Starbesetzung; Adrian Brody als Dali, Kathy Bates als Gertrude Stein, oder auch Owen Wilson in der Hauptrolle als Gil u.v.m. war der Film für mich nichts Halbes und nichts Ganzes. Für einen Liebesfilm fehlte mir mehr Intensität und Romantik (da reichen die vielen atmosphärischen Parisaufnahmen leider nicht), für eine Komödie fehlte der Witz und für einen Selbstfindungsfilm hätten einfach mehr aussagekräftige Situationen und Dialoge vorhanden sein müssen. Stattdessen plätschert der Film langsam vor sich hin, man wird Zeuge wie sich Inez und Gils Schwiegereltern in spe benehmen wie kleinkarierte Snobs, wobei sie viel zu klischeehaft und durch und durch unsympathisch in Szene gesetzt wurden und auch das befreundete Paar ist unglaublich nervig/ihre Darstellung ist viel zu einseitig geraten. Alle plappern unwichtige, wie einstudiert wirkende Nichtigkeiten vor sich hin, die meine Geduld auf eine harte Probe stellten. Die wirre, nervöse Grundstimmung, wenn erwähnte Personen ins Geschehen eingreifen, ist als Zuschauer kaum zu ertragen.
Sicher, Woody Allen hält seinen Zuschauern sehr gerne den Spiegel der Gesellschaft vor, doch ehrlich gesagt, sind die meisten Menschen im wahren Leben doch ein wenig facettenreicher.
Auch Owen Wilson fand ich völlig fehlbesetzt. Ein wenig erinnert sein Schauspiel hier- er stellt Gil als tollpatschigen, recht unsicheren in sich gekehrten Menschen dar, an das von Hugh Grant in anderen Komödien und ehrlich gesagt konnte ich es ihm einfach nicht abnehmen. Er wirkte stattdessen hölzern in seinem Spiel und völlig deplatziert. So brilliert „Midnight in Paris“ zwar durch wunderbare Aufnahmen von Paris, bunten beeindruckenden Szenen und einer eigentlich interessanten Grundstory- doch leider hapert es bei der Umsetzung. Übrigens war mein Lieblingsdarsteller in diesem Film Corey Stoll, der den Ernest Hemingway verkörpert und die einzigen wirklich unter die Haut gehenden und aussagekräftigen Dialoge zu erzählen hat. Ich würde diesen Film, der für mich recht mittelmäßig war, höchstens eingefleischten Fans von Woody Allen empfehlen. Alle anderen sollten lieber zu anderen Filmen des Regisseurs greifen.
Bewertung
|
|