Skalpell No 5 (Kerstin)
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Originaltitel: Remains Silent Verlag: Blessing ISBN: 978-3-89667-285-8 Erscheinungsdatum: Genre: Thriller |
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Klappentext
Als die 29-jährige Rechtsanwältin Philomena Manfreda den Pathologen Dr. Jake Rosen in den Zeugenstand lädt, knistert die Luft. Ein Teenager ist während seiner Verhaftung ums Leben gekommen. Für die temperamentvolle Manny ein skandalöser Fall von Polizeibrutalität. Ein bedauerlicher Unfall, befindet Jake jedoch, und fügt der Anwältin die erste Niederlage ihrer Karriere zu. Da verwundert es kaum, dass Mannys Meinung von dem alternden starrköpfigen Rosen gering ist. Der wiederum verschwendet keinen Gedanken an sein zwar ehrgeiziges, aber offenbar reichlich oberflächliches Gegenüber. Schrulliger Hagestolz – überspanntes Modepüppchen, so fallen die Vorurteile der beiden aus. Wie gut, dass der erste Blick nicht immer der entscheidende ist.
So denkt auch Dr. Pete Harrigan, Jakes Mentor und Pathologe im Ruhestand, als in einer Baugrube im New Yorker Hinterland menschliche Knochen auftauchen. Alle Beteiligten sind sich schnell einig: Die Überreste zeugen von einem vergessenen Friedhof der kleinen Gemeinde Turner und sollen das Bauvorhaben nicht länger aufhalten. Harrigan jedoch, der einen zweiten Blick auf die Fundstelle wirft, äußert Zweifel. Am nächsten Tag sitzt er tot an seinem Schreibtisch. Jake ist überzeugt davon, dass sein Ziehvater ermordet wurde. Zusammen mit Manny, die eine Hinterbliebene der Leichen aus Turner vertritt, sucht er Beweise. Allzu bald finden beide heraus, dass nicht nur Gerichtsmediziner mit einem Messer umgehen können…
Quelle: Blessing
Meine Einschätzung
Dr. Jake Rosen ist Gerichtsmediziner: unordentlich, nachlässig gekleidet, lässig. Manny ist Anwältin: immer schick, in Designerklamotten, penibel, ordentlich und mit einem Hund namens Mycroft. Auch wenn sie sich gegenseitig bewundern, kann doch einer nicht sonderlich viel mit dem anderen anfangen. Doch dann arbeiten sie gemeinsam an einem Fall. Auf der Baustelle eines Supermarktes werden alte Leichen gefunden. Die Spur deutet auf Insassen eines früher dort ansässigen Irrenhauses hin. Um den Toten zur Gerechtigkeit zu verhelfen, recherchieren Manny und Jake zusammen. Doch ganz offensichtlich ist der Tod der Patienten noch Jahrzehnte später brisant, denn plötzlich werden Leute umgebracht, die eine Verbindung zu dem Fall haben – und auch Jake und Manny schweben in tödlicher Gefahr.
Der Fall interessant, das Ermittlerduo recht sympathisch (auch wenn mich Manny genervt hat, wenn sie wieder mit ihrem Hündchen von sich selbst in der 3. Person geredet hat und sich dabei selbst „Mommy“ tituliert), flüssig geschrieben. Also soweit alles positive Punkte.
Aber dennoch fehlt etwas. Während der gesamten Lektüre habe ich mich nicht von der Geschichte gefangengenommen gefühlt, hatte nicht das Bedürfnis, unbedingt weiter lesen zu müssen – und richtig spannend wurde es auch nicht.
Der Schreibstil ist eher distanziert und so saß ich keine Sekunde lang mitfiebernd und Nägel kauend da. Der Fall ist wirklich interessant und vor allen Dingen verstörend – das hätte zu wundervoll spannenden Szenen führen können. Doch auch wenn mal kurz ein Herzklopfen von Seiten der Rechtsanwältin erwähnt wird, die einen Schatten wahrnimmt, dann ist die Spannung spätestens dann verloren, wenn im nächsten Satz ganz lapidar erwähnt wird, dass sie davonläuft und sicher zum Auto gelangt. Schade.
Auch die Auflösung des Falls fand ich enttäuschend. Ich konnte die Motive des Täters nicht wirklich nachvollziehen.
Aber auf jeden Fall kann man das Buch schön flüssig lesen und es bietet gute Unterhaltung für einen Nachmittag – aber mehr auch nicht. Da freue ich mich dann lieber auf den nächsten Kathy Reichs ;-)
Bewertung
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