Betty (Anke)
Band 1 - 9 Jordi Bernet, Carlos Trillo und Eduardo Maicas
Das Künstler Team, Jordi Bernet (Zeichnung), Carlos Trillo (Text) und Eduardo Maicas, hat im Verlag - Edition Bikini - zwischen 1999 und 2003 neun Bände, die die Hure Betty (in anderer Ausgaben auch Clara de Noche oder Claire de nuit) zum Mittelpunkt haben, rausgebracht. Im Jahr 2000 gab es zudem 2 Sondereditionen unter dem Titel "Best of Betty".

Jordi Bernet Cussó ist ein spanischer Comiczeichner, dessen bevorzugte Genres Sex-, Crime-, Western- und recht rohe SF/Mystery/Fantasy-Comics sind. Vor allem durch seine Gangster Comic-Serie "Torpedo" ist er bekannt.
Carlos Trillo, gebürtiger Argentinier, ist einer der bekanntesten Autoren des spanischen Sprachraums. Der Autor ist in vielen Genre kreativ. Satire, Humor, Fantasy, Abenteuer und für einen realistischen Stil und oft sozialkritischen Inhalte bekannt. Er hat schon mit vielen Größen der Comicbranche zusammen gearbeitet. Erwähnenswert ist auch seine Serie „Vampire Boy“, zusammen mit dem Zeichner Eduardo Risso.
Der dritte im Bunde Eduardo Maicas, eine bekannter Cartoonisten aus Argentinien, war ebenfalls maßgeblich an der Betty Serie beteiligt.
Betty ist eine alleinerziehende Mutter, eines Grundschulkindes Mäxchen und verdient ihr Geld als Hure. Und sie arbeitet hart und nimmt ihren Beruf auf gewisse Weise ernst, aber nicht auf die leichte Schulter. Betty ist eben ein Hure mit Herz.
Uns so kommen zwischen den lustig frechen Bilder und Dialogen auch immer wieder nachdenkliche Einwürfe, in denen Betty dann einfach nur sehr menschlich wird.
Sie hat eine frech flotte Schnauze. Aber auch ihr bleibt angesichts der schnöden Realität nichts weiter als beißender Sarkasmus.
Betty Sohn Mäxchen ist frech und vorwitzig und ein Naseweis, aber meist auf diese gerade zu geniale Weise, die man am besten mit dem Sprichwort „Kindermund tut Wahrheit kund“ zusammenfasst.
Und obwohl dies ein erotischer Comic ist, passt Mäxchen wegen seiner Art und Weise recht gut in den Comic, ohne das der Leser auf Anstößiges trifft.
Nun vielleicht fällt auf, dass er immer wieder gerne Raketenauto mit Bettys Vibrator spielt. ;-)
Die Betty Comics sind in schwarz/weiß gehalten und bieten eher humorige Kost, als Hardcore. Der Sex wird zwar nicht explizit in Einzelheiten oder Details gezeigt, aber doch zumindest deutlich hervorgehoben. Busen ja, aber Genitalien sind kaum zu sehen und wenn dann eher als Karikatur.
Als ganz typisch Merkmale für Betty Comics empfinde ich z.B. das die professionellen Mädels meistens drall gebaut und mit perfekten Brüsten ausgestattet sind und ihre Kunden dagegen eher wie Karikaturen angelegt sind oder abstoßend brutal wirken.
Oder das Betty den Leser mit einer perfekt sitzenden Frisur erfreut, ganz im Stil der 50iger, die auch die aufregendste erotische Szene nicht durcheinander bringen kann.
Und die allesamt großen Nasen der männlichen Figuren natürlich nicht zu vergessen.
Wenn Betty dann nach einem harten Arbeitstag, sich wohlig mit den Worten in den Laken rekelt: „Endlich kann ich ins Bett gehen!“ Dann zeigt es einmal mehr den genialen Witz mit denen die Autoren ihre Figur bedacht haben.
Die Betty Comics sind für die Leser empfehlenswert, die lieber einen amüsanten Einstieg in das Genre der erotischen Comics machen möchten.
Anmerkung:
Die Serie ist zurzeit leider OOP (Out of Print) und deswegen nur als Sammlerstücke zu finden.
Quellennachweis
Bild: © Edition Bikini