Der scharlachrote Löwe (Nicole)
| Elizabeth Chadwick | Kaufen |
|
Originaltitel: The Scarlet Lion Verlag: Blanvalet ISBN: 978-3442369041 Erscheinungsdatum: März 2009 Genre: Historischer Liebesroman |
Amazon.de |
Teil einer Serie
William Marshall Serie

Klappentext
Nichts ist so groß wie der Mut eines Ritters
Ein farbenprächtiges Mittelalterepos über Mut, Loyalität und Liebe
Die Loyalität und der Heldenmut des jungen englischen Ritters William Marshal wurden mit dem Herz von Isabelle de Clare, der Erbin begüterter Ländereien belohnt. In England endet mit dem Tod von Richard Löwenherz die Zeit der Stabilität. Widerstand regt sich in den Domänen, als John, Richards schwacher, aber machtgieriger Bruder, König wird. Um einen offenen Konflikt zu vermeiden, ziehen sich die Liebenden nach Irland zurück. John jedoch will deren Gefolgschaft erzwingen und nimmt Isabellas Ländereien und die Kinder als Pfand. Soll William dem begangenen Unrecht trotzen? Eine schwerwiegende Entscheidung, denn das Wohl seiner Familie steht auf dem Spiel...
Quelle: Blanvalet
Meine Einschätzung
Nachdem man in dem Vorgängerroman der Autorin bereits William Marshals steinigen Weg vom jungen Knappen bis zum bedeutenden Gefolgsmannes König Richard Löwenherz verfolgen durfte, erfährt der Leser nun in „Der scharlachrote Löwe“ wie Williams Leben weiter verläuft.
Schon im ersten Teil begegnete William seiner großen Liebe und Ehefrau Isabelle de Clare. In diesem Roman wird ihr gemeinsames Glück jedoch auf eine harte Probe gestellt. Stehen zunächst der Erfolg und großer Reichtum im Vordergrund, denn William hat in den vielen Jahren als Vertrauter und Kämpe des Königs einiges an Landbesitz für seinen Einsatz für England bekommen und ist mittlerweile ein reicher, mächtiger Mann, gesegnet mit einer großen Kinderschar, wendet sich das Blatt, als König Richard Löwenherz plötzlich und unerwartet verstirbt und sein Bruder John ihm als nächster König auf den Thron folgt.
Schon von jungen Jahren an verbindet John und William eine natürliche Abneigung zueinander. Doch in der Stunde der Entscheidung, als beschlossen werden muss, wer der nächste König von England wird, fällt Williams Wahl trotzdem auf John und sein Wort hat mittlerweile Gewicht bei den Baronen und Adligen. Dieser weiß es zwar sehr zu schätzen, dass William ihn unterstützt und ihm nach der Krönung den Lehnseid schwört, jedoch misstraut John William insgeheim zutiefst und fühlt sich nur in seiner Einschätzung des wahren Charakters von William bestätigt, als er ihn im Gegenzug für seine Unterstützung um weitere Landbesitze bittet. John gewährt ihm den Landbesitz zwar, versucht William aber für sein Entgegenkommen regelrecht auszubeuten. Wo auch immer eine Schlacht zu schlagen ist, eine Verhandlung zu führen die John zu weiterem Ruhm verhilft, überall dorthin sendet er William in seinem Namen. Zudem ist William weiterhin den zuweilen hitzigen und gefährlichen Launen des Königs ausgesetzt.
Als es zu einem Konflikt zwischen John und dem französischen König kommt, gerät William in eine Zwickmühle. Zwar hat er John den Lehnseid geschworen, doch verlangt auch der französische König von ihm Zugeständnisse, falls er nicht seine französischen Besitzungen verlieren möchte.
Trotz des scheinbaren Verständnisses für seine Lage und seine Versicherung William in dieser Sache nicht im Wege zu stehen, fällt John seinem treuen Untertan etwas später in den Rücken und spätestens als William sich zusammen mit seiner Frau nach Irland aufmacht um dort seine Besitzungen zu inspizieren und Aufrührer dingfest zu machen, fällt er vollends bei Hofe in Ungnade.
John fordert in einem Schreiben die Herausgabe der beiden ältesten Söhne von William und Isabelle. Er will sie an seinem Hof zu Knappen und später zu Rittern ausbilden lassen. Natürlich hat der listige König damit auch zudem zwei Geiseln in der Hand, die dafür sorgen sollen, dass William weiterhin im Sinne des Königs handelt.
Die Entscheidung ihres Mannes, Will und Richard zu König John zu schicken, lässt Isabelle verzweifeln und zum ersten Mal in ihrer langjährigen Ehe kommt es zu einem großen Streit zwischen den Liebenden. Isabelle misstraut dem englischen König und kann und will nicht verstehen, wieso ihr Mann auch weiterhin so loyal zum König steht.
Doch William bleibt hart! Viel Zeit sich über die Entscheidung des Ehemanns Gedanken zu machen bleibt Isabelle keineswegs, denn es gilt noch viele gefährliche Intrigen zu bestehen, einige Tränen zu trocknen und viele Schlachten zu schlagen, bis sich das Ehepaar mit seiner Familie in Sicherheit wiegen kann. Werden sie den „Tanz auf dem Drahtseil“ überstehen oder inmitten von Johns intrigantem Doppelspiel untergehen?
Elizabeth Chadwick ist dafür bekannt in ihren historischen Werken bevorzugt Romanfiguren Leben einzuhauchen, die wirklich existiert haben. Auch William Marshal und Isabelle de Clare sind da keine Ausnahme. Beide waren bedeutende Persönlichkeiten des Mittelalters, die zur Zeit König John lebten und die politischen Ereignisse dieser Zeit maßgeblich mitgestaltet haben.
Leser, die nur Romane schätzen, in denen die Protagonisten durchweg gute Seiten haben, sollten gewarnt sein- Elizabeth Chadwick verleiht ihren Figuren gerade dadurch sehr viel Glaubwürdigkeit, dass sie sie mit all ihren charakterlichen Facetten beschreibt.
Natürlich haben auch Isabella und ihr Mann nicht nur positive Eigenschaften. Als Menschen von Adel streben sie, wie alle anderen auch, nach Macht und Reichtum. Zudem versuchen sie die besten und einflussreichsten Verbindungen für ihre Kinder auszuhandeln, schon allein um wertvolle Verbündete zu gewinnen. Dass Alter der Kinder spielt bei diesen Überlegungen eher eine untergeordnete Rolle. Doch trotz all ihrer negativen Züge überwiegen dennoch die positiven Eindrücke die man innerhalb des Romans von den beiden Figuren gewinnt und Elizabeth Chadwicks mitreißendem Schreibstil ist es einmal mehr zu verdanken, dass man die 600 Seiten wie gebannt liest.
William Marshal war eine herausragende Persönlichkeit und seine taktischen Ränkeschmiede im alten England würden selbst heutige Diplomaten noch dazu veranlassen, aus Anerkennung ihren Hut zu ziehen. Die vielen politischen Winkelzüge, die gesponnenen, ständigen Intrigen von König John und der gesamte historische Hintergrund dieser Zeit nimmt den größten Rahmen in diesem Buch ein und man muss als Leser meiner Meinung nach schon ein natürliches Interesse für diese Zeit haben, damit man nicht auf der Strecke bleibt, bei den vielen Informationen die die Autorin dem Leser in ihrem Buch vermitteln möchte.
Doch gerade der starke geschichtliche Hintergrund macht diesen Roman zu einem unglaublich spannenden Roman, der auch die männlichen Leser begeistern dürfte.
Die weiblichen Leser dürfen sich zwar an der starken Liebe zwischen William und Isabelle erfreuen, jedoch sollten sie nicht zu viel Romantik erwarten. Ausgiebige Liebeszenen sucht man in diesem Roman vergeblich. Doch das macht rein gar nichts, denn Elizabeth Chadwick gelingt es mit ihrem Buch dem Leser ein interessantes Stück Geschichte unterhaltsam näher zu bringen, da verzeiht man ihr auch schon mal die ein oder andere nicht ganz korrekt recherchierte, historische Kleinigkeit; allerdings sollte man nicht zu zart besaitet sein, da sie auch sehr authentisch typische Kampf und Schlachtverletzungen schildert.
Fazit: ein packender und opulenter Historienroman!
Bewertung
|
|