Rebellische Küsse (Anke)


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Originaltitel: Claiming the Courtesan
Verlag: Blanvalet
ISBN:
Erscheinungsdatum: August 2007
Genre: historischer Liebesroman

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Klappentext

Die junge Verity Ashton führt ein Doppelleben: Nachts wird aus ihr die heißblütige Soraya, Londons begehrteste Kurtisane. Alle Männer liegen ihr zu Füßen, aber nur dem überaus attraktiven Duke of Kylemore könnte es gelingen, sie zu zähmen. Kurz entschlossen entführt er sie zu seiner einsamen Hütte in Schottland, um sie von seiner Liebe zu überzeugen. Und Verity fühlt sich dort immer mehr zu dem leidenschaftlichen Duke hingezogen...

Quelle: Blanvalet

Meine Einschätzung

Die reine Not macht aus der ehemaligen Magd Verity Ashton die begehrte Kurtisane Soraya. Sie feiert in der Halbwelt Londons Erfolge und kann sich ihre Liebhaber aussuchen. Obwohl ein unbestimmtes Gefühl sie warnt, erwählt sie schließlich Justin Kinmurrie, den Herzog von Kylmore. Er soll ihr letzter Liebhaber und Geldgeber sein, bevor sie sich, nach einem Jahr als Kylmores Mätresse, aus dem Geschäft zurück zieht.

Justin hat lange äußerst geduldig ausgeharrt, um die unvergleichliche Soraya endlich sein eigen zu nennen. Auch wenn er den Verdacht hegt, seine Mätresse würde nicht in der gleichen befriedigenden Weise in der Beziehung aufgehen, wie er, fühlt er sich ihrer doch vollkommen sicher. Das ändert sich schlagartig, als Soraya aus heiterem Himmel verschwunden ist.

Justin rast vor Wut und Enttäuschung über ihren Betrug und ihr Verschwinden und lässt nichts unversucht um sie zu finden. Als er sie endlich in der Verkleidung einer Witwe wiederfindet, hat er bereits einen Plan. Er entführt sie in die Einsamkeit Schottlands um ihr den Platz an seiner Seite und in seinem Bett erneut schmackhaft zu machen. Aber es ist nicht länger die Mätresse Soraya die er da entführt hat, sondern Verity, mit der er sich auseinander setzen muss.

Ich war skeptisch, ob mir eine Geschichte, wie sie der Klappentext andeutet, gefallen würde. Ein Liebhaber und seine Mätresse, die sich schon so lange in intimen Sinne kennen, verlieben sich schließlich ineinander?
Vielleicht lagen meine Bedenken einfach in der Reihenfolge der Ereignisse? Ich mag die übliche Erzählweise: Das zunächst vorsichtige gegenseitige Abtaxieren der Protagonisten, das langsame Kennenlernen, der erste Kuss, die Verführung und schließlich die körperliche Liebe. Klingt irgendwie althergebracht und ein wenig langweilig? Mh, ja das kann durchaus sein, aber ich kann dazu stehen.

"Rebellische Küsse" ist im Grunde ein zwei Personenstück. Genau und detailiert werden die Kämpfe und wirren Gefühle, aber auch die Entwicklung und Heilung der Protagonisten erzählt. Obwohl Anna Campbell einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil hat, empfand ich das lange Hadern, der Figuren, mit sich selbst, als etwas anstrengend zu lesen. Schon recht früh im Buch habe ich angefangen bestimmte Stellen, in denen es zum wiederholten Male, um dieselben Gefühle ging, nur noch zu überfliegen.

Ein weiteres Problem hatte ich mit den Protagonisten, vor allem mit dem Helden. Er ist unverschämt, arrogant und blieb mir bis zum letzten Satz einfach unsympathisch. Obwohl die Autorin durchaus einen verständlichen Grund für seine Persönlichkeit und sein Verhalten angibt. Und es steckt auch eine gute Portion wahres Leben in seinem arroganten Benehmen, denn genau so stelle ich mir einen englischen Regency Hochadeligen vor, aber und das ist es ja eigentlich was zählt, ich mag über solch einem Helden nicht in einem Liebesroman lesen.

In die Situation und auch teilweise in die Gefühle der Heldin konnte ich mich ein wenig besser hineinversetzen. Was mich ein wenig gestört hat, war das ständige Huldigen ihrer perfekten Schönheit. Natürlich sollen Heldinnen schön sein, aber deswegen muss ich nicht in jedem zweiten Satz wiederholt darauf hingewiesen werden. Und außerdem finde ich es schwer nachzuvollziehen, wie sie sich in einen solches „Ekelpaket“ überhaupt verlieben kann. Die Begründung, dass er gut im Bett ist reicht mir einfach nicht aus. ;-)

Meine Bewertung gute 3,5er bekommt Anna Campbell vor allem für ihren flüssigen und angenehmen Schreibstil und wenn mir der Inhalt und die Figuren zugesagt hätten, wäre das Buch mit Sicherheit ein Keeper geworden. Und so ist Anna Campbell eine Autorin, die ich auch weiterhin im Auge behalten werde.

Fazit: Eine Geschichte mit Längen und für meinen persönlichen Geschmack unsympathischen Charakteren, aber einer vielversprechenden Autorin.

Bewertung

Rebellische Küsse (Anke)      

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