Erzfreundinnen (Simone)


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Originaltitel: What My Best Friend Did
Verlag: Rowohlt
ISBN: 978-3499252686
Erscheinungsdatum: März 2010
Genre: Contemporary / Dark Chick Lit

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Klappentext

Wie gut kennst du deine beste Freundin? Für Alice ist die Bekanntschaft mit der glamourösen TV-Moderatorin Gretchen eine echter Glücksfall: Einladungen zu den aufregendsten Partys der Stadt, zahllose prominente Bekanntschaften, Luxus pur. So macht das Leben wieder richtig Spaß. Ihren Verlobten Tom findet Alice dagegen plötzlich extrem langweilig. Allerdings nur so lange, bis die neue Freundin sich für ihn zu interessieren beginnt...

Quelle: Rowohlt

Meine Einschätzung

Was erwartet man sich von dem Roman, wenn man den Klappentext liest?
Man denkt, es geht um eine Frauenfreundschaft, bei der sich herausstellt, dass es gar keine Freundschaft ist und dass eine der Frauen manipulativ und intrigant ist, das Ganze sich evtl. zu einem Zickenkrieg entwickelt.

Zum Teil stimmt diese Vermutung, aber dieser Roman ist viel mehr: Er bietet ein feines, sehr genaues und den Leser stark fesselndes Porträt von zwei Frauen und deren Beziehung. Die Personen und die Handlung bleiben nicht auf einer oberflächlichen Ebene a la "Zickenkrieg" behandelt, sondern sie sind psychologisch sehr gut und sehr pointiert umgesetzt.

Die Handlung beginnt unvermittelt und dramatisch:
Ich-Erzählerin Alice ruft einen Notarztwagen, da ihre Freundin Gretchen einen vermeintlichen Selbstmordversuch begangen hat. Gretchen ist ohne Bewusstsein, Alice sitzt am Krankenbett und beginnt alles, was passiert ist und zu diesem Punkt führte, Revue passieren zu lassen. Besonders durch die eindrückliche Erzählweise ist man als Leser einerseits betroffen, andererseits stellt man sich aber auch viele Fragen, wie es soweit kommen konnte, und ist sofort gefesselt, was passiert sein mag.
Als Alice sich dann wünscht, dass Gretchen NICHT aufwachen möge, ist man natürlich geschockt.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt kann man den Roman nicht mehr aus der Hand legen bzw. man denkt ständig an ihn, wenn man es tut.
Was sich dann alles offenbart, ist schon z.T. harter Tobak, der beim Leser tief geht, der aber seiner eigenen Logik folgt und von dem man, solange man liest, nicht loskommt.

Die Handlung ist voller Wendungen und Überraschungen, die sehr gut erzählt sind.
Das Buch wirft beim Leser viele Fragen auf, wie er sich verhalten würde, wo er die eigenen Grenzen setzen würde uvm., was einen nachdenklich macht, in die Tiefe geht und - fesselt.

Fazit: Ein psychologischer Roman über Freundschaft, der sehr gut erzählt ist und den Leser zum Nachdenken anregt. Fesselnd, keine locker-leichte Lektüre - aber unbedingt lesenswert!

Bewertung

Erzfreundinnen (Simone)      

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