Der Dieb von Dresden (Anke)


Ralf Günther Kaufen
Originaltitel: ----
Verlag: List
ISBN: 978-3471795552
Erscheinungsdatum: Februar 2008
Genre: historischer Roman

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Klappentext

Napoleon, geschlagen aus Russland zurückgekehrt, führt 1813 in der Gegend um Dresden seine letzten Gefechte. Seine Gegner bringen sich mit Geheimdiplomatie in Stellung, um die Macht neu zu verteilen. In dieser brisanten Situation gerät Hofrat von Block, Direktor der berühmten Kunstsammlung im Grünen Gewölbe, in die Netze der Machtpolitik. Sein Stellvertreter wird ermordet, alle Spuren deuten auf Block. Der Hofrat ist kein Mörder, doch er hat ein peinliches Geheimnis. Um sein Doppelleben nicht auffliegen zu lassen, erklärt er sich bereit, an die Preußen Informationen zu liefern. Blocks halbwüchsige Tochter Ariane ist entsetzt, als der Vater verhaftet wird. Sie ist fest entschlossen, seine Unschuld zu beweisen, und beginnt zu ermitteln. Unterstützt wird sie von ihrem Klavierlehrer, dem Musiker und Dichter E.T.A. Hoffmann. Doch je mehr die beiden herausfinden, desto klarer zeigt sich, dass Block keineswegs unschuldig sein kann.

Quelle: List

Meine Einschätzung

Schon auf den ersten Seiten ist mir aufgefallen, wie geschickt der Autor Ralf Günther im Umgang mit Worten ist, denn seine Figuren erwachen sofort zum Leben. Lebendig und mit charakterlicher Tiefe angelegt, haben sie mich vor allen darin begeistert, dass sie „menschlich“ dargestellt sind. Sie haben Schwächen und Stärken, sind weit davon entfernt perfekt zu sein und doch durchaus sympathisch. So liebt und leidet man beim Lesen mit den Protagonisten und sie haben mich zudem über das Buch hinaus in Gedanken eine zeitlang weiter beschäftigt.

Aber nicht nur die Beschreibung der Figuren hat mich begeistert, auch die gekonnte und gut nachvollziehbare Darstellung der politischen Lage um 1813. Im großen Weltgeschehen, wie auch im kleinen gesellschaftlichen Umfeld.
Ich bin nicht gerade ein Geschichts-As, aber ich hatte den Eindruck einer sehr sorgfältig recherchierten Schilderung. Mir persönlich hat es Appetit auf mehr Geschichte gemacht und in mir den Wunsch geweckt, einmal die Stadt zu besuchen.

Ralf Günther hat Erzähltalent und einen flüssigen angenehmen Schreibstil. Aber man darf sich auf den ersten Blick nicht täuschen lassen „Der Dieb von Dresden“ ist kein Buch, das man so nebenher als Nachmittagslektüre überfliegen kann. Dazu ist der Inhalt zu kompakt und die Geschichte zu rasant. Zudem fordern die oftmals plötzlichen Szenenwechsel die zusätzliche Aufmerksamkeit des Lesers heraus.

Es passiert einfach zu viel. Und ich glaube, dass beschreibt auch am besten genau das Problem, das ich beim Lesen hatte. Ich wurde beim Lesen des Romans mal in die eine und mal in die andere Richtung gelenkt und muss gestehen, dass mich manche Handlungsstränge schlicht und einfach verwirrt haben.
Zudem gerät der Mordfall, der meiner Meinung nach den roten Faden des Buches darstellt, zu sehr in den Hintergrund. Wobei ich bemerken möchte, dass das politische Intrigenspiel und die detailreichen Beschreibungen der Gegebenheiten durchaus gefesselt haben, aber auch an Umfang etwas erdrückend auf mich wirkten.

Besonders erwähnen möchte ich das sehr ansprechende und passende Cover des Buches. Ein Kompliment an den List Verlag.

Fazit: Ein anschaulich geschriebener und gut recherchierter historischer Roman, der vor allem durch seine lebendigen Figuren begeistern kann.

Bewertung

Der Dieb von Dresden (Anke)      

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