Mit nackten Händen (Drixi)
| Simonetta Greggio | Kaufen |
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Originaltitel: Les mains nues Verlag: Diana ISBN: 978-3453290990 Erscheinungsdatum: Januar 2011 Genre: Contemporary |
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Klappentext
Eine Liebe, die Grenzen überschreitet. Die Leidenschaft eines Augenblicks, der zum Verhängnis wird.
Sie ist Anfang vierzig, er knapp fünfzehn Jahre alt. Als Emma und Gio einander nicht widerstehen können, geraten sie in einen Strudel von Ereignissen, durch die sie schmerzvoll Liebe und Verlust erfahren. Es ist die Geschichte einer Hingabe, so voller Leben und doch ein Skandal ...
Emma liebt die Einsamkeit, die Verbundenheit mit der Natur, die Stille. Sie hat das Leben in Paris hinter sich gelassen, ist als Landtierärztin sesshaft geworden und hat endlich auch den Verlust ihrer großen Liebe Raphaël überwunden. Bis eines Tages sein Sohn vor der Tür steht: Gio. Emma ist entsetzt, zu schmerzhaft ist die Erinnerung an damals, als Raphaël sich für eine andere entschied. Doch Gios Offenheit und Neugier faszinieren Emma jeden Tag mehr, und aus dem ungelenken Verführungsspiel wird eine zärtliche, aber auch leidenschaftliche Beziehung. Vielleicht ist der Reiz des Verbotenen treibende Kraft, doch Emma trifft ihre Entscheidung für Gio bewusst und stellt sich den Konsequenzen.
Ein Roman, der ins Herz trifft und nie mehr aus dem Kopf geht.
Quelle: Diana
Meine Einschätzung
Ein ungewöhnliches Buch über eine Leidenschaft, die es nicht geben darf.
Emma ist als Landtierärztin glücklich, liebt ihren Job und die Natur, führt ein zufriedenstellendes Leben, auch wenn ihre einst große Liebe Raphael ihr nicht vollständig aus dem Kopf gehen will. Dieser hat sich vor Jahren für Micol entscheiden und hat mit dieser auch drei Kinder.
Einer dieser Kinder, der knapp 15 jährige Gio, kommt eines Tages zu ihr (warum er zu ihr fährt wird mir als Leser leider nicht klar, als Punkt wird nur genannt dass er nicht mit seinen Eltern wegfahren will - aber was treibt ihn zu der Frau, die ihn nur als Baby kannte?) und die beiden kommen sich näher, als erlaubt und "normal" ist...
Die Autorin hat ein ungewöhnliches Talent für wunderschöne Beschreibungen ihrer Umwelt, stellenweise war ich richtig gebannt von Zeilen wie z. B. "Um diese Uhrzeit ähnelt der Himmel den Augen eines Neugeborenen, bevor man die Farbe der Iris feststellen kann". Ihr Blick auf die Natur, die Tiere, das Leben ist sehr poetisch, einfühlsam, wertschätzend. Der Schreibstil der Autorin ist, besonders am Anfang, wirklich gefühlvoll und mitreißend, allerdings fehlten mir durchweg die Sympathien für die Hauptperson Emma. Es wird hin und hergesprungen zwischen Vergangenheit mit ihren Eltern und während ihrer Ausbildung, Gegenwart und Zukunft. Lernt man erst ihren Berufsweg als Tierärztin kennen, dann wird man plötzlich mit Vorwürfen, die erst in der Zukunft eintreten werden, konfrontiert, das machte eine Identifikation für mich etwas schwierig.
So gefühlvoll wie die Autorin auf die Natur, die Lebensphilosophie der Protagonistin eingeht, passte es in meinen Augen überhaupt nicht, dass man das, was zwischen Emma und Gio entsteht, nur erahnen kann. Ich wurde an keiner Stelle überzeugt dass die beiden voneinander angezogen sind und nicht anders können als sich zu lieben.
Es wird nicht alles ausgesprochen, vieles darf man sich als Leser selbst zusammenreimen, was oftmals nicht schwer fällt, manchmal jedoch die vorhandene Distanz nur noch verschärft. Besonders störend empfand ich dies bei dem Verhältnis, das früher zwischen Emma, Raphael und Micol bestanden haben muss, dies bleibt völlig undurchsichtig, da fehlt das Einfühlungsvermögen, die Vermittlung der wirklichen Gefühle zwischen den Dreien, es wird alles nur angedeutet.
Die wenigen Gelegenheiten in denen Gio wirklich zu Wort kommt haben mich auch nicht überzeugt, wenn ein 14 jähriger Junge sich anmaßt, Emma Dinge entgegenzusetzen wie "Das ist das Dümmste was ich jemals aus deinem Mund gehört habe" oder Weisheiten wie "Glaub mir Emma, ich habe keine Angst, meine Stimme zu erheben, auch wenn man mich auslachen wird, weil ich keine Ahnung habe von ökologischen Zwängen oder Politik und meine Ansichten damit wertlos sind", passt das einfach nicht, das wäre authentischer wenn der Junge wenigstens 20 wäre, aber doch nicht 14.
Den Gipfel fand ich aber das Ende, Emma nimmt alles viel zu gelassen, regelrecht unbeteiligt, man merkt an keinem Wort dass sie wirklich über die Situation nachdenkt oder etwas bereut, und einfach weitermacht wie bisher. Böse sind nur die anderen, sie selbst sieht sich als völlig unschuldig und "normal".
Wenn diese Anziehung zwischen den beiden wenigstens deutlich geworden wäre könnte ich es ja vielleicht nachvollziehen, so wirkt sie leider nur ziemlich selbstsüchtig, verantwortungslos und naiv.
Schade, aus der tollen Sichtweise der Autorin der Natur gegenüber, ihren gefühlvollen Ansätzen hätte man echt was machen können, von der Handlung bin ich ziemlich enttäuscht. 2 Punkte, und die sind allein für den Schreibstil!
Bewertung
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