Sturmwarnung (Anke)


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Originaltitel: The Edge of Nowhere
Verlag: Lübbe Audio
ISBN: 978-3785745830
Erscheinungsdatum: November 2011
Genre: Young Adult, Krimi mit paranormalen Anteilen

CD's: 6
Sprecher: Laura Marie

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Teil einer Serie
Whisper Island

Klappentext

Der Beginn einer geheimnisvollen Reise Becca King kann die Gedanken anderer Menschen hören. Sie umgeben sie wie ein ständiges Flüstern, dem sie nicht entrinnen kann. Ihr Stiefvater Jeff nutzte Beccas Fähigkeiten skrupellos aus - und ermordete dann seinen Geschäftspartner. Jetzt ist er hinter Becca her. Auf einer geheimnisvollen, abgeschiedenen Insel soll sie sich bei einer Freundin ihrer Mutter verstecken. Bei ihrer Ankunft erfährt Becca, dass die Freundin gestorben ist. Verzweifelt versucht sie, ihre Mutter anzurufen. Ohne Erfolg - das Handy ist tot...

Quelle: Bastei Lübbe

Meine Einschätzung

"Sturmwarnung" war mein erstes Buch, bzw. Hörbuch, der Autorin Elizabeth George und hat in mir, aufgrund des Bekanntheitsgrades der Autorin, recht hohe Erwartungen geschürt. Diese wurden leider nicht erfüllt.

Doch zunächst einmal möchte ich die Sprecherin Laura Marie positiv hervorheben. Ihre Stimme passt einfach perfekt; sowohl zu der Hauptfigur Hannah, alias Becca, als auch zur ganzen Stimmung der Geschichte. Ich war völlig von ihrer ruhigen und doch nachdrücklichen Sprechweise, von den "flüsternden Stimmen" die die Sprecherin mit tonloser und rauchig-flüsternder Stimme vorträgt und von Maries zurückhaltenden Intonierungen der Höhen und Tiefen von weiblichen oder männlichen Protagonisten gefangen. Laura Marie ist eine tolle Hörbuch-Sprecherin - volle Punktzahl daher für ihre Leistung!

Apropos "flüsternden Stimmen": Diese von der Sprecherin Laura Marie so interessant vorgetragenen "flüsternden Stimmen", also die "Gedanken"-Fragmente die Hauptfigur Becca von anderen hören kann, haben mir viel Konzentration abverlangt. Ich denke es ist einfach etwas anderes, wenn man solcherart Stichwörter in einem Buch geschrieben sieht und nach Bedarf mehrmals lesen kann, als wenn man sie (einmal) vorgelesen bekommt. Während ich noch dabei war diese jeweiligen Fragmente in einen möglichen Zusammenhang zu bringen, verpasste ich schon wieder etwas von der Geschichte.
Beim Hören haben diese "flüsternden Stimmen" also in der Regel mehr zu meiner Verwirrung beigetragen, als zur Klärung.

Damit war es der Verwirrung jedoch nicht genug: So hatte ich außerdem mit seltsamen Reaktionen und befremdlichem Verhalten der Protagonisten zu kämpfen, für die ich in der Geschichte einfach keine Begründungen finden konnte.
Dazu kamen generelle Fragen: Warum jemand, der auf der Flucht ist eine Handy mit einer Kreditkarte kauft, wo doch heutzutage jedes Kleinkind weiß wie leicht sich beides (Kreditkarte und Handy) verfolgen lässt? Warum versteckt sich jemand in einem verfallenen Haus, behauptet er hätte Angst vor Entdeckung und schiebt dann am helllichten Tag ein buntes, leicht wieder erkennbares Fahrrad mit Platten über die Straßen und wird dabei glatt von einer Schulkameradin aufgegabelt? Warum lässt eine Mutter ihre minderjährige Tochter, in einer derart gefährlichen Situation so gänzlich alleine? Warum sind die beiden überhaupt auf einer solch waghalsigen Flucht? Und und und.

Überhaupt - Thema "Flucht". Diese scheint lediglich ein Aufhänger zu sein, um Becca auf die Insel zu bringen und doch fragt man sich warum die Autorin sich die Mühe macht diese Rahmenhandlung zu konstruieren, wenn sie diese dann mit einer komplett anderen Geschichte in den Hintergrund drängt? Nur ganz am Anfang und ganz am Ende wird Beccas Flucht vor ihrem Stiefvater kurz erwähnt. Das Buch an sich dreht sich ausschließlich um Geschehnisse, die völlig unabhängig davon sind.

Für die meisten der hier aufgeführten Punkte, vermute ich einfach mal, sind ungeschickte Kürzungen der Hörbuchversion der Grund. Doch nicht alle Patzer und Logiklücken lassen sich damit erklären.

Was mich zu dem schlimmsten Fauxpas kommen lässt den eine Krimi-Autorin, auch wenn es sich "nur" um ein Jugendbuch handelt, machen kann: Elizabeth George baut zwar - erfolgreich - einen Spannungsbogen auf, der die Protagonisten, als auch den Leser in Aufregung versetzt, lässt sie aber dann mit einer solch simpel gestrickten (Auf-)Lösung und einfachen Krimi-Autoren-Taschenspielertricks höchst enttäuschend verpuffen.

Was mich dazu bewogen hat das Hörbuch bis zum Ende zu hören und nicht frühzeitig abzubrechen, war die dichte Atmosphäre, die Elizabeth George geschickt zu erschaffen weiß und mit der sie mich in Gänze zu fesseln wusste. Auch die besondere Art und Weise mit der die Autorin Beccas Fähigkeiten beschreibt, so dass es für mich ein leichtes war die Gefühle und Geräusche die auf sie dabei einströmen nachzuvollziehen, fand ich faszinierend.

Durchaus spannend Ansätze enden in enttäuschen Lösungen. Ungeschickte Kürzungen (des Hörbuchs) werfen mehr Fragen als Antworten auf. Scheinbar undurchdachte Situationen lassen die Geschichte zu konstruiert erscheinen und machen es einem schwer die Beweggründe der Protagonisten nachzuvollziehen zu können.
Für die Geschichte und die Hörbuchfassung kann ich lediglich 2 Punkte vergeben.

Höchstens als Ergänzung zum Buch zu empfehlen und auch nur deswegen, weil Laura Marie eine absolut hörenswerte Sprecherin ist.

Bewertung

Sturmwarnung (Anke)      

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