Das Hexenbuch von Salem (Wildfee)
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Originaltitel: The Physick Book of Deliverance Dane Verlag: Page & Turner ISBN: 978-3-442-20356-7 Erscheinungsdatum: August 2009 Genre: Paranormal |
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Klappentext
Connie Goodwin ist eine hervorragende Studentin der Harvard Universität und schreibt gerade an ihrer Doktorarbeit über Sitten und Gebräuche im Amerika des 17. Jahrhunderts. Ihr Spezialgebiet sind die Hexenverfolgungen in Salem. Als Connies Mutter Grace sie eines Tages bittet, das halbverfallene Haus der Großmutter in Marblehead, Massachusetts, in Ordnung zu bringen, ist Connie wenig begeistert. Mit gemischten Gefühlen reist sie in das Küstenstädtchen, das nicht weit von Salem entfernt liegt. Immerhin hofft Connie, in den alten Kirchenregistern von Salem etwas über die Hexenprozesse zu finden, und ist froh, dass ihr der gutaussehende Restaurator Sam, den sie in der Kirche antrifft, bei den Recherchen helfen möchte.
Kurz darauf entdeckt Connie im verwunschenen Haus der Großmutter ein vergilbtes Pergament, das sie auf die Spur eines alten Buches mit sonderbaren Formeln und Rezepten bringt. Als sie ihrer Mutter von dem Folianten erzählt, ist diese nicht überrascht: Grace weiß von dem Buch, das lange im Familienbesitz war, und warnt ihre Tochter, sich damit zu beschäftigen. Gemeinsam mit Sam kommt Connie schließlich einem gefährlichen Familiengeheimnis auf die Spur – und entdeckt plötzlich seltsame Fähigkeiten an sich selbst …
Quelle: Page & Turner
Meine Einschätzung
Der Roman spielt auf zwei Zeitebenen, zwischen denen immer wieder gewechselt wird. Zum einen wird der Sommer 1991 geschildert, in dem Connie das Haus erwirbt, zum anderen das Leben von Deliverance Dane im Jahr 1692 und das Schicksal ihrer weiblichen Nachkommen in den Folgejahren.
Die ersten 100 Seiten machen es einen nicht leicht, den richtigen Einstieg in den Roman zu finden. Connie ist ein Charakter mit Ecken und Kanten und ist nicht unbedingt eine typische Identifikationsfigur. Erst als Sam in ihrem Leben auftaucht, wird sie quasi weicher und zugänglicher, letztendlich sprang der letzte Sympathiefunken jedoch nicht über.
(Übrigens ist trotz der Beziehung der Beiden kein Erotikfaktor vorhanden, es endet ganz sittsam vor der Schlafzimmertür).
Die Story an sich ist zu Anfang eher dröge und langatmig, nicht zuletzt durch den stellenweise sehr bildhaften und langatmigen Stil der Autorin. Einzelne Szenen werden sehr in die Länge gezogen und der Eindruck, dass die Story nicht voran geht, wird durch die Datumsangaben über den Kapiteln verstärkt. Unwillkürlich fragt man sich, warum um alles in der Welt die Heldin für ihre Recherchen und Wege so lange braucht!
Die Zeitebene der frühen Neuzeit ist temporeicher geschildert, allerdings ebenso bildhaft und anschaulich und verschreckt eventuell Leser, die mit Schilderungen von blinden Religionseifer und Puritanismus nichts anfangen können.
Interessanter wird der Roman erst, als Connie entdeckt, das die Hexen von Salem möglicherweise wirklich magisch begabt waren und das auch sie magisch begabt sein könnte.
Irritierend ist jedoch die Nebenhandlung mit Connies Doktorvater. Er ist von Anfang an schrecklich nervtötend und es ist unbegreiflich, warum Connie ihn nicht in seine Schranken weist. Es drängt sich der Eindruck auf, das sie in Hinblick auf diesen Mann himmelschreiend naiv ist, das ist bei einer Frau von Ende 20 nicht unbedingt glaubwürdig.
Alles in allem empfand ich den Roman am Inhalt gemessen zu lang, und es ist garantiert auch kein "Großer Frauenroman mit magischen Inhalten", wie der Klappentext verspricht.
Solide, aber nicht überragend wäre als Ausdruck wohl passender. Positiv muss man allerdings anmerken, dass die Autorin sehr gründlich und vielfältig recherchiert hat, das merkt man an vielerlei detaillierten Beschreibungen.
Geeignet ist der Roman für alle, die Wert auf historische Genauigkeit legen, einem Spritzer Magie nicht abgeneigt sind und die sich für das eigentlich zu Genüge ausgelutschte Thema "Hexen von Salem" begeistern können.
Bewertung
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