Damals in Lissabon (Kerstin)
| Susanna Kearsley | Kaufen |
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Originaltitel: Every Secret Thing (als Emma Cole) Verlag: Piper ISBN: 978-3492273664 Erscheinungsdatum: Januar 2012 / 2. Auflage Genre: Romantic Suspense / Mystery |
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Klappentext
Als Kate ihre Großmutter nach Andrew Deacon fragte, erinnerte die sich noch sehr genau an ihn und an den 1. November 1943 in New York. Auf dem Weg ins Büro hatte sie einen Knopf an ihrem Kleid verloren. Sie war gerade einundzwanzig geworden und trug zweiteilige Badeanzüge und die ersten Cocktailkleider. An diesem Novembertag jedenfalls begegnete sie Andrew Deacon zum ersten Mal. – Die beiden mußten sich auf Anhieb ineinander verliebt haben, das spürte Kate sofort. Und wie sehr bedauerte sie es jetzt, von all dem nichts geahnt zu haben, als Andrew Deacon sie auf den breiten Stufen der St. Pauls Kathedrale in London angesprochen hatte. Er schien einiges über sie zu wissen und redete von einer Geschichte, die lange zurücklag und mit Lissabon und ihrer Großmutter zu tun hatte. Ein Mord komme darin vor, sagte Andrew Deacon. Doch bevor er seine Geschichte erzählen konnte, fiel er vor Kates Augen einem seltsamen Unfall zum Opfer.
Quelle: Piper
Meine Einschätzung
Die Journalistin Kate Murray aus Kanada arbeitet an einem Routinefall in London. Vor dem Gerichtshof wartet sie auf die Urteilsverkündung, als sie von einem älteren Herrn angesprochen wird. Sie reagiert etwas ungehalten, als er ihr erzählt, er müsse ihr etwas Wichtiges mitteilen. Diese Schroffheit bereut sie, als sie zusehen muss, wie er nur Sekunden später von einem Auto überfahren wird. Ihr geht nicht aus dem Kopf, was er zuvor zu ihr gesagt hatte: „Sie haben die gleichen Augen wie Ihre Großmutter.“ Als dann auch noch kurze Zeit der einzige noch lebende Verwandte des Mannes unter mysteriösen Umständen stirbt und auf sie geschossen wird, ahnt sie, dass an dem Bericht, über den der Mann mit ihr reden wollte, etwas Hochbrisantes sein muss. Sie macht sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit, nach New York und Lissabon, wobei sie die erstaunliche Geschichte ihrer Großmutter erfährt: eine unmögliche Liebe, Spionage, Krieg und ein Mord.
Mit diesem Buch ist Susanna Kearsley ganz andere Wege gegangen, als man sonst von ihren Romanen erwartet. Wer eine Geschichte à la Mariana erwartet, wird vielleicht enttäuscht werden, denn hier handelt es sich um einen Thriller, bei dem die Hauptperson ständig in Lebensgefahr schwebt, während sie sich auf die Suche nach einem mysteriösen Manuskript macht. Auch die Liebesgeschichte bleibt dabei dezent im Hintergrund. Diese Andersartigkeit ist wohl auch der Grund, warum die Autorin in ihrer Heimat diesen Roman, der wohl der 1. Teil einer Serie werden wird, unter dem Pseudonym Emma Cole geschrieben hat.
Zu Beginn war ich überrascht, dass die Geschichte ziemlich viele Todesopfer erforderte. Erst mit der Zeit konnte ich mich darauf einlassen, dass es sich eben um einen Kriminalroman handelt. Nachdem im ersten Teil des Buches sehr viel Action herrscht, wird der nächste Teil etwas ruhiger, doch auch hier ist die Spannung immer unterschwellig zu spüren. Die Geschichte lässt sich wunderbar lesen, sie berührt und gibt interessante Einblicke in das Leben in Lissabon in der Zeit des 2. Weltkriegs.
Das am Klappentext versprochene Lokalkolorit von Lissabon (einer der Hauptgründe für meinen Kauf) habe ich allerdings etwas vermisst. Die Stelle, die in der portugiesischen Hauptstadt spielt, ist wunderbar beschrieben und ich habe die verwinkelten Gässchen und Treppen vor meinem inneren Auge sehen können. Aber effektiv spielt die Handlung lediglich auf ca. 100 Seiten (von fast 400) in dieser Stadt. Auch die anderen Teile waren interessant, aber obwohl die Autorin dafür nichts kann, dass ich fehlgeleitet war, hat mich das doch enttäuscht: Lissabon ist eine wunderschöne Stadt und ich habe mich sehr auf ein Buch gefreut, dass genau dort spielt.
Die Charaktere wirken alle sehr glaubwürdig. Interessant ist auch Kates Reaktion und Überraschung, wenn sie entdeckt, wer ihre Großmutter wirklich war, wie viele Facetten die Frau hatte, die sie selbst nur als weißhaarige alte Dame kennt. Auch die anderen Figuren werden bei den Rückblenden immer lebendiger. Interessant ist, dass es sich nur in seltenen Fällen um direkte Rückblicke handelt, in denen die Handlung auf einmal in der Vergangenheit spielt, wie es in ähnlichen Büchern oft der Fall ist. Hier entdeckt Kate die Geschichte ihrer Familie mit Hilfe von ehemaligen Bekannten der damals agierenden Personen, die ihr die Geschichte jeweils aus ihrer Perspektive erzählen. Erst ganz zum Schluss kann man dann die Teilchen zu einem Mosaik zusammenlegen.
Als Leser hat man den Eindruck, man habe Kate auf ihrer Recherchereise begleitet. Mir hat der Roman bis auf ein paar Kleinigkeiten sehr gut gefallen.
Bewertung
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