Das Heiligenspiel (Tina)
| Ursula Niehaus | Kaufen |
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Originaltitel: ---- Verlag: Droemer/Knaur ISBN: 978-3-426-66257-1 Erscheinungsdatum: Dezember 2008 Genre: historischer Roman |
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Klappentext
Augsburg im ausgehenden Mittelalter: Die junge Anna entspricht nicht gerade dem Schönheitsideal ihrer Zeit, aber mit Klugheit und Witz schlägt sie sich tapfer durchs Leben. Als sie das Opfer einer Intrige wird, wird sie aus ihrer geliebten Heimatstadt verjagt…
Bei Oda, einem alten Kräuterweib, das mitten im Wald lebt, findet sie Aufnahme und lernt bei ihr alles über die heilende Kraft der Natur. Nur Oda ist es zu verdanken, dass Anna schließlich nach Augsburg zurückkehren darf. Doch bald droht neues Unheil, denn durch einen unglücklichen Zufall kommt das Gerücht auf, Anna sei eine Hungerheilige und ernähre sich allein von der geweihten Hostie.
Mehrfach versucht Anna den Irrtum richtigzustellen, doch der Glaube ihrer Mitbürger, die ihre klugen Ratschläge und ihre Heilkunst zu schätzen wissen, ist stärker. Bald pilgern die Menschen von weit her zu ihr, von der sie sich Genesung und Trost erhoffen. Doch auch eine vermeintliche Heilige ist nicht gefeit gegen die Liebe: Der reiche Kaufmann Anton Welser ist nicht nur von Annas ungewöhnlicher Klugheit fasziniert.
Quelle: Droemer/Knaur
Meine Einschätzung
Anna hat keine einfache Kindheit. Kurz nach ihrer Geburt ist ihr Vater gestorben und ihre Mutter, eine sehr harte und verbitterte Frau, der neben ihrer jüngeren Tochter aus zweiter Ehe und ihrem Seelenheil im Grunde nichts wichtig ist, macht ihr das Leben nicht gerade leicht.
Anna ist brav und geduldig und tut ihr bestes um mit den Umständen klar zu kommen. Sie versucht alle Wünsche und Pflichten, die die Mutter von ihr verlangt, zu erfüllen. Und doch kommt sie mit dem Gesetz in Konflikt, wird als Kupplerin verurteilt, obwohl sie derartiges nicht getan hat und mit Schimpf und Schande aus Augsburg verstoßen.
Unterschlupf findet sie bei Oda. Oda ist eine Heilkundige und lebt allein in einer abgelegenen Hütte. Obwohl sie Anna eigentlich zunächst nicht gestatten möchte bei ihr zu bleiben, so merkt sie doch schnell, dass Anna wissbegierig ist und bringt ihr alles über Kräuter und Heilkunde bei.
Aber so sehr Anna auch Oda mag und alles was die Kräuterfrau zu erzählen weiß in sich aufsaugt, so hält sie die Einsamkeit in Odas abgelegener Hütte nicht mehr länger aus und wird krank vor Heimweh. Oda tut, was sie kann, um Anna eine Rückkehr nach Augsburg zu ermöglichen und legt beim Rat ein gutes Wort für sie ein. Ihre Mission hat Erfolg. Anna darf nach Augsburg zurück, muss dort aber in einem Seelhaus leben und arbeiten.
Ein Glück für Anna, denn dort lernt sie nette Schwestern kennen und schätzen.
Bis zu dem Zeitpunkt als Anna durch eine Unverträglichkeit kein Essen mehr bei sich behalten kann, bis auf die Hostie, geht es Anna recht gut.
Im abergläubischen Wahn des ausgehenden Mittelalters wird das sofort als Mysterium gewertet und die gläubigen Menschen sehen in ihr eine Hungermärtyrerin/gläubige und beten sie an. Anna ist das zunächst mehr als unangenehm, aber die Menschen suchen nur Zeichen für den Glauben und dass es Gott gibt...
Obwohl ich keine Probleme hatte mich in der Geschichte zurecht zu finden, so dauerte es doch eine ganze Weile bis ich mich der Romanheldin Anna annähern konnte. Woran das lag, ist mir eigentlich nicht ganz klar.
Vielleicht war es zuerst das Gefühl, sie wäre einfach zu naiv, dieser Eindruck legte sich aber im Lauf der Geschichte; vielleicht aber konnte ich mich auch generell einfach nicht mit ihrer Persönlichkeit anfreunden.
Besonders gut gefällt mir das Talent von Ursula Niehaus bildhaft zu erzählen. So werden die Szenen stets lebendig und erwachen vor dem inneren Auge des Lesers zum Leben. Auch spart sie nicht mit erklärenden Details, die für mich an vielen Stellen die Geschichte abgerundet haben.
Ich kann nicht von mir behaupten mit einem besonderen Interesse für Geschichte ausgestattet zu sein, aber wenn ich ein Buch lese was mich dazu anregt die ein oder andere Sache im Lexikon oder im Internet nachzulesen, kann ich mit Fug und Recht sagen, dass mich „Das Heiligenspiel“ interessiert und neugierig auf mehr gemacht hat.
Leser die ein ausgeprägtes Interesse für die Zeit des ausgehenden Mittelalters oder vielleicht auch für speziell für Augsburg haben, werden bestimmt noch einiges mehr für sich aus dem Buch an faszinierenden Inhalten herausziehen können.
Fazit: Ein interessantes Buch um Aberglaube und Glaubensfragen.
Bewertung
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