Das Leben meiner Schwester (Simone)
| Anita Notaro | Kaufen |
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Originaltitel: Take a Look at Me Now Verlag: Rowohlt ISBN: 978-3499248009 Erscheinungsdatum: Januar 2009 Genre: Contemporary |
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Klappentext
Viele von uns kennen diesen alles verändernden Augenblick im Leben: Wenn ein Mensch, den man liebt, plötzlich stirbt. Lily verliert nicht nur ihre Schwester, sondern damit auch ihre beste Freundin. Das allein ist schon eine große Herausforderung. Als sie aber erfährt, dass Alison ein Doppelleben geführt hat, beginnt sie zum ersten Mal, auf eigenen Füßen zu stehen, und lernt, was es heißt zu lieben...
Quelle: Rowohlt
Meine Einschätzung
Der Roman beginnt mit der überraschenden Sterbeszene von Alison, die mich durchaus ergriffen hat – was ich vom Rest des Romans leider nicht behaupten kann.
Der Roman ist stilistisch gesehen recht gut geschrieben, mit dem Inhalt hatte ich aber leider meine Probleme: In den ersten Kapiteln werden ganz unterschiedliche (Ehe-)Paare in die Handlung eingeführt, bei denen sich der Leser fragt, wo denn der Zusammenhang besteht. Soviel sei verraten: Die Männer hatten alle eine (mehr oder weniger „geschäftliche“) Beziehung zu Alison, die als Prostituierte gearbeitet hat, um sich und ihre Zwillingsschwester Lily (und später ihren eigenen kleinen Sohn) durchzubringen.
Lily muss ihr Leben nach dem Tod der Schwester neu sortieren und Verantwortung für Alisons Sohn Charlie übernehmen. Sie war immer abhängig von der Schwester, die die Verantwortung für beider Leben trug. Sie war fast eine Mutterfigur für ihre Schwester, zumal beide auch eine recht lieblose Kindheit durchlebten.
Leider ist mir die Protagonistin Lily nicht sonderlich sympathisch, sie wirkt sehr abhängig und auch außergewöhnlich naiv auf mich – allein die Zeitspanne, bis sie wahrhaben will, dass ihre Schwester als Prostituierte gearbeitet hat, ist unerträglich lang. Im Mittelteil des Buches lernt sie die ehemaligen Kunden ihrer Schwester kennen und einige versuchen, sich mehr oder weniger auch an sie ranzumachen (obwohl sie wissen, dass ihre Zwillingsschwester vor kurzem verstorben ist!) – auch diese Gestalten waren mir also großenteils unsympathisch, wenn auch z.T. gut erzählt wurde, warum sie eine Prostituierte aufsuchten. Am Ende gibt es dann noch ein langes und meiner Ansicht nach unnötiges Hin und Her um Charlies vermeintlichen Vater.
Fazit: Das Buch hat mich ratlos zurückgelassen – die Thematik fand ich nicht unterhaltsam, die Figuren eher abschreckend – und eine „Moral“ bzw. einen oder den Sinn der Geschichte konnte ich leider auch nicht entdecken, außer dass das Leben halt hart ist, die Menschen oft skrupellos sind und dass es schwierig ist, aus festen Rollen und Familienstrukturen auszubrechen usw. – mal ehrlich: wussten wir das nicht schon?
Bewertung
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