Eine unwiderstehliche Versuchung (Nicole)
| Barbara Pierce | Kaufen |
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Originaltitel: Wicked under the covers Verlag: Heyne ISBN: 978-3453772526 Erscheinungsdatum: Dezember 2009 Genre: historischer Liebesroman |
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Teil einer Serie
Carlisle Familie

Klappentext
Durch Intrigen ist der Ruf der zarten Lady Fayre Carlisle ruiniert. Fayre findet sich schon damit ab, dass sich kein respektabler Mann mehr für sie interessiert. Bis sie Maccus trifft: Der attraktive Neureiche weicht ihr nicht mehr von der Seite - doch er verfolgt seine ganz eigenen Ziele. Das stört Fayre nicht. Dann aber kann sie ihre Gefühle nicht länger kontrollieren.
Quelle: Heyne
Meine Einschätzung
Lady Fayre Carlisle galt bis dato als rühmliche Ausnahme in ihrer Familie, denn im Gegensatz zu ihren Eltern und ihrem Bruder ist sie sittsam und lebte bisher ein Leben jenseits von Skandalen.
Doch dann verliebt sie sich in Lord Thatcher Standish und gibt sich ihm hin.Kaum Zeit ist nach ihrem Stelldichein vergangen, als sich der geliebte Mann jedoch heimlich aus dem Schlafgemach schleicht und Fayre, neugierig geworden hinterher eilt.
Doch dann gibt es ein böses Erwachen für Fayre- sie belauscht Lord Standish und eine ehemalige Mätresse von Fayres Vater, Lady Hippgrave. Es scheint, als ob Fayre dem sauberen Pärchen direkt in die Falle gegangen ist.
Sie wurde einzig zu dem Zweck von Standish verführt, um die Rachegelüste von Lady Hippgrave zu befriedigen, die sie unbedingt kompromittiert und vom "ton" geächtet sehen will, um Fayres Vater zu schaden.
Fayre ist entschlossen sich nicht auch noch gesellschaftlich ruinieren zu lassen, leugnet offiziell diesen Vorfall und nimmt ihr gesellschaftliches Leben in London weiterhin wahr.
Dort lernt sie eines Tages auch den Geschäftsmann Maccus Brawley kennen, der sie zwar mit seiner unverschämten, selbstsicheren Art zunächst erzürnt, ihr mit seiner Attraktivität aber auch nicht mehr aus dem Kopf geht.
Maccus bietet ihr ein interessantes geschäftliches Angebot- sie soll ihm die gesellschaftlichen Feinheiten des "ton" beibringen und in die gewissen, wichtigen Kreise einführen, im Gegenzug dazu will er ihr dabei helfen sich an Lady Hippgrave und Lord Standish zu rächen. Womit beide jedoch nicht rechnen ist, dass sie sich bei jedem erneuten Treffen immer mehr zueinander hingezogen fühlen...
Der Debütroman von Barbara Carlisle wartet mit einer interessanten Ausgangssituation und völlig anders gestrickten Akteuren auf, als man es bei einem Regency im Vorfeld erwarten würde.
Die Carlisle Familie ist sehr offenherzig, was ihre Affären angeht; Fayres Eltern sind definitiv kein monogames Paar. ;-)
Im Grunde fand ich diese Ausgangssituation erfrischend anders, doch ich hätte die Handlung vielleicht ein wenig früher angelegt, denn dieses Verhalten passt nicht in diese Epoche, auch beim Lesen stellte sich mir immer wieder bei mir das Gefühl ein, einen Roman zur Rokokozeit zu lesen. Obwohl ich mich gut unterhalten gefühlt habe, gibt es jedoch einige "aber", die zum Punktabzug geführt haben.
Erst einmal fand ich, dass Lady Fayre eine interessante Romanfigur war, auch ihre innere Stärke imponierte mir sehr, doch ihre "Zickigkeit" in manchen Situationen nervte ein wenig.
Der Held des Buches, Maccus hat eine geheimnisvolle Vergangenheit und ist zur Abwechslung mal ein Bürgerlicher, was ich nicht schlecht fand, aber er agiert manchmal eine Spur zu ungeschliffen, direkt und vulgär für meinen Geschmack.
Erschwerend kommt dazu, dass sich die Übersetzerin einiger ganz fürchterlicher Ausdrücke bedient, die, könnte ich mir vorstellen, im Original wahrscheinlich ganz anders klingen.
Dabei sind besonders die zahlreichen Liebeszenen in dem Buch zu erwähnen, die mit einer geschliffeneren Ausdrucksweise sehr prickelnd wirken würden, so aber eher hölzern, nüchtern und unfreiwillig komisch daherkommen.
So wird das männliche Geschlechtsorgan mit Wörtern wie "Schwengel" oder "Schwanz" bedacht, der Held "lutscht" an der Brust der Heldin statt zu saugen und ebenso oft werden ganz intensiv diverse Körperflüssigkeiten beschrieben, was ein wenig störend "auf Dauer" ist. ;-)
Auch die Anreden (statt Mylord und Mylady, Sir o.ä ) klingen befremdend. Hier ist immer wieder von "mein Herr" oder "meine Dame" die Rede- es mag zwar in Deutschland zu dieser Zeit eine passende Anrede gewesen sein, doch in einem Regency der in England spielt, wirkt es steif und deplaziert.
Dennoch, sieht man einmal von der meiner Meinung nach mäßigen Übersetzung ab, die der Autorin nicht anzulasten ist, unterhält der Roman trotz der kleinen erwähnten Schwächen und man spürt dass Barbara Pierce sehr viel Potential hat. So haben die Dialoge ihrer Romanfiguren viel Wortwitz und sie bietet ihren Lesern durchaus auch intelligentere Dialoge.
Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen, wenn auch die weiteren Teile der "Carlisle Reihe" in Deutschland erscheinen würden.
Bewertung
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