Die Gebeine von Avalon (Nicole)


Phil Rickman Kaufen
Originaltitel:
Verlag: Rowohlt Polaris
ISBN: 978-3862520015
Erscheinungsdatum: Oktober 2011
Genre: Historischer Roman

Amazon.de
Bol.de
Libri.de

Klappentext

Wer schützt die Königin gegen die Mächte der Finsternis? Panik am Hofe von Elisabeth I.: Der Astrologe Nostradamus hat den Sturz der jungen Königin vorhergesagt, sollte es ihr nicht gelingen, «die Knochen ihres Ahnherrn zu finden». Gleichzeitig wird ruchbar, in der gewaltigen Ruine des Klosters von Glastonbury sei das Grab von König Artus entdeckt worden. Sofort schickt Elisabeth den fähigsten Mann auf die Suche: Dr. John Dee, Hofastrologe und aller verborgenen Wissenschaften kundig. Doch Glastonbury ist eine Stadt voller Geheimnisse. Bald verliebt sich der junge Gelehrte in die Tochter des Wundarztes. Erst spät erfährt er, dass ihre Mutter als Hexe starb. Wieder flammt der Hexenwahn auf in Glastonbury, grausame Morde geschehen, und am Ende steht John Dee tief in den Gewölben des Klosters einem stummen Feind gegenüber …

Quelle: Rowohlt

Meine Einschätzung

John Dee genießt als Alchemist und Hofastrologe von Königin Elizabeth I. einen recht zweifelhaften Ruf- obwohl er selbst stets beteuert, nur ein Mann der Wissenschaften zu sein, verfolgt ihn immer wieder der Aberglaube seiner Mitmenschen. Die Religionswirren dieser Zeiten, sorgten zur Maria Tudors Regentschaft sogar kurzfristig dafür, dass er um ein Haar hingerichtet worden wäre.
Vielleicht ist John auch deshalb zumeist völlig zufrieden damit, sich zu Hause seinen wissenschaftlichen Studien und seinen Büchern zu widmen und sich lieber im Hintergrund; also fern vom königlichen Hof aufzuhalten. Trotz Elizabeths Bemühungen, die Hexenverfolgungen abzuschaffen und dem Volk eine Zeit der Aufklärung zu bieten, flammen plötzlich gefährliche Gerüchte über die Königin auf und diverse Prophezeiungen versetzen selbst Elizabeth in Angst und Schrecken. So sucht sie eines Tages John in seinem Haus auf und bittet ihn darum, zusammen mit ihrem Vertrauten und Günstling Robert Dudley, nach Glastonbury aufzubrechen, um dort die verschollenen Gebeine des legendären König Artus aufzuspüren, denn diese seien laut Prophezeiung sehr wichtig, um einen Fluch, der auf dem Königsgeschlecht der Tudors liegt, zu brechen.

Während Robert dies als Chance sieht, der Königin einmal mehr beweisen zu können, wie wichtig er für sie ist, treibt John vor allem die Neugier an; außerdem hofft er, vielleicht noch einige antiquaristische Schätze aus dem zerstörten Kloster in Glastonbury aufspüren zu können.
Doch kaum angekommen, wird Robert schwer krank und verdankt es lediglich der begabten Heilerin Nel, dass er die Erkältung so gut übersteht. Während Robert fiebrig darnieder liegt, muss John nun auf eigene Faust ermitteln und knüpft erste Kontakte mit den Dörflern und auch mit Nel, die ihn besonders fasziniert. Doch dann wird ein Gefolgsmann von Robert brutal und übel zugerichtet aufgefunden- alles deutet auf einen Ritualmord hin und ausgerechnet Nel, der Hexenkünste nachgesagt werden, soll die Schuldige sein. John ist fassungslos- wie kann er Nel nur helfen, denn er glaubt keine Sekunde daran, dass die Frau in die er sich verliebt hat, eine Mörderin ist?

Mit „Die Gebeine von Avalon“ bewegt sich der Autor Phil Rickman, der den deutschen Lesern bereits durch seine „Merrily Watkins Mystery“ Reihe bekannt sein dürfte, auf ungewohntem Terrain, denn die Story um Dr. John Dee ist ein waschechter historischer Krimi. Rickmans Held in diesem Roman, ist keine fiktionale Figur- sowohl Dr. John Dee sowie diverse andere Nebenfiguren haben tatsächlich gelebt. Geschickt verbindet der Autor für seinen Roman Fiktion und Realität miteinander zu einer interessanten Geschichte. Wer wie ich bereits einige Bücher des Autors gelesen hat, weiß, dass Rickman sich gerne einer etwas ausschweifenden Erzählweise bedient. Das ist hier auch nicht anders und so vergehen gut und gern die ersten 200 Seiten, ohne dass viel passiert und es schleichen sich durchaus auch einige, wenige Längen ein. Aber Durchhalten lohnt! Denn ab dem Zeitpunkt, wenn Rickman dem Leser alle Haupt und Nebenfiguren vorgestellt hat, nimmt die Story an Fahrt auf. Der Leser wird in eine Zeit hineinkatapultiert, in der Glaube und Aberglaube gar nicht so weit auseinander lagen und in dem ein kleiner Funke genügte, um unschuldige Menschen in Verruf zu bringen. Und wie auch in den Merrily Watkins Romanen, hat der Autor eine Botschaft- nicht immer ist das Offensichtliche wahr, bzw. sind Übersinnliches und Magie im Spiel, auch wenn es zunächst den Anschein hat…

Dr.John Dee ist ein sympathischer Romanheld, der weder besonders kräftig, noch selbstbewusst ist. Stattdessen umgibt ihn eine schüchterne Aura, er hätte zu gerne übersinnliche Fähigkeiten, ist zudem ein Eigenbrödler und ein intelligenter Bücherwurm- lediglich der Hunger nach Wissen treibt ihn an und diese Neugier ist es auch, die ihn am Ende des Romans über sich selbst hinaus wachsen lässt. Besonders die Frage, ob es John gelingt den Mörder rechtzeitig, also bevor Nel für den Mord hingerichtet wird, zu stellen, macht die Geschichte sehr spannend und nicht zu vergessen, natürlich auch, was es mit der „Tafelrunde“ und den verschollenen Gebeinen von König Artus auf sich hat.
Das Ende lässt auf einen weiteren Teil um Dr. John Dee hoffen, denn der Roman endet mit dem mysteriösen Tod von Robert Dudleys Frau.

Fazit: Ungewöhnlicher, aber atmosphärisch dichter historischer Krimi.

Bewertung

Die Gebeine von Avalon (Nicole)      

zum Seitenanfang     zur zuletzt besuchten Seite