César et Amélie (Anke)

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Originaltitel: ----
Verlag: Books on Demand
ISBN: 9783837042207
Erscheinungsdatum: September 2008
Genre: historischer Liebesroman

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Teil einer Serie

1. Teil: César et Amélie
2. Teil: Une affaire familière
3. Teil: in Planung


Klappentext

Paris 1878 Für César de Maron besteht das Dasein aus Müßiggang, finanzieller Unabhängigkeit und schönen Frauen. Nur zu gern setzt er sich über die von einem Mann seines gesellschaftlichen Standes erwartete Etikette hinweg und lebt sein wildes Leben, wie es ihm gefällt. Amélie Cros, die älteste Tochter eines nur mäßig erfolgreichen Erfinders, besitzt ein von Gott gegebenes Talent, das sie zu nutzen versucht, um ihre Familie vor dem wirtschaftlichen Ruin zu bewahren, der ihrer Ansicht nach unweigerlich bevorsteht. César und Amélie erleben Paris in der blühenden Belle Epoque auf vollkommen unterschiedliche Weise. Bis sie einander begegnen.

Quelle: BoD

Meine Einschätzung

Der Lebemann César de Maron macht auf einer Vernissage die Bekanntschaft mit einer jungen Frau, die ihn auf Anhieb fasziniert. Leider hat er nicht die Chance sie nach ihrem Namen zu fragen. Das Glück ist ihm hold als sein Freund Philippe de Chagny zufällig eben diese Frau wiedertrifft und mit der Kunde zu César eilt, dass ihr Name Amélie Cros ist, die Tochter eines Wissenschaftlers.

Amélie lebt mit ihrer Familie mehr schlecht als recht von dem was der Vater Charles Cros nach Hause bringt. Um das Haushaltsgeld ein wenig aufzubessern, arbeitet die talentierte Künstlerin heimlich, des Nachts, in Verkleidung als Porträtmalerin. Eine weitere Möglichkeit wäre für sie zu heiraten und somit der Familie nicht weiter auf der Tasche zu liegen. Aber alle Ehekandidaten, die ihr Vater ihr vorstellt entsprechen nicht ihren Vorstellungen. Und so setzt sie ihre Bemühungen fort, um der Haushälterin der Familie immer wieder etwas Geld zuzustecken.

Als Amélie César kennenlernt, erleben beide die erste Liebe ihres Lebens und ganz gegen den Willen von Charles Cros, der befürchtet Amélie ließe sich von César, der gesellschaftlich weit über ihr steht, aushalten.
Das würde Amélie allerdings nie zulassen; stattdessen malt sie für eine sagenhaft hohe Summe ein Portrait von César. Geld spielt für den Baron de Maron keine Rolle, für ihn zählt nur, Amélie vor ihrer gefährlichen Arbeit im nächtlichen Paris zu beschützen.

Anke Völling führt den Leser behutsam durch das Paris von 1878, das im Zuge der Weltausstellung eine ganz besondere Atmosphäre erfährt. Sie streut Geschichtliches mit viel Geschick in die Geschichte von César und Amélie ein, ohne sich im Detail zu ergehen oder womöglich die Leserschaft damit zu langweilen.
Ganz wunderbar dabei ist, dass die Beschreibung der Stimmung dieser aufregenden Zeit, nie auf Kosten der Figuren geht, sondern diese immer im Fokus der Geschichte bleiben.

Die Charaktere sind, um es mit einem Wort zu sagen, faszinierend. Mit sparsamen Worten wird auf die Persönlichkeit oder vergangene Ereignisse eingegangen, aber gerade das macht sie so geheimnisvoll und so unheimlich interessant. Bei alldem sind sie dem Leser dennoch überraschend nah und so liebt und leidet man intensiv mit den Figuren mit.

Ungewöhnlich war, da in der Regel die Bücher meines bevorzugten Genres in der Vergangenheit geschrieben sind, und für mich deswegen ein klein wenig gewöhnungsbedürftig, die Wahl der Erzählform: Die Gegenwart. Ich möchte aber hinzufügen, dass diese Entscheidung evtl. ungewöhnlich zu sein scheint, aber auf keinen Fall unpassend ist.

Fazit: „César et Amélie“ ist ein sehr romantisches Buch, das eine wunderschöne Liebesgeschichte erzählt und als besonderer Lesetipp zu empfehlen ist.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings:
Ich bin jemand, der ein Buch zuschlagen möchte mit dem Gedanken, dass die Charaktere, die ich im Laufe der Geschichte liebgewonnen habe, irgendwann nach vielen glücklichen gemeinsamen Jahren, in hohem Alter versterben. Für alle Leser die ähnliche Wünsche an eine Geschichte haben, empfehle ich unbedingt den Epilog zu übergehen und das Buch mit der letzten Szene zu beenden.

Pour toujours - für immer.

Bewertung

César et Amélie (Anke)      

Eine Frage an die Autorin

Eine Ende muss nicht immer Happy sein...

Anke:
Obwohl ich denke, dass das dramatische Ende ganz fabelhaft das Buch abrundet, ja ihm sogar noch einen besonderen Touch gibt, sind wir Liebesroman Leser dennoch mit einem traurigen Ende stets unglücklich.
Was sprach für die Entscheidung, das Buch nicht mit der letzten Szene und einem ‚Pour toujours - für immer’ Enden zu lassen?

Anke Völling:
Ich gebe zu, es fiel mir mehr als nur schwer, die Geschichte nicht mit einem „für immer“ enden zu lassen, liebe ich doch meine Figuren, meine „Kinder“, mehr als jeder andere. Der Grund, warum es trotzdem so enden musste, liegt darin, dass ich meinen anderen Roman „Une affaire familière“, der acht Jahre nach „César et Amélie“ spielt, zuerst schrieb.

César de Maron spielt in „Une affaire familière“ eine Nebenrolle als bester Freund der Hauptfigur Philippe. Césars Handeln und seine Ansichten in „Une affaire familière“, sein Glaube an die große Liebe und dass man daran festhalten muss, brauchten einen Grund, den ich nicht mehr zurücknehmen konnte, denn das Buch war gedruckt, bevor das erste Wort von „César et Amélie“ geschrieben war. „César et Amélie“ war ursprünglich gar nicht geplant gewesen; das Buch ist das Resultat der eigenwilligen Entwicklung der Figur César, meiner persönlichen Zuneigung zu ihm und der Reaktionen meiner Leserinnen auf diesen Mann. Und dann konnte ich nicht anders, als auch seine Geschichte aufzuschreiben und damit untrennbar die von Amélie.
Hätte ich es bei „César et Amélie“ allein bei der Liebesgeschichte belassen, so bin ich sicher, hätten sich die Leser beider Romane gefragt, was denn nun eigentlich in der Zwischenzeit passiert ist. Dieser Gedanke hat mich letztendlich, nach langer Überlegung, dazu bewogen, den Epilog in das Buch aufzunehmen.

Den Epilog nicht zu lesen, ist sicherlich eine Möglichkeit. Wer dann letzten Endes doch eine Antwort auf noch offene Fragen haben möchte, muss einen Blick riskieren.

Beide Bücher sind Teil einer Trilogie, und ich werde im dritten Teil César von seinen Dämonen zu erlösen versuchen. Alle Beteiligten werden am Ende bestimmt sehr alt und sehr glücklich sein... So, wie es sein soll.

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