Une affaire familière (Kerstin)
| Anke Völling | Kaufen |
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Originaltitel: ---- Verlag: Books on Demand ISBN: 978-3837045925 Erscheinungsdatum: April 2008 Genre: historischer Liebesroman |
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Teil einer Serie
1. Teil: César et Amélie
2. Teil: Une affaire familière
3. Teil: in Planung

Klappentext
Paris 1886 Philippe Comte de Chagny ist alles andere als erfreut, als sein jüngerer Bruder Raoul nach Frankreich zurückkehrt, um seine für die Familie inakzeptable Ehefrau in die Obhut des Älteren zu geben, bevor er zu einer mehrmonatigen Reise nach Indien aufbricht. Während Christine in Paris von ihrer dunklen Vergangenheit eingeholt wird, ist Philippe hin- und hergerissen zwischen den Werten des von ihm repräsentierten alten Adelsgeschlechts, der moralischen Verpflichtung gegenüber seinem Bruder und der Faszination, die von der jungen Frau ausgeht. Doch schon bald verstricken sich Christine und der Graf in eine romantisch-erotische Affäre auf Zeit, die ihre Lebensanschauung für immer verändern soll.
Quelle: BoD
Meine Einschätzung
Genau wie in „César und Amélie“ ist mir auch hier der intensive, leicht poetische Schreibstil der Autorin mehr als positiv aufgefallen. Der Autorin gelingt es, mit wenigen Worten eine nachdrückliche Atmosphäre zu evozieren.
Bei „Une affaire familière“ handelt es sich um eine sogenannte „Phanfic“, also eine Fanfiction zu Gaston Leroux’ Roman „Das Phantom der Oper“. Wer diesen Roman (bzw. die filmischen und/oder musikalischen Adaptionen) nicht kennt, wird sich aber trotzdem problemlos in diesem Buch zurechtfinden, da es mit der Hauptgeschichte nicht mehr viel zu tun hat, sondern einige Jahre später spielt.
Ich muss leider sagen, dass – auch wenn das Werk an sich gut gelungen ist – ich Probleme mit der Geschichte hatte. Das liegt nicht am Können der Autorin, sondern daran, dass ich in Liebesromanen keine Plots mag, in denen einer der Protagonisten verheiratet ist. Dieses Thema stört mich schon dann, wenn der Gatte ein Greis / impotent / grausam etc. ist. In diesem Fall ist der Ehemann der jüngere Bruder des Helden, den ich schon in der Prequel „César und Amélie“ sympathisch fand. Und auch wenn ich die Handlung von Leroux’ Roman nicht mehr so genau im Kopf habe, da es schon einige Jahre her ist, dass ich das Buch gelesen habe, war für mich Raoul immer ein positiver Charakter. Daher tat es mir so Leid, mir vorzustellen, dass er am Ende allein bleiben wird, obwohl er Christine schon als Jugendlicher geliebt hat und mit ihr schwere Zeiten durchgestanden hat. Nachdem er zunächst gegen das Phantom gewonnen hat, zieht er nun gegen seinen Bruder den Kürzeren.
Mit diesem Gedanken im Hinterkopf konnte ich die zweifellos bezaubernde Liebesgeschichte von Philippe und Christine nicht wirklich genießen. Etwas gestört hat mich auch die Aufbereitung von Christines Vergangenheit. Zum einen ist „Une affaire familière“ eine eigenständige Geschichte, in der eigentlich außer Christine (und Raoul am Ende) keine wichtigen Figuren aus dem „Phantom der Oper“ mehr auftreten Deshalb wirkt es, nachdem die Geschichte so „normal“ und völlig anders ist als der Roman, auf dem sie basiert, irritierend, wenn Christine von Visionen aus der Vergangenheit heimgesucht wird. Sieht man Anke Völlings Roman allerdings als „Phanfic“, dann sind die Episoden doch sehr kurz geraten. Ich hätte es besser gefunden, wenn dieser Teil entweder deutlich zusammengekürzt worden wäre (beispielsweise auf die Parallelen der Dreiecksgeschichten Phantom-Christine-Raoul versus Raoul-Christine-Philippe) oder andererseits zu einer wichtigen Säule der Geschichte ausgebaut worden wäre.
Würde ich die Geschichte jetzt objektiv nach Stil, Aufbau, Charakterisierung, etc. beurteilen, würde ich auf jeden Fall eine höhere Punktezahl vergeben. Da in eine Rezension aber auch immer die persönlichen Vorlieben des Rezensenten einfließen, und mir dieser Plot einfach nicht so liegt, ziehe ich ein paar Punkte ab. Wen solche Dreiecksgeschichten allerdings nicht stören, dem sei dieser Roman zusammen mit „César und Amélie“ wärmstens ans Herz gelegt.
Bewertung
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