Irische Küsse (Nicole)

Michelle Willingham
Originaltitel: Taming his irish Warrior
Verlag: Cora
Band: Historical Band 278
Erscheinungsdatum: Januar 2011
Genre: Historischer Liebesroman


Teil einer Serie
MacEgan Brothers


Klappentext


Die tapfere Normannin Honora St. Leger kennt keine Niederlagen – bis sie in die Augen ihrer jüngeren Schwester blickt. Mit sinkendem Herzen erfährt sie: Katherine, züchtig und schön, wird Ewan MacEgan heiraten, das Leben an seiner Seite und die Nächte in seinen Armen verbringen ... Dabei sehnt sich doch Honora nach dem starken Kämpfer! Verzweifelt versucht sie, diese Sehnsucht zu bezwingen – vergeblich. Denn Ewan raubt ihr einen Kuss, so süß wie der irische Frühling, so heiß wie irisches Feuer. So als sei sie es, die er erwählt hat! Doch da ist seine Hochzeit mit ihrer Schwester bereits anberaumt ...

Quelle: Cora

Meine Einschätzung

Nach einer kurzen, unglücklichen Ehe kehrt Honora St.Leger zurück in die Burg ihres Vaters. Dieser will Katherine, Honoras jüngere Schwester verheiraten und wenn es nach ihm ginge, Honora gleich dazu, denn Honora ist ganz anders als ihre schöne, sittsame und ruhige Schwester. In Honoras Herz schlägt eine Kämpfernatur. Von frühester Jugend an übte sie sich im Schwertkampf- zusammen mit ihrem Freund Ewan MacEgan.

Als nun ein Turnier stattfinden soll, damit die beiden Schwestern passende Ehekandidaten kennenlernen, ist auch Honorias Freund Ewan dabei, doch er will um die Hand ihrer Schwester anhalten. Honoria weiß zwar, dass ihre Mitgift kaum der Rede wert ist und Ewan als jüngster Sohn der MacEgan Sippe eine reiche Frau ehelichen muss, ist aber dennoch enttäuscht über seine Wahl, denn sie liebt ihn schon von Kindheit an. Im Verlauf seines Aufenthaltes geraten Ewan und Honora jedoch immer wieder aneinander, wobei Honoras Kämpfernatur Ewan alles andere als kalt lässt- vor allem als er erfährt, dass sie und ihr ererbtes Land in Gefahr sind…

Fans der MacEgan Reihe werden sicherlich genau wie ich schon gespannt auf die Geschichte über Ewan, den jüngsten Bruder der MacEgans und Honora gewartet haben, die sich ja schon ein wenig in dem Vorgängerband anbahnte. Sowohl Ewan als auch Honora sind zwei sympathische, charismatische Romanfiguren, die man sehr schnell in sein Leserherz schließt. Doch ich hatte gehofft, dass die Autorin ihre Geschichte vielleicht aus Ewans Sicht schildert bzw. Ewans Sichtweise und sein Denken öfters in die Story mit einfließen lässt, als es hier der Fall ist und man mehr über seinen Werdegang vom Jugendlichen zum Mann erfährt. Das ist leider nicht der Fall, aber trotzdem hat mir der Roman bis auf wenige Kritikpunkte, die ich sogleich anführe, im Großen und Ganzen Lesespaß bereitet.

Honora ist eine junge Frau, die das Gefühl hat, sie müsse ihrem Vater- denn ihr Zwillingsbruder starb bei der Geburt, den toten Bruder ersetzen und benimmt sich daher seit ihrer Kindheit wie ein Junge und übt sich zudem, wenig damenhaft, heimlich in der Kampfeskunst. In Ewan, der bei ihrem Vater zum Knappen ausgebildet wird, sieht sie eine verwandte Seele und so läuft sie ihm ständig hinterher.

Die Geschichte setzt jedoch zu dem Zeitpunkt ein, als Honora, nun Witwe, nach Jahren zurückkehrt und dort auf den nun ebenfalls erwachsenen Ewan trifft. Man erfährt dass Honoras Ehe eine wahre Hölle war und dass ihr machtgieriger Stiefsohn, der gleichaltrig ist, darauf aus ist sie zurückzubringen auf die Burg seines verstorbenen Vaters, um Honora zu unterwerfen und zu knechten. Außerdem ist er auf der Suche nach einem Familienschatz, den er in Honoras Händen vermutet.

Honora befindet sich in einer verzwickten Situation- zum einen will sie ihre Untertanen, die auf ihre Hilfe angewiesen sind nicht im Stich lassen, denn ihr Stiefsohn ist ein grausamer Herr, doch andererseits kann sie allein nichts ausrichten und zudem hält ihr Vater sie nicht für glaubwürdig. Ihr einziger Verbündeter ist somit Ewan, doch dieser will nicht ihr neuer Ehemann werden und somit benötigt sie dringend einen anderen starken Beschützer.

Eine interessante Ausgangssituation, ein Heldenpaar zwischen dem die Funken sprühen und der unterhaltsame Schreibstil der Autorin sorgen für gewohnten Lesespaß. Dennoch ist dieser Roman ein wenig schwächer, als andere Teile der MacEgan Reihe, was zum einen an kleinen Ungereimtheiten liegt- wie etwa, dass die Heldin, obwohl sie sich als unbesiegbare Kämpferin sieht und auch nie müde wird dies zu betonen, stets bei Kämpfen unterliegt. Sie will einfach nicht einsehen, dass Ewan dann und wann durchaus im Recht ist, wenn er sie zurechtweist. Ihr kleiner Dickkopf setzte mir so manches Mal beim Lesen zu, allerdings neigt auch Ewan zu recht seltsamen Handlungen und Taten- so lässt er Honora, als sie ihn nötig braucht, im Stich und macht sich auf den Heimweg, obwohl er genau weiß, dass sie in Gefahr ist.
Außerdem fand ich es befremdlich, dass Patrick, Ewans Bruder, Honora am Ende nur einen Mann im Kampf gegen ihren Stiefsohn mitgibt, abgesehen von Ewan und seinem Bruder und zwei bezahlten irischen Söldnern, die Honora aus eigener Tasche bezahlt. An dieser Stelle hätte ich mir mehr geballten brüderlichen Zusammenhalt gewünscht.

Positiv fand ich jedoch, dass auch die Haupt und Nebenfiguren aus den Vorgängerbänden kleine Auftritte in dem Roman haben und man erfährt, wie es Connor; Bevan oder Patrick in der Zwischenzeit ergangen ist.
So ist Ewans Geschichte zwar kein Keeper, aber dennoch ganz nett, um sich für ein paar Stunden in die Zeit des Mittelalters versetzen zu lassen.

Bewertung

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