Seelenhüter (Nicole)


Laura Whitcomb Kaufen
Originaltitel: The Fetch
Verlag: PAN
ISBN: 978-3-426-28332-5
Erscheinungsdatum: Mai 2011
Genre: Paranormal / Young Adult

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Klappentext

Beim Anblick ihres rotgoldenen Haares, das ihr Gesicht wie ein Heiligenschein umrahmte, durchfuhr es ihn wie ein Blitz. Die Frau berührte Calders Herz, so vertraut wirkte sie, obwohl er wusste, dass er ihr nie zuvor begegnet war.

Calder ist ein Seelenhüter, der den Menschen seit über 300 Jahren die Tür in das Leben nach dem Tod öffnet. Doch als er eines Tages das Zimmer eines kranken Jungen betritt, geschieht etwas Unerwartetes: Er verliebt sich auf den ersten Blick in die am Bett wachende, bildschöne Alexandra. Calder ist überzeugt: Sie ist seine Seelenverwandte! Er bringt es nicht übers Herz, der jungen Frau weh zu tun, und schenkt dem Kind das Leben. Von nun an kann Calder die Schönheit Alexandras nicht mehr vergessen. Aber um sie wiederzusehen, muss er die uralten Gesetze der Seelenhüter brechen – mit fatalen Folgen.

Quelle: PAN

Meine Einschätzung

Im Alter von neunzehn Jahren, im Jahre 1574 starb ein neunzehnjähriger Mann namens Calder. Doch seine Seele lebte weiter- mehr noch, Calder wurde zu einem himmlischen Wegebegleiter der sterbenden Menschen, ein sogenannter Seelenhüter. ..

Seine Beschäftigung stellt er seitdem nie in Frage, im Gegenteil, er hält sie für wichtig, dennoch fühlt er sich im Grunde seines Herzens einsam. Im Jahre 1904 wird Calder an das Bett eines sehr kranken, im Sterben liegenden Jungen gerufen. Doch die tapfere Frau, die sich mit anderen Kindern im selben Raum aufhält, imponiert und bezaubert Calder und so beschließt er kurzerhand die Gesetze des Himmels zu brechen, in dem er den Jungen am Leben lässt. Calders großer Wunsch ist es nun, die Frau die er insgeheim Glory nennt, dazu zu bringen, sich ihm anzuschließen. E r will sie ausbilden und als seine Begleiterin mit zu sich in sein „Jenseits“ holen.
Mit im Raum befindet sich auch ein junges Mädchen, dass Calder genau wie auch der sterbende Junge im Bett, sehen kann. Das bringt den Seelenhüter so sehr aus dem Konzept, dass er kurzerhand die Szenerie wieder verlässt.
Was Calder jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt, ist, dass die junge Frau die Zarin von Russland ist und die Kinder in diesem Raum ihre Kinder sind.

Da Calder getrieben ist von seinem Wunsch, nutzt er seine Chance als er zu einem russischen Mann gerufen wird, der im Begriff ist, in der Badewanne zu ertrinken. Just in dem Moment, als der Mann sein Leben aushaucht und seine Seele austritt, schlüpft Calder in dessen Körper. Das Glück ist dem Seelenhüter auch weiterhin hold, als sich herausstellt, dass er sich nun im Körper eines Vertrauten der Zarenfamilie befindet- Rasputin!
Calder in Rasputins Gestalt, sucht erneut die Romanovs auf- seit seiner ersten Begegnung mit der Zarin sind allerdings schon einige Jahre vergangen, und er trifft erneut auf die Frau, die sein Dasein so verändert hat. Doch sein Handeln bleibt nicht ohne Folgen, denn in dem Moment als Calder in Rasputins Körper schlüpfte, hat er bereits gegen eine zweite der Grundregeln eines jeden Seelenhüters verstoßen: „Bringe niemals eine Seele vom Weg über die Passage ab“. Während Calder nun in Rasputins Körper auf Erden wandelt, treibt dessen Seele bereits ihr Unwesen im „Land der verlorenen Seelen“…

Seelenhüter ist nach Silberlicht bereits der zweite Roman in deutscher Übersetzung der Autorin und auch diesmal befasst sich Laura Whitcomb in ihrem Buch mit einer ungewöhnlichen Verbindung zwischen Menschen und „Lichtgestalten“.
Diesmal steht ein junger Seelenhüter im Fokus des Geschehens, der vielleicht das erste Mal in seiner überirdischen Existenz eigenmächtig und egoistisch handelt und damit eine wahre Kettenreaktion an nachfolgenden Geschehnissen auslöst, die das komplette Jenseits in Gefahr bringen könnten.

Es ist jedoch, auch wenn es der Klappentext vermuten lässt, keine Liebesgeschichte; zwar interessiert sich Calder für die Zarin, doch im Mittelpunkt der Geschichte steht seine „Selbstfindung“ und wie er im Laufe der Zeit beginnt, aus seinen Fehlern zu lernen. Allerdings begegnet ihm im Zuge seiner Abenteuer ein weiteres weibliches Wesen, das für ihn bestimmt ist. Doch er muss zuvor erst begreifen lernen.

Laura Whitcomb besitzt eine unglaublich starke Ausdruckskraft- etwa wenn Calders Welt und die der gerade verstorbenen Seelen beschrieben wird, fühlt man sich weniger als Leser sondern eher wie ein Zuschauer. Diese Momente gehören zu den Stärken dieses Romans, der allerdings, da er relativ dialogarm verfasst wurde und die Beschreibungen und Empfindungen Calders einfach mehr im Vordergrund stehen, eher wie eine schöne, aber leider auch stellenweise langatmige Erzählung auf den Leser wirkt.
Auch ist„Seelenhüter“ kein typischer „Young Adult“ Roman. Jüngere Leser könnten durchaus Probleme mit der zugegeben sehr komplexen und anspruchsvollen Story haben, die nicht einfach zu verstehen ist und eine ganz eigene Poesie und Magie verströmt. Abgesehen von leichten Längen ist der Schreibstil der Autorin allerdings ein weiterer Pluspunkt. So gelingt es Laura Whitcomb, die Story sehr märchenhaft zu erzählen. Einzig negativ fiel mir dagegen die Charakterisierung der anderen Nebenfiguren auf. So wirkten die kecke Ana und der eigenwillige Alexis ein wenig blass was ich sehr schade fand, da besonders Ana sehr viel Potential hatte und auch die sich erst auf den letzten Seiten anbahnende Liebesgeschichte war für mich völlig unnötig, aber das ist auch alles Geschmackssache.

Fazit: ein märchenhafter, ausdrucksstarker und anspruchsvoller Roman- allerdings eher für etwas ältere Leser geeignet.

Bewertung

Seelenhüter (Nicole)      

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