Torero (Kerstin)

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Originaltitel: The Wild Man
Verlag: Bruno Gmünder Verlag
ISBN: 978-3861875956
Erscheinungsdatum: April 2004
Genre: Gay

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Klappentext

In der Stierkampfarena stellt Antonio sein großes Geschick unter Beweis. Hinter die Macho-Fassade des gefeierten Toreros blickt aber nur einer: Juan, ein Bauernbursche, mit einer besonderen Gabe...
Die Liebe der beiden ungewöhnlichen Männer entfesselt eine grausame Hetzjagd seitens Antonios adliger Familie, der katholischen Kirche und der spanischen Faschisten unter Franco.

Quelle: Bruno Gmünder

Meine Einschätzung

Antonio Escuderos Traum war es schon immer, einmal Stierkämpfer zu werden. Bis in die oberste Liga hat er es nie geschafft, dennoch konnte er einige Erfolge verzeichnen. Doch nun steht seine Karriere wegen einer Beinverletzung vor dem Aus. In dieser Situation trifft er auf den jungen Juan, einen Arbeiter aus der Unterschicht. Da er sich von ihm angezogen fühlt, beschließt er, ihn zusammen mit seinem Team auf sein Anwesen mitzunehmen und ihn dort zu seinem Nachfolger auszubilden. Doch der Liebe der beiden stellen sich viele Hindernisse in den Weg: abgesehen von Antonios adliger, streng katholischer Familie ist eine homosexuelle Beziehung im Spanien Francos absolut lebensgefährlich. Überall können Spione sitzen, die den Regierungsspitzeln diese Aktivitäten berichten. Nicht einmal seinem eigenen Bruder kann Antonio vertrauen. Zudem gilt es Juans Misstrauen zu überkommen, der Angst hat, zum bloßen Sexspielzeug eines hohen Herrn zu mutieren. Die machistische Erziehung, die alle beide auf verschiedene Weisen „genossen“ haben, wird ihnen zum ärgsten Feind.

Antonios behutsam und doch gleichzeitig leidenschaftlich aus der Ich-Perspektive erzählte Geschichte berührt zutiefst. Die langsame Annäherung zwischen den Liebenden und die gleichzeitige Gefahr von innen und von außen scheinen im Widerspruch zu stehen: Romantik versus Angst, Gefühle versus Machismo und Liebe versus Hass. So viele Hindernisse, so viele Probleme. Die Protagonisten sind sehr sympathisch und wirken in der Geschichte so lebendig, als würde man sie selbst kennen. Auch die Nebencharaktere sind wirkliche Charaktere mit interessanten Eigenschaften, Motiven und Taten. Der Einblick in das Leben unter dem Franco-Regime ist erschreckend und doch sehr fesselnd. Spannung, Abenteuer, Liebe, Stierkämpfe, Spanien, Verfolgung, Intrigen, Hass – das Buch hat einfach alles! Obwohl die Autorin aufgrund des Themas leicht in Klischees verfallen könnte, tut sie es an keiner Stelle. Alles wirkt authentisch und umso mehr fiebert man mit den Protagonisten mit. Ein wunderbares Buch!
Und auch wenn es von der Inhaltsangabe her fast unmöglich klingt und man auch während des Lesens oft zweifelt: ja, das Buch hat ein Happy End. Alle werden glücklich (bis auf die Bösewichter natürlich).

Ich kann das Buch nur empfehlen, wenn man etwas wirklich Aufwühlendes lesen möchte. Das Buch wird einen sicherlich auch nach dem Happy End noch lange beschäftigen. Es ist kein Liebesroman per se, doch auf jeden Fall steht die Liebesgeschichte im Mittelpunkt, so dass es auch für Liebesromanleserinnen sehr interessant sein könnte. Ich zumindest habe das Lesen sehr genossen und kann das Buch nur weiterempfehlen!

Bewertung

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