Versteckte Kamera (Kathi)

Zoran Zivkovic Kaufen
Originaltitel: Skivena kamera
Verlag: dtv
ISBN: 978-3423246255
Erscheinungsdatum:
Genre: Contemporary

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Klappentext

»Ich fand den Umschlag in die Wohnungstür eingeklemmt.«
Mit der mysteriösen Einladung zu einer Kinovorstellung beginnt für den namenlosen Protagonisten und Erzähler, einen überaus korrekten und in sich gefangenen Bestattungsunternehmer, eine unglaubliche Verfolgungsjagd. Eine Nacht lang hierhin und dorthin durch die Stadt gelockt, verstrickt in immer skurrileren und beängstigenderen Situationen, ist er schon bald davon überzeugt, „Held“ der Fernsehserie ‚Versteckte Kamera’ zu sein. Er sitzt in einem Film, dessen Hauptdarsteller er selbst ist, er wird in eine Buchhandlung gelockt und stößt auf ein Buch, dessen Titel noch zu finden ist, er landet im Zoo und sitzt im Bärenkäfig fest und stürzt auf der Flucht in die Kanalisation. Immer wieder tauchen dieselben Menschen auf, was ihn verwirrt und beunruhigt, und immer wieder begegnet er dem flüchtigen Blick einer schönen Frau. Wie besessen möchte er seine schattenhaften Beobachter durchschauen und ihnen zuvorkommen - es gelingt ihm nicht.
In seiner dichten, zurückhaltenden, nüchternen Sprache gelingt es Živković auf eindrucksvolle Weise, den Leser die quälende Beklemmung miterleben zu lassen und ihm, da er ihm gleichzeitig Distanz verschafft, die Absurditäten des Lebens vor Augen zu führen.

Quelle: dtv

Meine Einschätzung

Dieser Roman ist einzigartig im Schreibstil. Von der ersten bis zur letzten Seite wird der Leser vom Geschehen gefesselt. Immer neue Ungereimtheiten und vor allem die Beschreibungen des so naiv und penibel dargestellten namenlosen Ich-Erzählers drängen dazu, weiter zu lesen. Am Ende weiß man selbst nicht mehr, was man glauben soll. Was ist Illusion – was erlebt der Erzähler wirklich? War vielleicht alles doch nur ein Traum oder leidet er unter Verfolgungswahn?

Jeder „normale“ Mensch wäre spätestens nach der vermeintlich ersten Szene der „Versteckten Kamera“ nicht mehr den Anweisungen der Organisatoren gefolgt. Ich für meinen Teil hätte mich auf den Nachhauseweg gemacht. Der Ich-Erzähler jedoch, getrieben vom Wunsch SIE wieder zu sehen, in die er sich auf den ersten Blick in der ersten Szene verliebt hatte, folgt weiterhin allen Anweisungen. Er tappt von einem Fettnäpfchen ins nächste und bringt sich beim Versuch, die Veranstalter zu durchschauen, selbst im immer neue Peinlichkeiten. Der Lohn dafür ist die Begegnung mit IHR am Ende jeder Szene. Doch seine Empfindungen, die er bei diesen Begegnungen immer hat, kann er nicht verstehen. Schließlich ist er nicht mehr ganz jung und solche Gefühle – das Herzklopfen, das Nicht-abwenden-Können des Blickes – hatte er schon lange vergessen.

Mit verschwindend wenig wörtlicher Rede, aber vielen witzigen Passagen, in denen der Erzähler von dem berichtet, was er gerade fühlt oder sieht, amüsiert dieser Roman wahrscheinlich jede Altersgruppe. Die Kuriosität der Geschehnisse bringt einen dazu, ungewollt mit dem Kopf zu schütteln oder zu grinsen.
Na, wenn das kein Grund ist, dieses Buch zu lesen?!

Einzig negativ fand ich den Schluss. Beim Lesen des gesamten Buches dachte ich, dass es anders enden würde. Plötzlich war es zu Ende. Kommt noch was? Nein.
Also versprecht euch nicht zu viel von der Aufklärung der Geschehnisse auf den letzen Seiten.

Bewertung

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