Rezensionen

Nicoles Bewertung 05 Sterne.png

Amanda McCabe – Miss Mannings sinnliche Erweckung

Als die Diplomatentochter Mary den attraktiven Kriegshelden Lord Sebastian Barrett in England kennen lernt, kann sie kaum glauben, dass er sich ernsthaft für sie interessiert. Und ausgerechnet, nachdem sie ihn geküsst hat, erfährt sie, dass er mit anderen Männern zuvor darum gewettet hatte. Ernüchtert und traurig flieht sie von dem Ball und trifft zu Hause auf einen bereits im Aufbruch begriffenen Vater. Er eröffnet Mary, dass es die angespannte politische Lage nötig macht, dass sie umgehend abreisen nach Portugal. Für Mary bedeutet es Ablenkung; dennoch kann sie Sebastian nicht wirklich vergessen.

Jahre später trifft sie ihn wieder. Mittlerweile ist sein älterer Bruder Henry, ebenfalls Diplomat, wie Marys Vater, verstorben und Sebastian in dessen Fußstapfen getreten. Er freundet sich mit Marys Vater an, doch Mary kann ihm noch nicht so recht trauen. Zu groß ist die Angst bei ihr, nochmals enttäuscht zu werden.

Als die königliche Familie ins Exil nach Brasilien gehen muss, wird sie, neben vielen portugiesischen Untertanen, auch von Marys Vater, Mary und Sebastian begleitet. Doch ihre diplomatischen Bemühungen stoßen nicht bei allen auf Anerkennung und so gerät selbst Mary bald in Lebensgefahr. Kann Sebastian sie retten?

Georgie Lee – Mit den Waffen eines Kavaliers

Nach dem Tod ihres Vaters, eines Tuchhändlers, übernimmt dessen Bruder Robert, ein notorischer Spieler und Trinker, das Geschäft. Es gelingt ihm, das gut gehende Geschäft binnen kürzester Zeit in den Ruin zu treiben und kann schließlich das bei einem Geldverleiher geliehene Geld, nicht zurückzahlen. Als Laura davon erfährt, ergreift sie die Initiative. Mit geladener Pistole will sie Philip Rathbone dazu bringen, ihr zumindest die Ware, die sich im Laden befand und die er beschlagnahmte, zurückzugeben. Doch statt erbost zu sein, reagiert Philip völlig unerwartet und macht der verdutzten Laura schließlich einen Heiratsantrag. Nicht nur ihr Verhalten hat ihm imponiert, sondern auch ihr Geschäftsinn, nachdem sich herausgestellt hat, dass sie die Pläne, um den Laden ihres Onkels doch noch retten zu können, selbst anfertigte.

Laura glaubt zunächst, an einen schlechten Scherz; schließlich lebt sie seit dem Tod ihres Vaters bereits mit ihren Mutter im Elendsviertel der Stadt. Doch Philip bekräftigt seine ehrlichen Absichten erneut. Laura hin und hergerissen, weiß, dass ihr nicht viele Möglichkeiten offen stehen und so nimmt sie Philips Heiratsantrag schließlich doch an. Philip hofft, in Laura eine Frau gefunden zu haben, die seinem kleinen Sohn nicht nur eine gute Mutter werden wird, sondern seiner jüngeren Schwester auch eine gute Freundin. Liebe für sich erhofft er sich nicht. Im Gegenteil, nach dem Tod seiner ersten Frau fürchtet er sich davor. Kann Laura ihn heilen?

Im aktuellen Historical Saison Band 38 sind zwar drei Romane enthalten, jedoch umfasst Diane Gastons Story „Die Liebenden von Ascott“, lediglich 26 Seiten, so dass ich mich letztendlich dazu entschieden habe, sie nicht in die Wertung einfließen zu lassen oder den Inhalt anzureißen, was angesichts der Kürze der Geschichte ja albern wäre. Sie ist lediglich als netter Bonus anzusehen, jedoch nicht mehr.

Die anderen beiden ausgesuchten Geschichten von Amanda McCabe und Georgie Lee umfassen einmal 182 und 170 Seiten und weisen damit somit eine völlig normale „MyLady- Romanlänge“ auf.

Ich wollte diesen Historical Saison eigentlich hauptsächlich lesen, weil darin eine Geschichte von Amanda McCabe enthalten ist, deren Romane ich sehr mag und mit ihrer Story „Miss Mannings sinnliche Verlockung“, hat sich mich auch keinesfalls enttäuscht. Es ist ein sehr abwechslungsreicher Roman in dem ein Heldenpaar im Mittelpunkt steht, dass ernsthaft und sympathisch zugleich ist. Ein dummer Fehler Sebastians verhinderte Jahre zuvor ein gemeinsames Glück und so muss er nun alle Register ziehen, um seine Mary davon zu überzeugen, dass er nun mit offenen Karten spielt. Ich mag Plots eigentlich nicht, in denen der Held sich mit anderen Männern auf eine Wette einlässt, bei der es um die Gunst einer Frau geht, doch hier war es anders, weil Sebastian seine Dummheit sehr schnell einsieht bzw. zu der Wette eigentlich eher überrumpelt wurde.

Abgesehen von diesem Fauxpas ist er ein sehr liebeswerter Romanheld, den man sehr schnell in sein Leserherz schließen kann. Und auch Mary mochte ich, trotz ihrer zurückhaltenden Art anfangs sehr. Besonders gut hat mir jedoch gefallen, dass man es hier einmal mit einem außergewöhnlichen Plot zu tun bekommt und ein exotisches Setting auf den Leser wartet. Und natürlich kommt auch die Romantik hier nicht zu kurz, so dass es von meiner Stelle hier nichts zu meckern gibt.

Ebenfalls Georgie Lees „Mit den Waffen eines Kavaliers“, entpuppte sich als unterhaltsame Geschichte zwischen zwei einsamen Menschen, die beide bereits durch die harte Schule des Lebens gehen mussten und an diesen Schicksalsschlägen gewachsen sind.  Wie aus einer Vernunftehe schließlich Liebe wird, hat die Autorin für meinen Geschmack sehr plausibel verdeutlicht. Man kann sich gut in Philip und Laura hineindenken und auch ihre langsame Annäherung hatte genau das richtige Timing. Zwar kann die zweite Story in diesem Sammelband nicht mit dem exotischen Setting des ersten Romans mithalten, doch kann sie dafür mit einem interessanten und vielschichtigen Heldenpaar punkten und auch wenn die Spannungselemente gegen Ende der Geschichte vielleicht ein wenig zahm daher kommen, hat mich die Liebesgeschichte doch auf ganzer Linie überzeugen können. Auch die Übersetzungen haben mir gut gefallen und so empfehle ich diesen Historical Saison Band 38 gerne weiter.

Kurz gefasst: Zwei wunderschöne, romantische historische Liebesromane und eine sehr, sehr kurze Short Story in einem Band. Klare Leseempfehlung!