Rezensionen

Lenyas Bewertung 02 Sterne.png

Jennifer Crusie: „Drei, zwei, einer – meiner!“

Zu Heiligabend muss Trudy alle Spielzeugläden abklappern. Ihre Schwester und deren Mann haben sich vor kurzem getrennt, und daher hat niemand daran gedacht, ihrem Neffen sein sehnlichst gewünschtes Spielzeug zu kaufen: einen Giftmüll spuckenden McGuffin. Im letzten Spielzeugladen sucht sie entnervt alle Regale durch, als zu allem Überfluss auch noch Nolan Mitchell vor ihr steht, der nach demselben Spielzeug sucht. Mit ihm hatte Trudy einige Dates und dachte auch, es würde gut laufen. Doch dann hatte er sich einfach nicht mehr gemeldet, und so fällt ihre Begrüßung auch sehr eisig aus. Zu allem Überfluss taucht auch noch Reese auf, ein junger Mann, der einmal für ihren Vater gearbeitet hatte. Nun scheint er sich für sie zu interessieren, was Trudy im Moment gar nicht brauchen kann.
Doch in welche Schwierigkeiten die beiden Männer sie noch bringen werden, ahnt sie noch nicht…

Die Geschichte von Jennifer Crusie fängt amüsant an. Die hitzigen Dialoge zwischen Trudy und Nolan sind durchaus unterhaltsam. Allerdings hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, es handle sich um einen Kurzroman aus den Achtzigern. Irgendwie haftet der Story diese Atmosphäre an, obwohl sie aus dem Jahr 2006 stammt.
Die Richtung, welche die Geschichte dann einschlägt, kann man nicht vorhersehen. Allerdings ist sie so an den Haaren herbei gezogen, dass man diesen Unrealismus nicht ignorieren kann. Und das, obwohl mir unrealistische Stories sonst nichts ausmachen. Da ich Jennifer Crusies Bücher kenne – und sehr gern lese-, bin ich von der Geschichte sehr enttäuscht.

Lori Foster: „Die Mistelzweigstrategie“

Eric hatte fünf Jahre gewartet, bis die zehn Jahre jüngere Tochter des Chefs nicht mehr zu jung für ihn war. Doch dann war sein Chef gestorben und Maggie übernahm selbst die Firma. Seitdem quält sich Eric jeden Tag mit seiner Sehnsucht nach ihr. Was er nicht weiß ist, dass Maggie ebenfalls schon fünf Jahre in ihn verliebt ist und sich vorgenommen hat, ihn dieses Weihnachten zu verführen…

Lori Fosters Geschichte dagegen hat mir schon besser gefallen. Von Anfang an spürt man die starke Anziehung zwischen Maggie und Eric und die Autorin versteht es gekonnt, die erotische Spannung zwischen ihnen zu Papier zu bringen. Natürlich fehlt auch dieser Geschichte, wie den meisten Kurzromanen, eine wirkliche Dimension, aber mir hat sie gut gefallen. Durchaus empfehlenswert.

Carly Phillips: „Einpacken? Auspacken!“

Antonia, genannt Toni, hat sich vorgenommen, auf der Weihnachtsfeier der Kanzlei, in welcher sie arbeitet, ihren Schwarm Stephan zu verführen. Aus Versehen stürzt sie sich aber auf seinen ihr unbekannten Zwillingsbruder Max und erkennt sofort, dass er es in Wahrheit ist, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Max geht es da nicht anders, und so geben die beiden ihren Gefühlen nach…

Auch die Story von Carly Phillips würde ich leider, wie schon die von Jennifer Crusie, als unterirdisch bezeichnen. Obwohl das Buch in riesiger Schrift gedruckt ist, nimmt die Geschichte nicht mal hundert Seiten ein. Bei so wenig Handlungsspielraum ist es einfach übertrieben, Toni auch noch eine schwere Kindheit aufzuzwingen, so dass ihre Vergangenheit auch noch beleuchtet werden muss. Der Versuch ist ganz nett, doch dafür bräuchte die Geschichte locker zweihundert Seiten mehr. Wer an Liebe auf den ersten Blick glaube, den kann diese sehr überstürzte Story vielleicht begeistern, bei mir war das leider nicht der Fall.

Kurz gefasst: Von Carly Phillips und Jennifer Crusie hätte ich definitiv mehr erwartet. Lori Foster hingegen fand ich gut und würde nach ihren heißen Beschreibungen sogar mal ein Buch von ihr lesen. Insgesamt ist dieses Buch jedoch eine Enttäuschung.